35-Jähriger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Braunschweig - Der Angeklagte bestritt die Taten. Das Gericht war sich sicher und verurteilte den 35-Jährigen wegen heimtückischen Mordes und Mordversuchs zu lebenslanger Haft. Die beiden schlafenden Opfer hätten keine Chance gehabt.

In einem Indizienprozess ist ein 35 Jahre alter Angeklagter wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Auffassung des Braunschweiger Landgerichts hat der Mann im Januar nach einem Trinkgelage einem schlafenden 51-Jährigen die Kehle durchgeschnitten. Bei einem 54 Jahre alten Mann sei der Versuch gescheitert. „Dieser Fall gehört mit zu den schlimmsten Taten, die die Kammer hier bisher zu entscheiden hatte“, sagte der Vorsitzende Richter Ralf-Michael Polomski am Montag.

Der Angeklagte hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Nach Abschluss der Beweisaufnahme komme nur der 35-Jährige als Täter infrage - dass hätten die ermittelten Indizien klar ergeben, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. „Es sind drei Menschen drin, einer ist tot, einer überlebt schwer verletzt und der andere verlässt unverletzt die Wohnung ...“ Das Urteil könne nur sein: lebenslange Haft wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Auch die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslängliche Freiheitsstrafe gefordert. Der jetzt Verurteilte hatte wenige Wochen nach der blutigen Tat einen 77-Jährigen mit einem Messer attackiert. Nur weil dieser geistesgegenwärtig reagierte, hatte dieser den Angriff von hinten nur leicht verletzt überlebt. Diese erneute Tat hatte die Ermittler auf die Spur des 35-Jährigen gebracht. „Wer einen alten Mann so hinterhältig überfällt, dem traut man alles zu“, sagte Richter Polomski.

Besonders belastend für den Angeklagten seien die Blutspuren der beiden ersten Opfer an den Schuhen gewesen. Bezüglich der Schuldfähigkeit folgte das Gericht der Einschätzung des Gutachters. Trotz des nicht unerheblichen Alkoholkonsums, könne bei dem Angeklagten nicht von einer eingeschränkten Steuerungsfähigkeit ausgegangen werden. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Lediglich für den Messerangriff auf einen 77-Jährigen sei er wegen Körperverletzung zu verurteilen. Ihr bleibt jetzt das Rechtsmittel der Revision. dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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