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Nach tödlichen Messerstichen in Delmenhorst: 34-Jähriger gesteht vor Gericht

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Von: Dierk Rohdenburg

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Polizisten sperren einen mutmaßlichen Tatort nach tödlichem Messerangriff in Delmenhorst ab.
Polizisten riegeln den Tatort ab. © Kai Moorschlatt/dpa/Nord-West-Media TV

Nach tödlichen Messerstichen in Delmenhorst hat ein 34-Jähriger am Dienstag vor dem Landgericht in Oldenburg beide Taten gestanden.

Oldenburg/Delmenhorst -  Im Prozess gegen einen 34-jährigen Iraker wegen zweifachen Mordes in Delmenhorst hat der Angeklagte am Dienstag vor dem Landgericht Oldenburg beide Taten gestanden. Er habe zuerst den 23-jährigen Mann, einen vermeintlichen Nebenbuhler, mit einem Messer getötet und sei dann zu seiner Frau gefahren. Er habe auf sie mit einem Messer eingestochen, um sie zu töten. Die 27-Jährige starb zwei Tage später im Krankenhaus. Als Motiv nannte er in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung unter anderem Eifersucht.
Er habe seine nach jesidischem Recht geheiratete Frau zuvor „angefleht“, den Kontakt zu dem anderen Mann zu beenden.

Staatsanwalt: Tat sittlich auf der „tiefsten Stufe“ anzusiedeln

Laut Anklage stach der 34-Jährige am 3. Oktober vorigen Jahres in einer Bar unvermittelt 30 Mal auf sein erstes Opfer ein. Familienangehörige des Angeklagten hatten zuvor geprüft, ob der 23-Jährige auch in der Bar sei. Danach sei er in die Wohnung gefahren und habe in Anwesenheit der gemeinsamen achtjährigen Tochter 20 Mal auf seine Frau eingestochen.
Bei beiden Taten sei das Motiv sittlich auf der „tiefsten Stufe“ anzusiedeln, so der Staatsanwalt. Mit den Taten habe der Mann die vermeintlich beschmutzte Familienehre wieder herstellen wollen.
Der Angeklagte gab an, dass er in der Zeit vor der Tat verstärkt Kokain konsumiert habe und sich von der Familie des vermeintlichen Nebenbuhlers verfolgt gefühlt habe. Er habe paranoide Vorstellungen gehabt und auch gedacht, seine Frau sei an einem Mordkomplott gegen ihn beteiligt. An dem Prozess nehmen Familienangehörige der getöteten Frau als Nebenkläger teil. 

Artikel vom 5. Februar:

Wegen tödlicher Messerstiche auf seine Lebensgefährtin und deren mutmaßlichen Liebhaber soll sich ein Mann demnächst vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg habe Anklage wegen Mordes gegen den 34 Jahre alten Mann erhoben, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Das Landgericht Oldenburg hat über die Eröffnung des Hauptverfahrens noch nicht entschieden.

Die Tat ereignete sich im Oktober 2021 in Delmenhorst (Niedersachsen). Nachdem der mutmaßliche Täter von der Liebesbeziehung erfahren habe, habe er den 27 Jahre alten Mann in einer Sportbar aufgesucht und in Tötungsabsicht mehrfach auf ihn eingestochen.

Die Verletzungen hätten letztlich zum Tod des Opfers geführt, hieß es. Anschließend sei der Mann zur Wohnung seiner Lebensgefährtin gefahren und habe auch auf die 27-Jährige eingestochen. Dabei wurde die Frau so schwer verletzt, dass sie Tage später im Krankenhaus starb.

Der 34-Jährige war zunächst auf der Flucht, wurde aber noch am selben Tag festgenommen. Derzeit befindet er sich in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich war auch ein 43-jähriger mutmaßlicher Mittäter in Untersuchungshaft, mangels dringenden Tatverdachts wurde er aber wieder entlassen. (dpa)

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