Deutschland-Premiere in Cuxhaven

Kreuzfahrt-Flair und umweltfreundlich: Die neue Helgoland-Fähre

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Das neue Fährschiff "Helgoland" wird zwischen Cuxhaven und Helgoland verkehren.

Cuxhaven - Von Helmut Reuter. Deutschland-Premiere in Cuxhaven: Die erste mit LNG-Flüssiggas betriebene Neubaufähre hat ihren Betrieb aufgenommen.

Das 83 Meter lange und 12,6 Meter breite Schiff der Reederei Cassen Eils wurde von Christa Eils, der Witwe des Reedereigründers, auf den Namen „Helgoland“ getauft. Die Fähre wird vom 16. Dezember an zwischen Cuxhaven und Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland verkehren und soll im Sommer auch Hamburg anlaufen.

„Es hat länger gedauert als gedacht, aber unter dem Strich ist ein hervorragendes Schiff entstanden, das für wenigstens 40 Jahre im Helgoland-Verkehr eingesetzt werden soll“, freute sich Bernhard Brons, Vorstand der AG „Ems“, zu der die Traditionsreederei Cassen Eils gehört.

Auf den drei Decks des Fährschiffs erinnert vieles mehr an einen Luxusliner als an ein herkömmliches Fährschiff. „Das Reisen mit dem Schiff soll ein Erlebnis sein“, beschrieb Brons das Konzept. Die „Kreuzfahrtfähre“ verfügt über acht Salonbereiche, ein helles Atrium, Bars, Restaurants, einen gläsernen Fahrstuhl und ein Sonnendeck mit Liegestühlen.

Maßstäbe wollen Reederei und Werft auch mit der modernen Antriebstechnologie setzen, die LNG (Liquefied Natural Gas) als Treibstoff nutzt. LNG ist der derzeit schadstoffärmste fossile Brennstoff, der in der Schifffahrt einsetzbar ist.

Die Hauptmaschinen der „Helgoland“ verbrennen Erdgas, das bei minus 162 Grad flüssig in einem isolierten Tank im Schiffsbauch lagert. Zum Starten und als Reserve steht auch konventioneller Treibstoff zur Verfügung, die Motoren vertragen beides.

„Mit diesem hochinnovativen Neubauprojekt ist der Nachweis gelungen, dass deutsche Werften und Reedereien gemeinsam gegen internationale Konkurrenz bestehen können“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Reinhard Meyer (SPD) betonte:„Es freut mich, dass Deutschlands erste Neubaufähre mit der umweltfreundlichen LNG-Technik die Insel Helgoland ansteuert.“

Brons sagte, durch die LNG-Technologie würden 90 bis 95 Prozent weniger Schwefeloxide und Stickoxide ausgestoßen, die Kohlendioxid-Emission reduziere sich um 20 Prozent, Feinstaub-Belastungen gebe es gar nicht mehr. „Helgoland“-Kapitän Ewald Bebber freute sich besonders darüber, dass auf dem Schiff das Konzept der Behindertenfreundlichkeit komplett verwirklicht worden sei.

Die MS „Helgoland“ kostete gut 30 Millionen Euro. Für die rund acht Millionen Euro teure Antriebsanlage gab es 50 Prozent Zuschuss von der EU. Der Antrieb bringt eine Leistung von bis zu 5000 Kilowatt und kommt damit auf 20 Knoten Höchstgeschwindigkeit. Bei einer zugelassenen Fahrgastzahl von 1060 Passagieren verfügt das Schiff über 1180 Sitzplätze. Zudem können bis zu zehn Zehn-Fuß-Container sowie Stückfracht befördert werden.

Nachhaltigkeit ist auch bei den Großen der Schiffsbranche ein Thema: Das Kreuzfahrtunternehmen Aida setzt ebenfalls auf LNG, im April 2016 geht die neue „Aidaprima“ als weltweit erstes Kreuzfahrtschiff mit einer Dual-Fuel-Technologie in den Dienst. Es wird bei Hafenliegezeiten mit Flüssiggas und auf der Fahrt mit herkömmlichen Treibstoff betrieben. Die beiden Schiffe der nächsten Generation werden dann 2019 und 2020 komplett auf LNG umgestellt. dpa

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