Sechs Prozent mehr als im Vorjahr

Deutlich mehr Verfahren bei Staatsanwaltschaften

Hannover - Die Zahl der Ermittlungsverfahren bei den zwölf niedersächsischen Staatsanwaltschaften ist stark gestiegen. Im Jahr 2015 leiteten die Strafverfolgungsbehörden knapp 481.500 Verfahren neu ein. Dies sind beinahe 28.000 oder rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen Monatsheft des Landesamtes für Statistik (LSN) in Hannover hervor.

Niedersachsen bewegt sich nach Zahlen, die das Statistische Bundesamt am Freitag veröffentlichte, damit knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit gab es eine Zunahme bei neu eingeleiteten Verfahren um rund 6,5 Prozent. Als Grund nannte das Bundesamt eine Zunahme der Verstöße gegen Aufenthaltsregelungen sowie Eigentumsdelikte.

Er halte einen Zusammenhang mit den hohen Flüchtlingszahlen für möglich, sagte der Vorsitzende des Niedersächsischen Richterbundes, Frank Bornemann. Es seien zahlreiche Verfahren wegen des Verdachts illegaler Einreise eingeleitet worden. Sollte der Trend zu mehr Verfahren anhalten, benötigten die Staatsanwaltschaften mehr Personal. Im Richterbund sind auch Staatsanwälte organisiert.

Die Sprecherin des niedersächsischen Justizministeriums, Marika Tödt, verwies darauf, dass die Zahl der erledigten Verfahren ähnlich stark angestiegen ist, wie die der Verfahrenseingänge, nämlich von 451 000 im Jahr 2014 auf gut 480 000 im Jahr 2015. Neueinstellungen seien zur Bewältigung der höheren Verfahrenszahl bisher nicht erforderlich gewesen. Die Landesregierung strebe allerdings an, die Belastung der Staatsanwaltschaften zu verringern. Im Haushaltsplan 2017/2018 seien deshalb 14 zusätzliche Stellen vorgesehen.

dpa

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