Ersatzfahrplan

Deutsche Bahn (DB)-Streik ab Mittwoch: Personenverkehr betroffen

Gewerkschaft der Lokführer (GDL) streikten ab Mittwoch bei der Deutschen Bahn (DB): Personenverkehr ist davon betroffen, Ersatzfahrplan soll Abhilfe schaffen.

Frankfurt am Main/Berlin – Lange liefen die Vorbereitungen für einen möglichen Streik bei der Deutschen Bahn (DB) auf Hochtouren. Nun steht fest, die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stimmt mit überwältigender Mehrheit für den Arbeitskampf.

Gewerkschaft:Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)
Gründung:1867
Mitglieder:etwa 36.500 (2021)
Vorsitz:Claus Weselsky
Sitz:Frankfurt am Main

Bereits vor sechs Wochen startete die Abstimmung und am gestrigen Montag begann die Auszählung. Heute dann das Ergebnis: Insgesamt entfielen 95 Prozent der abgegebenen Stimmen auf „JA“. Damit wurde die Hürde von mindestens 75 Prozent, die für die Aufnahme eines Streiks notwendig gewesen wären, deutlich übersprungen. „Dieses Ergebnis zeigt auch ganz deutlich die Stimmung in der Deutschen Bahn“, so der GDL-Chef Claus Weselsky.

DB-Lokführer-Streik bei Deutscher Bahn: Weselsky erwartete Ergebnis über 90 Prozent

Weselsky hatte bereits am Montag verkündet, dass seiner Ansicht nach die Hürde des Mindetsprozentsatzes der Abstimmung leicht zu überspringen sei, da er mit mehr als 90 Prozent Zustimmung rechne. Zuvor hatte der GDL-Chef ordentlich die Werbe-Trommel für einen Streik bei der Deutschen Bahn gerührt.

„Die Verhandlungen sind gescheitert und die Uhr läuft ab“, erklärte der GDL-Chef gegenüber der dpa. „Jetzt ist Arbeitskampf angesagt, wenn der Bahn-Vorstand kein verbessertes Angebot vorlegt.“

Streik bei der Deutschen Bahn: Personenverkehr durch Arbeitskampf der DB-Lokführer über zwei Tage betroffen

Der Streik soll bereits ab Dienstagabend um 19:00 Uhr mit dem Güterverkehr bei der DB Cargo beginnen. Ab 2:00 Uhr am Mittwoch folge der Personenverkehr. Der Streik soll am 13. August um 2:00 Uhr enden.

Die Gewerkschaft der GDL hat den Streik beschlossen. Auf Pendler und Reisende kommen massive Einschränkungen in den nächsten Tagen zu.

In diesem Zeitraum fahren keine Züge.

Deutsche Bahn: Weder Streik noch Ausmaß der DB-Lokführer von der GDL terminiert

Gleichzeitig hatte der GDL-Chef bewusst mit Details hinterm Berg gehalten, ob ein Termin für den Streik der DB-Lokführer bei der Deutschen Bahn bereits feststehe und in welchen Umfang dieser vonstattengehen werde.

Und das tat er nach Verkündigung des Abstimmungsergebnisses für den Arbeitskampf auch nicht.

Streik der DB-Lokführer: Setzen sich Deutsche Bahn und GDL erneut an den Verhandlungstisch?

Möglicherweise eine Strategie um mit einer weiteren Frist die Deutsche Bahn zu einem besseren Angebot zu bewegen. Grundsätzlich sieht die GDL aber keine Beschränkungen für Ort oder zeitliche Länge der Streiks. Die Fahrgäste würden aber rechtzeitig informiert, hatte Weselsky am Montag zu Beginn der Auszählung noch versprochen, damit Reisende nicht vor vollendeten Tatsachen stehen.

Ein Versprechen, das mit dem angekündigten Streik und damit verbundenen Einschränkungen auf den Personenverkehr ab Mittwoch mehr als nur leer klingt.

Der Deutschen Bahn (DB) droht Streik. Die Gewerkschaft der Lokführer macht Druck, was zu einem Verkehrchaos führen könnte.

