Allein in Bremen und Niedersachsen laden am Pfingstmontag 230 Wind- und Wassermühlen ein

Mühlentag mit über 1000 Teilnehmern

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In Bremen ist man besonders stolz darauf, als Großstadt noch über fünf weitgehend intakte Windmühlen zu verfügen, von denen die bekannte Mühle am Wall zu den höchsten Windmühlen Deutschlands zählt.

Niedersachsen ist ein Mühlenland. In keinem anderen Bundesland findet sich eine derartige Mühlen-Vielfalt wie in dem Gebiet, das vom Harz bis zur Nordsee und vom Emsland bis zur Lüneburger Heide reicht. Praktisch jeder Mühlentyp, der einmal entwickelt wurde, ist in Niedersachsen in irgendeiner Form erhalten geblieben oder rekonstruiert worden.

So ist es kaum verwunderlich, dass sich am 17. Deutschen Mühltag am Pfingstmontag allein in Niedersachsen 230 Mühlen beteiligen – fast ein Viertel aller Mühlen in Deutschland, die am 24. Mai zum Besuch einladen. Auch die offizielle Eröffnungsveranstaltung des 17. Deutschen Mühlentages findet diesmal in Niedersachsen statt: Ministerpräsident Christian Wulff reist nach Ostfriesland, wo in Leer-Logabirium die Flügel der „Frisia“-Mühle munter im Wind rotieren.

Die Eigentümer der Mühlen beziehungsweise ihre Betreuer (Privatpersonen, Vereine, Museen usw.) haben abwechslungsreiche Programme vorbereitet, um viele interessierte Besucher zu mobilisieren und an die Mühlen zu locken: Besichtigungen, Führungen, Kulturprogramme und Mühlenfeste, Gottes- dienste und natürlich, sofern es die technischen und sonstigen Rahmenbedingungen zulassen, Vorführung der alten Mühlenmechaniken.

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Die Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen bemüht sich seit über 50 Jahren um die Erhaltung und Nutzung historischer Mühlen. Als die damals nur auf Niedersachsen bezogene Vereinigung 1957 gegründet wurde, waren viele historische Wind- und Wassermühlen noch in Betrieb, und es galt, die noch aktiven Müller bei der Erhaltung ihrer technischen Baudenkmäler zu unterstützen. Inzwischen sind die meisten Mühlen stillgelegt, viele sind verschwunden und die Garde der „alten Müller“ stirbt aus. Die Arbeit der Mühlenvereinigung, die 1989 auf das Bundesland Bremen ausgeweitet wurde, änderte sich entsprechend. Viele Mühlen sind heute Museen bzw. werden als technische Denkmäler von ihren Besitzern erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei sind nur noch wenige Mühlen im Besitz „alter“ Müllerfamilien, häufig wurden sie von Städten und Gemeinden, Landkreisen, Vereinen oder Museen übernommen.

In Bremen ist man besonders stolz darauf, als Großstadt noch über fünf weitgehend intakte Windmühlen zu verfügen, von denen die bekannte Mühle am Wall zu den höchsten Windmühlen Deutschlands zählt.

Für Mühlenreisende besonders interessant ist die touristische Route „Niedersächsische Mühlenstraße“. Rund 300 Mühlenstandorte in 20 niedersächsischen Landkreisen und in Bremen gehören dem Projekt bereits an. Vielfach gehören auch literarisch-musikalische Veranstaltungen zum Programm geöffneter Mühlen, die neben den zahlreichen historisch gestalteten Mühlenfesten den Besuch einer Mühle bereichern und oft zu einem kulturellen Erlebnis werden lassen. Um Mühlen ranken sich viele heitere und ernste Geschichten sowie Gedichte und Erzählungen vom Mahlen sowie der Bedeutung von Wind und Wasser. Etliche Wind- und Wassermühlen sind mit einer Homepage im Internet vertreten, wie auch die Deutsche Mühlengesellschaft (www.muehlen-dgm-ev.de).

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