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Das Ende der Negativzinsen? Sparkasse Hannover schafft voraussichtlich Strafzins ab

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Von: Marcel Prigge

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Die Sparkasse Hannover wird voraussichtlich ihren Umgang mit Negativzinsen lockern. Grund dafür ist eine anstehende Anpassung der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Weitere große Geldinstitute wollen dem Beispiel ebenfalls folgen.

Niedersachsen – Es gibt Hoffnung für Kunden der Sparkassen in Niedersachsen: Die Sparkasse Hannover hat angekündigt, den Umgang mit Negativzinsen zu lockern. Das ergab eine Umfrage des Verbraucherportals für private Finanzen Biallo. Auch andere große deutsche Banken, wie die Sparda West, wollen nachziehen.

Negativzinsen der Sparkasse Hannover: „Ist der Referenzzins bei null, so zahlen unsere Kunden auch kein Verwahrentgelt mehr“

Der Grund dafür ist eine anstehende Entscheidung über die künftige Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese gerät weiter unter Druck, den Leitzins anzuheben, um der Inflation entgegenzuwirken. Sollte eine Anpassung erfolgen, würden weitere große Geldhäuser dem Beispiel folgen – unter ihnen auch die Sparkasse in Hannover. „Ist der Referenzzins bei null, so zahlen unsere betroffenen Kundinnen und Kunden auch kein Verwahrentgelt mehr“, heißt es in der Umfrage vonseiten der Sparkasse.

Das Logo der Sparkasse über einem Eingang zum Unternehmenssitz der Sparkasse Hannover.
Ist das Ende der Negativzinsen in Sicht? Die Sparkasse Hannover würde bei einer Entscheidung der EZB die Zinsen lockern. (Symbolbild) © Lucas Bäuml/dpa

Entscheidung um Negativzins: Ab wann wird der Strafzins bei der Sparkasse Hannover abgeschafft?

Volkswirte gehen davon aus, dass angesichts der Rekordinflation die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank lockerer werden wird. Dabei gilt eine erste Zinserhöhung im Juli als zunehmend wahrscheinlich. Dann werden voraussichtlich auch die Banken und Sparkassen nachziehen. Derzeit müssen Banken 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Mehr und mehr Finanzexperten erwarten, dass die Notenbank in diesem Jahr in mehreren Schritten diesen negativen Einlagensatz auf null Prozent anheben wird.

Erste Banken lassen Negativzinsen fallen: auch Kunden der Sparda West können auf günstigere Zinsen hoffen

Wie die Auswertung des Verbraucherportals ergab, führt das deutschlandweit zu einem Umdenken der Banken. So können auch Kunden der Sparda West auf günstigere Zinsen hoffen. „Wir beobachten die Zinsentwicklung sehr genau. Aber erst wenn die EZB tatsächlich die Negativzinsen für Banken auf null setzt, werden wir genau prüfen, zu welchen Konsequenzen diese Entwicklung in unserem Kundengeschäft führen kann“, wird die Bank in der Umfrage zitiert. Zwar berechnet knapp jede zweite Bank Negativzinsen, trotzdem haben weitere Banken angekündigt, dem Beispiel der EZB zu folgen.

Banken, die laut Umfrage das Verwahrentgelt streichen könnten:

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Vor EZB-Entscheidung: ING Deutschland lockert ebenfalls Freibeträge

Aus der Erwartung heraus, dass die EZB ihre Zinspolitik ebenfalls anpasse, lockert auch die ING Deutschland, die laut eigenen Aussagen drittgrößte Bank in Deutschland. In einer Mitteilung erklärt die Bank am Dienstag, dass sie zum 1. Juli „die Freibeträge für Guthaben auf Giro- und Extra-Konten von derzeit 50.000 auf 500.000 Euro pro Konto“ heraufsetzen will. Der Grund: Man wolle „die positive Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten und die zuversichtliche Markterwartung frühzeitig“ an die Kunden der Banken und Sparkassen weiter geben.

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