Derweil hatte Weselsky sich bereits in den vergangenen Tagen entschieden geweigert, sich ohne ein neues, verbessertes Angebot der Bahn erneut an den Verhandlungstisch zu setzen. Die Gewerkschaft GDL will nach seinen Worten eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren, verlangt eine deutliche Corona-Prämie und Einkommenssteigerungen von 3,2 Prozent bei 28 Monaten Laufzeit. 

Die Bahn will angesichts von neuen Milliardenverlusten während der Corona-Pandemie und großen Flutschäden einen länger laufenden Tarifvertrag und spätere Erhöhungsstufen bei gleicher Prozentzahl.

Deutsche Bahn: Streik der GDL erntet Kritik vonseiten der Bahn und Wirtschaft

Ein Streik wäre eine „Attacke auf das ganze Land“, hatte Bahn-Personalchef Martin Seiler geäußert. Eine Bahn-Sprecherin erklärte am Montag, dass Streiks Kunden und Beschäftigte wie ein „Schlag ins Gesicht“ treffen würden.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft wies darauf hin, dass ein Streik bei der Bahn auch „die unter den Folgen der Corona-Krise leidende Wirtschaft massiv schädigen“ würde. Die GDL handele verantwortungslos und gefährde die wirtschaftliche Erholung, sagte Verbandsgeschäftsführer Markus Jerger der Funke-Mediengruppe.

Auf dem Abstellgleis: Die GDL-Gewerkschaft ruft zum Streik ihrer Lokführer bei der Deutschen Bahn auf.

„Nichts außer Tricksen und Täuschen“ sei von der Bahn gekommen, kritisierte Weselsky. Die GDL sei sich der Verantwortung bewusst, dass der Streik Reisende und den Güterverkehr störe.

DB-Streik: Nach GDL-Abstimmung über Arbeitskampf – es gibt einen Ersatzfahrplan

Im Fernverkehr gilt ein Ersatzfahrplan, mit dem laut Deutscher Bahn rund ein Viertel der Verbindungen aufrechterhalten werden könnten. „Trotzdem können wir in dieser Situation nicht garantieren, dass alle Reisenden an ihr Ziel kommen“, heißt es seitens des Unternehmens. Wer trotzdem reisen will, sollte einen Sitzplatz reservieren, empfiehlt die Deutsche Bahn.

Fahrgäste, die nicht zwingend fahren müssen, werden darum gebeten, Reisen zwischen dem 11. und 12. August zu verschieben. Die Ticket-Gültigkeit werde ausgeweitet. Dafür gibt es ein Erstattungsformular für online gebuchte Tickets.

Ab heute dem 10. August um 15 Uhr gibt es eine kostenfreie Hotline: 08000 996633.

Schon beim letzten GDL-Lokführer-Streik vor sechs Jahren hatte man einen Notfahrplan erstellt, um zumindest den Betrieb mit Hängen und Würgen zu gewährleisten. Im Fernverkehr fuhren etwa ein Drittel der Züge auf den Gleisen, besonders auf den Hauptstrecken der Pendler und Reisenden vom Ruhrgebiet nach Osten sowie von Hamburg nach Süden.

Streik bei der Bahn: Das müssen Pendler und Reisen wissen

Falls der Streik Realität wird, können die Fahrgäste von geplanten Zugfahrten zurücktreten und sich den Fahrpreis erstatten lassen, wenn eine Verspätung von mehr als 60 Minuten zu erwarten ist. Wer trotzdem in den Zug steigt, für den gelten die üblichen Entschädigungsregeln: bei 60 Minuten Verspätung 25 Prozent des Fahrpreises, ab 120 Minuten 50 Prozent. Darüber hinaus gibt es noch einige Dinge, die Pendler und Reisende zum Bahnstreik wissen sollten, falls es am Ende wirklich zum äußersten kommt.

Aber noch ist es nur die Abstimmung in trockenen Tüchern, bis zum wirklichen Streik bei der Deutschen Bahn können sich beide Parteien vielleicht noch bewegen, was nicht nur für DB und GDL, sondern auch für Wirtschaft, Reisende und Pendler eine gute Nachricht wäre.

Gut sieht es jedoch nicht, da die Personenzüge am Mittwoch für zwei Tage auf dem Abstellgleis stehen. (mit Material der dpa) kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa | Boris Roessler

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