Oxford Universität

Corona-Langzeitstudie: Hirnschäden und Schlaganfall-Risiko bei Genesenen?

Scan eines Gehirns.
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Laut einer Studie von Forschern der Oxford Universität könnte eine Corona-Infektion die Gefahr erhöhen, an Demenz zu erkranken. (Symbolbild)

Laut einer neuen Langzeitstudie der Oxford Universität kann eine Corona-Erkrankung Hirnschäden und Schlafanfälle begünstigen.

Oxford – Beunruhigende Nachrichten: Einer neuen Studie von Forschern der englischen Oxford Universität zufolge deutet alles darauf hin, dass Patienten, die eine Corona-Erkrankung durchgemacht und überlebt haben, einen Verlust an grauer Hirnsubstanz erleiden können. Zuerst berichtete der Business Insider Deutschland darüber. Die Ergebnisse der Studie basieren auf Zahlen aus der UK Biobank. Dort konnten die Forscher um Studienleiter Gwenaëlle Douaud unter anderem auf 40.000 Gehirnscans von Freiwilligen aus Corona-Zeiten zurückgreifen.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:weltweit
Bisher in Deutschland zugelassene Impfstoffe:Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson

Wie der Business Insider berichtet, hatten sich die Forscher von diesen 40.000 Freiwilligen 782 für einen erneuten Scan eingeladen. Von diesen 782 Freiwilligen hatten 394 in der Zwischenzeit eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht. Beim Vergleich der Scans von Gesunden und Genesenen fiel den Forschern eine signifikante Veränderung in der Hirnsubstanz auf. Konkret wurde ein Verlust der grauen Substanz in bestimmten Hirnregionen identifiziert.

Verlust an grauer Hirn-Substanz: Erhöht eine Covid-Infektion die Gefahr, an Demenz zu erkranken?

Die Autoren schreiben: „Unsere Befunde zeigen ganz klar einen Verlust an grauer Substanz in den limbischen und den kortikalen Arealen, die direkt mit dem primären olfaktorischen (Geruch) und gustatorischen (Geschmack) System verbunden sind.“ Diese Bereiche des Gehirns haben mit der Wahrnehmung von Sinnen wie Geruch und Geschmack zu tun. Deren Verlust ist eines der am meisten beobachteten Symptome einer Corona-Infektion.

Die graue Substanz im Gehirn ist Teil des zentralen Nervensystems und steuert im Wesentlichen alle Funktionen des Gehirns. Sie besteht vor allem aus Nervenzellkörpern und ermöglicht einem Menschen seine Bewegungen, aber auch Gedächtnis und Emotionen zu kontrollieren. Ein Verlust könnte die Funktionsweise und Kommunikationsfähigkeit der Nervenzellen beeinflussen. Die Studie legt auch nahe, dass ein Verlust der grauen Substanz in gedächtnisrelevanten Regionen des Gehirns „wiederum das Risiko erhöhen kann, längerfristig eine Demenz zu entwickeln“, wie die Forscher schreiben.

Neue Corona-Studie: Neben dem Verlust von grauer Hirnsubstanz können Komplikationen wie Schlaganfälle auftreten

Diese Ergebnisse entsprechen einer Studie, die 2020 in der Fachzeitschrift „Lancet Psychiatry“ veröffentlicht wurde. Demnach können schwere Infektionen mit Covid-19 das Gehirn schädigen und zu langfristigen Komplikationen wie Schlaganfällen oder demenzähnlichen Symptomen führen. Jedoch weisen die Autoren darauf hin, dass mehr Daten benötigt werden, um die Auswirkungen von Covid-19 auf die Gesundheit des Gehirns angemessen beurteilen zu können. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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