Sandsäcke und Pumpen müssen helfen

Regen ohne Ende in großen Teilen Niedersachsens

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Hannover - Helfer pumpen Keller leer, sperren Straßen und stapeln Sandsäcke an den Ufern von Bächen. Der pausenlose Regen hat am Dienstag in vielen Teilen Niedersachsens für Überschwemmungen gesorgt.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren über Stunden im Einsatz. Besonders stark betroffen waren Hildesheim, die Landkreise Holzminden und Hameln-Pyrmont, die Region Hannover und der Harz.

In Springe trat ein Bach im Ortsteil Eldagsen über die Ufer. „Da laufen reihenweise die Keller voll“, sagte Feuerwehrsprecher Stefan Quentin. Feuerwehrleute mussten immer wieder Keller auspumpen, weil das Wasser zum Teil gleich wieder nachdrückte. „Mit Sandsäcken werden an dem Bach jetzt Dämme errichtet“, erläuterte Quentin. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) reiste am Dienstag nach Springe, um sich über die Lage zu informieren und sich bei den Einsatzkräften für ihre Arbeit zu bedanken.

In Hildesheim drang in einem Betrieb Wasser durch das Hallendach und gefährdete die Produktion. In mehreren Stadtteilen liefen nach Angaben der Feuerwehr Keller voll, Straßen waren nicht mehr passierbar. In einem Reitverein mussten die Helfer die Pferde in Sicherheit vor den Wassermassen bringen. Die Stadt richtete ein Telefon für betroffene Bürger ein.

„Seit 24 Stunden Dauerregen“

Auch in den Landkreisen Holzminden und Hameln-Pyrmont verursachte der starke Regen Überschwemmungen. Flüsse traten über die Ufer, Straßen wurden überflutet. Nach Angaben der Regionalleitstelle gab es allein bis zum frühen Morgen rund 50 Einsätze. „Es nimmt weiter zu. Das Wasser steigt“, sagte Einsatzführer Jürgen Thiedau. „Seit 24 Stunden haben wir hier Dauerregen.“ Bis Mittag mussten er und seine Kollegen rund 20 Straßen sperren.

Dauerregen macht auch in Bad Harzburg den Einsatz von Sandsäcken notwendig.

Die Bauern bangen wegen des vielen Regens inzwischen um ihre Ernte. Wenn die Äcker nass seien, könnten sie den reifen Weizen und Raps nicht einbringen, sagte eine Sprecherin vom Bauernverband Landvolk. „Das zehrt an den Nerven, weil natürlich ganz viel Geld auf den Äckern steht.“ Nach Angaben der Landwirtschaftskammer knickt der Regen die Halme ab, lässt die Rapsschoten platzen und könnte die Qualität des Weizens mindern. Fachleute befürchten deshalb geringere Erträge.

Tief „Alfred“ sorgt für Nässe

Grund für den Dauerregen ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg das Tief „Alfred“, das sich langsam von Südpolen nach Norden verlagert. Bis Mittwochfrüh werde noch eine Menge Regen fallen, vor allem im südlichen Niedersachsen, sagte der Meteorologe Benedikt März. Aber auch für Teile des Landkreises Lüchow-Dannenberg und die Region Hannover gibt es eine Unwetterwarnung. Im Harz könnten von Montag bis Mittwoch mehr als 100 Liter pro Quadratmeter runter kommen.

Bereits am Dienstagmorgen waren nach Angaben der Polizei in Osterode und Echte Bäche über die Ufer getreten. In Bad Gandersheim musste eine Landstraße gesperrt werden. Zudem sagten dort die Veranstalter der Domfestspiele wegen der Unwetterwarnung am Dienstagabend eine Aufführung ab. Auch in Einbeck waren zwei Straßen nicht mehr zu befahren. Die eine stand unter Wasser, auf der anderen blockierte ein Baum die Fahrbahn.

dpa

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