Corona-Pandemie

Delta-Variante ist trotz sinkender Inzidenz auf dem Vormarsch

Die Corona-Infektionen sind rückläufig. Trotzdem: 50 Prozent der Neu-Infizierten stecken sich mit der Delta-Variante an. Für Urlauber ändert sich aber nichts.

Bremen/Hannover/Berlin – Das Infektionsgeschehen in Sachen Corona geht in den Bundesländern Bremen und Niedersachsen weiter zurück. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt gab, wurden in Niedersachsen am Dienstag, 29. Juni 2021, 3,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen registriert. Am Montag lag der Wert noch bei 3,1. Bei 23 Neuinfektionen gab es zwei Todesfälle in Niedersachsen zu beklagen. Nur der Landkreis Stade lag mit einer 7-Tage-Inzidenz von 10,3 knapp über dem kritischen Wert für weitere Lockerungen.

Corona-Variante:Delta
Wissenschaftlicher Name:B.1.617.2
Erstnachweis:Indien
Entdeckt am:5. Oktober 2020
Aktueller Anteil in Deutschland:35 bis 50 Prozent

Inzidenzwert in Bremen sinkt weiter: Delta-Variante hat inzwischen einen Anteil von 35 bis 50 Prozent

Rückläufig sind auch die Coronazahlen im kleinsten Bundesland Bremen. Hier sank die 7-Tage-Inzidenz am Dienstag auf 6,3 (Montag: 6,9). In der Stadt Bremen beträgt die Inzidenz aktuell 7,4 (Montag: 8,3). Allein in Bremerhaven ist die Inzidenz gestiegen. Von am Montag 0,0 auf am Dienstag 0,9. Deutschlandweit liegt die 7-Tage-Inzidenz laut RKI aktuell am Dienstag, 29. Juni 2021, bei 5,4.

Doch trotz der moderaten Zahlen schlagen Experten derzeit Alarm in Deutschland. Der Grund: zwischen 35 und 50 Prozent der Neuinfektionen könnten auf der wesentlich ansteckendereren Delta-Variante des Coronavirus‘ beruhen*. Vergangene Woche waren es noch 15 Prozent der Neuinfektionen. Das teilte RKI-Chef Lothar Wieler in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern mit, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen.

Delta-Variante auf dem Vormarsch: Vor allen Dingen die ungeimpfte Bevölkerung ist betroffen

Da die Daten bereits einige Tage alt seien, sei der Anteil derzeit tatsächlich sogar auf rund 50 Prozent zu schätzen. Offiziell veröffentlicht das RKI die neuen Angaben zu den Virusvarianten-Anteilen stets am Mittwochabend. Die Variante verbreite sich vor allem in der ungeimpften Bevölkerung. In Niedersachsen preschen aus diesem Grund derzeit einige Landkreise vor und wollen Kinder und Jugendliche bevorzugt impfen. Laut Experten sollen Kinder und Jugendliche von der Delta-Variante besonders betroffen sein.

RKI-Chef Wieler hatte bereits gesagt, dass die Fallzahlen deshalb voraussichtlich wieder steigen werden. Dass die bundesweite 7-Tage-Inzidenz rückläufig ist, erklärten Experten zuletzt mit dem deutlichen Rückgang der Fallzahlen durch die bisher vorherrschende Alpha-Variante.

Das Robert Koch-Institut geht derzeit davon aus, dass der Anteil der Delta-Variante bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus bei zwischen 35 und 50 Prozent liegt.

In der zweiten Juni-Woche hatte der Delta-Anteil nach den jüngsten RKI-Zahlen in Deutschland schon bei 15 Prozent gelegen. Betroffen von der Delta-Variante sind den Experten zufolge im Moment vor allem Menschen unter 60 Jahren. Die meisten Ansteckungen passierten dabei im privaten Haushalt.

Trotz aller Warnungen und steigender Fallzahlen mit der Delta-Variante des Coronavirus‘vor allen Dingen in Großbritannien* und in Portugal*– soll sich vorerst nichts für Rückkehrer von Reisen oder aus dem Urlaub ändern. Bei den Beratungen von Bund und Ländern vom Montag konnten sich die Vertreter nicht auf eine gemeinsame Linie einigen, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin erfuhr.

Delta-Variante auf dem Vormarsch: Seehofer und Weil fordern härtere Kontrollen bei der Einreise

Die geltende Einreiseverordnung wird demnach nicht kurzfristig geändert. Mehrere Ministerpräsidenten – darunter auch Stepahn Weil (SPD) – hatten härtere Bestimmungen gefordert, um eine erneute Verschärfung der Corona-Lage zu verhindern.  „Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung nach Kontrollen an den Grenzen, ob aktuelle Negativ-Tests vorliegen. Genau daran hat es bislang gemangelt“, sagte Weil.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach sich ebenfalls für Kontrollen von Reiserückkehrern an den Grenzen aus, will dabei aber Chaos vermeiden. Er sehe derzeit keinen Anlass für stationäre Grenzkontrollen: „Wir müssen schauen, dass wir uns nicht ein Infektionsgeschehen zusätzlich ins Land holen“, so Seehofer zur „Süddeutschen Zeitung“.

Nach eigener Aussage schwebt ihm statt stationärer Grenzkontrollen ein ähnliches System wie im vergangenen Jahr vor: eine sogenannte „Schleiermaßnahme“, bei der die Reisenden auf Plätzen möglichst dicht nach der Grenze kontrolliert werden. Auch, dass dort wieder Schnellteststationen eingerichtet werden könnten, sei vorstellbar. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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