Inzidenz sinkt weiter

Coronavirus in Niedersachsen: Impfungen laufen trotz Wintereinbruch weiter

Der Kampf gegen das Coronavirus geht weiter: Die 7-Tages-Inzidenz in Niedersachsen sinkt am Sonntag erneut. Doch ein Ausbruch in einem Pflegeheim wird gemeldet - trotz erfolgter Impfung.

  • Diese Woche wollen Bund und Länder entscheiden, ob der strenge Lockdown gelockert wird.
  • Die 7-Tage-Inzidenz in Niedersachsen fällt leicht auf 70,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.
  • Niedersachsen hat 33.600 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs erhalten.

Dieser Coronavirus-Ticker für Niedersachsen ist beendet und wird hier weitergeführt.

Update vom 8. Februar, 08:46 Uhr: Wegen des Wintereinbruchs fällt in zahlreichen Kreisen und Städten in Niedersachsen am Montag der Präsenzunterricht an allgemein- und berufsbildenden Schulen aus. Das Homeschooling bleibe von der Absage des Präsenzunterrichts aber unberührt, teilten die Kommunen mit. Als Grund für den Schulausfall führte etwa die Region Hannover zum einen an, dass der Schülertransport angesichts der Witterung nicht sichergestellt sei. Zum anderen solle vermieden werden, dass Lerngruppen in Schulen größer werden, falls einzelne Lehrkräfte die Einrichtungen nicht erreichen könnten. (dpa)

Am Montag finden trotz des massiven Wintereinbruchs Impfungen gegen das Coronavirus im gemeinsamen Impfzentrum der Stadt und der Region Hannover statt. Impftermine können aber im Notfall um einen Tag verschoben werden, wie die Stadt Hannover am Sonntagabend mitteilte. Wer eine Terminbestätigung erhalten habe, aber aufgrund der Witterung nicht zum Impfzentrum anreisen könne, erhalte demnach die Möglichkeit, auch am Dienstag zur gleichen vereinbarten Uhrzeit geimpft zu werden. (dpa)

Ausbruch in Pflegeheim - Infektion trotz Impfung

Update vom 7. Februar, 15:50 Uhr: Aus Belm (Landkreis Osnabrück) wird ein Coronavirus-Ausbruch in einem Pflegeheim gemeldet. Insgesamt 14 Bewohner seien mit der Coronavirus-Variante B 1.1.7 aus Großbritannien infiziert, teilte der Landkreis am Sonntag mit. Brisant ist, dass die Bewohner bereits am 25. Januar ihre zweite Corona-Impfung erhalten hatten. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien sind unter Quarantäne gestellt worden. Bislang gebe es lediglich asymptomatische beziehungsweise leichte Covid-19-Verläufe. Der Grund dafür könnte die Wirksamkeit des Impfstoffes von Biontech/Pfizer sein, erklärte ein Sprecher des Landkreises. Aufgefallen war der Ausbruch durch einen positiven Befund bei den täglichen Schnelltests der Mitarbeiter. (jdw)

Update vom 7. Februar, 11.05 Uhr: Am Sonntag meldet das Niedersächsische Landesgesundheitsamt 899 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Damit sinkt die 7-Tages-Inzidenz leicht auf 70,3 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner, die Zahl der Gesamtfälle liegt nun bei 148.402. Zum Vortag sind 14 weitere Personen an dem Coronavirus gestorben, damit gab es nun insgesamt 3578 Todesfälle mit dem Coronavirus in Niedersachsen.

Coronavirus in NiedersachsenStand: 7. Februar 2021, 9 Uhr, NLGA
Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb eines Tages:899 / gesamt: 148.402
Gestorbene Personen:14 /gesamt: 3578
7-Tage-Inzidenz:70,3 (-0,7)
Genesene:985 / gesamt: 130.776

Corona-Pandemie in Niedersachsen: Erster Impfstoff von Astrazeneca angekommen

Update vom 6. Februar, 15:48 Uhr: Die erste Lieferung des Astrazeneca-Impfstoffs ist in einer Bundeswehr-Apotheke in Niedersachsen bereits am Freitag angekommen, wie der NDR berichtet. Insgesamt handele es sich um 346.000 Dosen für Deutschland, davon seien 33.600 Dosen für Niedersachsen bestimmt. Sie werden am Samstag und Montag in die Bundesländer transportiert. Diese Lieferung soll an Beschäftigte von ambulanten Pflegediensten, Tagespflegeeinrichtungen, Mitarbeiter und Ehrenamtliche von Hospizen und Personal im Rettungsdienst verimpft werden.

