Ein Querschnitt durch Niedersachsen

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Ein exaktes Kunststoffmodell zeigt den Hortfund aus Gessel.

Syke / Hannover - Der Goldschatz von Gessel (Landkreis Diepholz) hat überregional Schlagzeilen gemacht. Dabei ist der spektakuläre Fund nur das herausragende Exemplar einer ganzen Reihe von archäologischen Entdeckungen, die mit dem Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) in dieser Region offengelegt wurden.

Im 200 Kilometer langen Streckenverlauf der Leitung auf dem Gebiet Niedersachsens seien derzeit 134 Fundstellen bekannt, berichtete gestern Ausgrabungsleiter Bernd Rasink. Doch die Arbeiten sind noch nicht auf ganzer Strecke abgeschlossen.

Was mit dem Bau der NEL alles ans Licht kam, wird in der neuen Ausgabe der „Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen“ vorgestellt, die jetzt erschienen ist. Das Heft gibt einen ersten Überblick über die faszinierenden Grabungsergebnisse eines der größten Archäologieprojekte Europas. Besonders ergiebig war demnach für die Forscher der Abschnitt zwischen Rehden und Achim. Vor Beginn der Arbeiten waren 16 Fundstellen bekannt, abschließend erhöhte sich die Zahl auf 84 unterschiedliche Grabungsflächen.

Zutage traten Grabfelder der Einzelgrabkultur, der Bronzezeit, der vorrömischen Eisenzeit und der römischen Kaiserzeit bis Völkerwanderungszeit. Es fanden sich bestens erhaltene Bestattungen sowie mehrere Siedlungsplätze aus denselben Zeitstufen. Aus jüngeren Zeitabschnitten wurden mehrere Wölbackerfelder gefunden, wie sie durch eine besondere Art der Feldbestellung seit dem Mittelalter entstanden waren. Dazu kamen Hinweise auf alte Wegetrassen. „Es gibt in diesem Bereich eine ungewöhnliche hohe Funddichte“, bestätigt Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann. Wenig verwunderlich: Den größten Raum räumt das Heft dem Syker Goldschatz ein. Die Autoren schildern die aufwändige Dokumentation und Bergung des 117-teiligen Fundes. Detailliert gehen die Fachleute auf die vielfältigen naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden ein, mit denen nun das genaue Alter und die Herkunft des Goldes ermittelt werden soll.

„Das Heft beschreibt nur den ersten Schritt eines langen Weges“, erklärte Dr. Stefan Winghart, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, mit Blick auf das Gesseler Gold. Da die laufenden Analysen noch nicht abgeschlossen seien, dürfe mit Spannung auf die weiteren Resultate gewartet werden.  sr

Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, ISSN 0720-9835, 7 Euro

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