EU-Experten schlagen Alarm

Delta-Variante wird 90 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der EU ausmachen

Die Delta-Variante ist weiter auf dem Vormarsch. Experten rechnen mit einer starken Ausbreitung in Europa während des Sommers. Besonders gefährdet: ungeimpfte Jüngere.

Stockholm/Hannover – Die Delta-Variante des Coronavirus wird nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC im Laufe der nächsten Wochen und Monate in Europa dominierend sein. Wie ECDC-Direktorin Andrea Ammon erklärte, sei es sehr wahrscheinlich, „dass die Delta-Variante während des Sommers stark zirkulieren wird“.

VirusCoronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:weltweit
Bisher in Deutschland zugelassene Impfstoffe (Stand: 23. Juni):Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson

Besonders gefährdet sind nach Ammons Aussage Jüngere, die bisher nicht zu den Zielgruppen der Impfkampagnen gehörten. Ammon warnte vor schwerwiegenden Krankheitsverläufen oder einer erhöhten Sterblichkeitsrate, wenn sich nicht genügend junge Menschen impfen lassen würden. Auch eine neue Delta-Variante, die sogenannte Variante Delta Plus, sorgt derzeit für Besorgnis.

Delta-Variante nimmt Überhand: Mutante ist 40 bis 60 Prozent übertragbarer

Den momentan verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sei die Delta-Variante (B.1.617.2) um 40 bis 60 Prozent übertragbarer als die zunächst in England aufgetretene Alpha-Variante (B.1.1.7), erklärte die in Stockholm ansässige Behörde. Sie rechnet deshalb damit, dass schon Anfang August 70 Prozent aller Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union und den mit ihr verbundenen Ländern Norwegen, Island und Liechtenstein auf Delta zurückzuführen sein werden. Ende August dürften es dann bereits 90 Prozent sein.

Unerfreulicherweise zeigten vorläufige Daten, dass sich auch Menschen mit der Delta-Variante anstecken könnten, die erst eine Dosis der derzeit verfügbaren Impfstoffe erhalten hätten, erklärte Ammon. Die gute Nachricht sei dagegen, dass zwei Impfdosen einen hohen Schutz gegen diese Variante und ihre Folgen böten.

Corona-Variante breitet sich aus: Tempo der Impfkampagnen soll anziehen

Ein sehr hohes Tempo bei den Impfkampagnen sei deshalb äußerst wichtig. Zu diesem Zeitpunkt sei zudem entscheidend, die Zweitimpfung innerhalb der geringsten zugelassenen Zeitspanne nach der Erstimpfung zu verabreichen, um Gefährdete zu schützen. Noch immer bestehe für zu viele Menschen das Risiko, ernsthaft an Covid-19 zu erkranken.

Besonders für ungeimpfte Jüngere könnte die Delta-Variante des Coronavirus eine Gefahr darstellen. (Symbolbild)

Die Delta-Variante stelle für vollständig geimpfte Personen wahrscheinlich kein großes Risiko dar, sagten Experten. Laut einer aktuellen Studie schützt der Impfstoff von Biontech zu 88 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen, die durch Delta verursacht werden. Gegen die Alpha-Variante erreichte er fast seine 93-prozentige Wirksamkeit. Impflinge, die hingegen erste eine Impfdosis erhalten haben, waren nur zu 33 Prozent vor der Delta-Mutante geschützt.

Experten schlagen wegen der Delta-Variante Alarm: 30 Prozent der über 80-Jährigen nicht vollständig geimpft

Nach einem schleppenden Start hat sich die Verteilung von Impfstoffen in der Europäischen Union in den vergangenen Monaten beschleunigt. Dennoch müssen nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde rund 30 Prozent der über 80-Jährigen und rund 40 Prozent der über 60-Jährigen noch vollständig geimpft werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Mittwoch, dass jedem bis zum 21. September mindestens eine Dosis eines Impfstoffs angeboten wird, wenn die Impfstofflieferungen wie geplant eintreffen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Eugene Hoshiko/dpa

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