Planungen laufen

Alkoholverbot im Nahverkehr: Deutsche Bahn greift ab 2018 durch

Hannover - Die Deutsche Bahn will vom kommenden Jahr an auf vielen Regionalstrecken in Niedersachsen und Bremen das Trinken von Alkohol verbieten.

Gelten soll das Verbot vom 1. Januar 2018 an in der S-Bahn Hannover, in den Regionalexpress-Zügen zwischen Hannover, Bremen und Norddeich, von Bremerhaven nach Hannover und Osnabrück sowie im Harz-Weser-Netz, teilte die Bahn am Freitag mit. Sie komme damit dem Wunsch aus zahlreichen Kundenbefragungen nach, wonach die Mehrheit der Fahrgäste ein generelles Alkoholverbot befürworten. Bestehende Verbote zeigen einen positiven Einfluss auf die Sauberkeit in den Zügen sowie das subjektive Sicherheitsempfinden der Reisenden.

Zunächst soll es eine zweimonatige Einführungsphase geben, in der Fahrgäste auf das Verbot hingewiesen werden. Später kann einBußgeld in Höhe von 40 Euro verhängt werden. Die betroffenen Züge werden mit Piktogrammen gekennzeichnet, die auf das Alkoholverbot hinweisen.

Andere Unternehmen als Vorbild

Bislang gilt das Alkoholverbot nur in bestimmten Zügen, zum Beispiel vor Fußballspielen. Außerdem ist Alkohol verboten in der Nordwestbahn, der Hamburger S-Bahn, den Straßen- und U-Bahnen in Hannover sowie den zwischen Niedersachsen, Bremen und Hamburg pendelnden Metronom-Zügen.

Verboten ist nach der neuen Regelung sowohl der Konsum alkoholischer Getränke als auch das Mitführen solcher Getränke, die zum Verzehr vor Ort bestimmt sind, beispielsweise geöffnete Flaschen. Unbeanstandet bleiben alkoholische Getränke, die verschlossen zum Beispiel vom Einkauf nach Hause transportiert werden.

Wie die „Neue Presse“ berichtete, macht das Bahnunternehmen Metronom durchweg gute Erfahrungen mit dem in seinen Zügen 2009 eingeführten Alkoholverbot. Über 90 Prozent der Fahrgäste hielten sich daran, sagte ein Metronom-Sprecher. Probleme hätte etwa Reisende aus Süddeutschland, wo es solche Verbote nicht gebe. Die Kosten für Reinigung oder durch Vandalismusschäden seien seitdem um 40 Prozent zurückgegangen.

dpa

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung / Marvin Köhnken

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