Testwoche vor Ostern

Corona: Schnelltest, Selbsttest, PCR - Was ist was?

Seit kurzem sind in Deutschland Corona-Selbsttests zugelassen. Dann wird der Platz zwischen Laptop und Locher zum Home-Labor. Was können die unterschiedlichen Tests und welche benötige ich wofür?

Um möglichst schnell aus dem Lockdown zu kommen, setzen die Politiker auf zwei Säulen: Impfen und Testen. Gerade das häufige Testen werde vermutlich zunächst die Fallzahlen in die Höhe treiben, doch „mittelfristig wird eine hohe Zahl von Testungen dann auch wieder zu einer Absenkung der Inzidenzzahlen führen“, sagte Nieersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Der Vorteil von Selbst- oder Schnelltest ist, dass es Ergebnisse in einigen Minuten ohne Labor gibt.

BundeslandNiedersachsen
HauptstadtHannover
GesundheitsministerinDaniela Behrens (SPD)
KultusministerGrand Hendrik Tonne (SPD)

Bislang haben sieben Selbsttests (Stand 8. März) die notwendige Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Behörde hat dafür in erster Linie nachgeprüft, ob auch Menschen ohne medizinische Fachkenntnisse die Corona-Tests korrekt anwenden können. Sie werden in Apotheken, Internet oder im Supermarkt verkauft. Auf der BfArM-Seite gibt es eine stetig aktualisierte Liste.

Was ist ein Corona-Selbsttest für Laien?

Selbsttests können ohne medizinische Vorkenntnisse von Privatpersonen durchgeführt werden. Zudem erfolgt die Probeentnahme im Gegensatz zu Schnelltests nur aus dem vorderen Bereich der Naseninnenwand. Der Tupfer sollte ganz langsam und gerade in die Nase eingeführt werden, rät der HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing - und zwar flach in Richtung des Gehörgangbodens. „Keinesfalls am Nasenrücken in Richtung Stirn schieben“, sagt der Mediziner.

Selbsttests sind allerdings fehlerbehaftet und daher keine Garantie und schon gar kein Freifahrtschein. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es beginnt schon bei der Probenentnahme. Diese wird vom Laien genommen. Hier verlangen die sieben bisher sonderzugelassenen Tests allesamt einen Nasenabstrich. In Zukunft könnten auch andere Modelle wie Gurgeln hinzukommen. Jeder Test ist immer nur eine Momentaufnahme. Schlussendlich können die Tests auch ein fehlerhaftes Ergebnis in beiden Richtungen liefern, also positiv wie negativ.

Corona-Schnelltests zum Selbstdurchführen sind seit einigen Tagen in Deutschland zugelassen.

Selbsttests können zusätzliche Sicherheit in konkreten Situationen im Alltag geben – etwa bei einem privaten Besuch, im Büro oder perspektivisch vor einem Konzert- oder Kinobesuch. Ein positives Testergebnis muss durch einen PCR-Test sowie die ärztliche Beurteilung abgeklärt werden. Als erste Maßnahme sollte sich die betroffene Person allerdings isolieren. Selbst bei einem negativen Ergebnis müssen die aktuellen AHA-Regeln beachtet werden.

Niedersachsen plant in der letzten Schulwoche vor den Osterferien eine Testwoche anzubieten. Unter Anleitung der Lehrkräfte sollen Schüler einen Selbsttest durchführen und damit den Umgang lernen.

Corona-Schnelltest für alle Bürger

Geplant war, dass der Bund allen Bürgern mindestens einen Schnelltest pro Woche bezahlt. Das hatten Bund und Länder bei ihrem jüngsten Treffen vereinbart. Tatsächlich sind die Tests an diesem Montag aber noch nicht überall durchgängig verfügbar.

Im Gegensatz zum Selbsttest müssen Schnelltests von geschulten Personen durchgeführt werden, und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen müssen dabei berücksichtigt werden. Hierbei kommt es insbesondere auf die korrekte Durchführung des Nasen- oder Rachenabstrichs an. Wird der Abstrich fehlerhaft durchgeführt, kann das Ergebnis des Schnelltests verfälscht sein.

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Die Schnelltests nutzen die gleiche Methode wie PCR-Tests, allerdings deutlich vereinfacht. Daher sind sie etwas ungenauer. Sie können unabhängig von Laboren durchgeführt werden und können deshalb flexibel eingesetzt werden. Das Ergebnis liegt nach rund 15 Minuten vor. Ein großes Einsatzgebiet sind beispielsweise Arztpraxen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime.

PCR-Test bringt die besten Ergebnisse

PCR steht für die englische Bezeichnung Polymerase Chain Reaction, auf deutsch Polymerasekettenreaktion. Entwickelt wurde sie 1983 von Kary Mullis. PCR-Tests dienen dem direkten Erregernachweis, die Proben werden ausschließlich in Laboren analysiert. Sie gelten als sogenannter „Goldstandard“. Sie sind der finale Test, wenn bei den anderen Tests ein positives Ergebnis angezeigt wird.

Der Test beurteilt den Ist-Zustand, kann also innerhalb weniger Tage unterschiedliche Ergebnisse bringen.

Ein PCR-Test ist eine Voraussetzung um eine Kreuzfahrt zu machen. Tui „Mein Schiff“ hat die Testung bereits in den Reisepreis inkludiert. Aida setzt ebenfalls auf die PCR-Testung. Costa setzt auf Antigenabstrich-Tests vor der Einschiffung. awt/dpa *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © DPA

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