Die erste Lieferung des AstraZeneca-Impfstoffes ist in Niedersachsen angekommen. 33.600 Dosen sind des zu Beginn an der Zahl.

Unterdessen hat das Land Niedersachsen neben der telefonischen Warteliste für Corona-Schutzimpfungen auch eine Online-Warteliste eingeführt. So soll das hohe Anrufaufkommen an der Hotline entlastet werden. Die Hotline ist montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr unter der kostenfreien Nummer 0800/99 88 665 erreichbar. Das Portal ist unter www.impfportal-niedersachsen.de zu finden. (jdw)

Update vom 6. Februar, 11:15 Uhr: Das Land Niedersachsen meldet am Samstagmorgen 956 neue Coronavirus-Infektionen. Insgesamt 48 Menschen mit der Erkrankung Covid-19 sind innerhalb eines Tages gestorben, während der gesamten Pandemie steigt diese Zahl nun auf 3564 Todesfälle. Der 7-Tage-Inzidenzwert fällt leicht von 72,9 am Freitagmorgen auf 71,0 am Samstag. Die am stärksten betroffenen Landkreise in Niedersachsen sind Uelzen (Inzidenz: 173,2), Nienburg (161,5) und Vechta (173,7). In Uelzen betrug der Wert am Freitag noch 204,6. (jdw)

Corona in Niedersachsen: Elf Kinder mit Covid-19 werden in Krankenhäusern behandelt

Update vom 5. Februar, 15:04 Uhr: Insgesamt elf mit dem Coronavirus erkrankte Kinder werden aktuell in niedersächsischen Krankenhäusern behandelt. Wie das Landesgesundheitsamt am Freitag in Hannover mitteilte, befanden sich zehn Kinder auf einer Normalstation, eines auf einer Intensivstation.

Der aktuelle 7-Tage-R-Wert für Niedersachsen lag bei 0,86. Am Donnerstag betrug er noch 0,82. Der Wert gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person in diesem Zeitraum im Durchschnitt angesteckt hat.

Inzidenz-Wert in Niedersachsen leicht gesunken

Die 7-Tage-Inzidenz in Niedersachsen sank im Vergleich zum Vortag leicht von 73,2 auf 72,9. Diese Zahl gibt an, wie viele Menschen von 100 000 sich innerhalb einer Woche mit dem Corona-Virus infiziert haben.

Den höchsten Inzidenzwert im Land gab es am Freitag im Landkreis Uelzen mit 204,6; am Vortag lag er noch bei 225,1.

Update vom 5. Februar, 13:57 Uhr: Der Landesschülerrat hat angesichts der Corona-Epidemie eine Absage der Abitur- und Abschlussprüfungen gefordert. Bei geschlossenen Bibliotheken und den Kontaktverboten könnten Schülerinnen und Schüler sich nicht in Lerngruppen vorbereiten, sagte der Schülerratsvorsitzende Florian Reetz am Freitag in Hannover.

Technische Probleme behinderten das Distanzlernen, dazu kämen psychische Probleme sowie ungleiche Lernbedingungen in den Familien. Die Abschlüsse sollten auf der Basis der bisherigen Noten vergeben und für die Abiturienten bis zum Ende des Schuljahrs Unterricht zum Nachholen des während der Epidemie versäumten Stoffs angeboten werden.

Kurswechsel in Niedersachsen: Auf Abiturprüfungen soll verzichtet und dafür eine Durchschnittsnote gebildet werden.

Update vom 5. Februar, 7:39 Uhr: Die Infektionszahlen sinken. Nächste Woche wollen Bund und Länder entscheiden, ob der strenge Lockdown gelockert wird. Doch die Kanzlerin lehnt eine Festlegung ab. Ihr fehlen noch Informationen. Sie warnte vor „falschen Hoffnungen“.

Bei dem Treffen soll entschieden werden, ob der bislang bis zum 14. Februar befristete Lockdown verlängert wird. Noch zuvor will das Robert Koch-Institut (RKI) nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ergebnisse vorlegen, wie stark sich die Virus-Mutationen in Deutschland verbreitet haben. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante gilt als besonders ansteckend. An diesem Freitag wollen sich Spahn, RKI-Chef Lothar Wieler und der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, zur aktuellen Lage äußern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich kommende Woche mit den Ministerpräsidenten über den derzeitigen Lockdown beraten.

Merkel vertrat die Ansicht, der Scheitelpunkt der zweiten Welle sei überschritten. Die Infektionszahlen gingen deutlich herunter, es werde immer mehr geimpft. Allerdings seien Zielwerte noch nicht erreicht. Man wolle am Mittwoch eine Entscheidung, die auch für die Wirtschaft gut sei. «Wenig Infektionszahlen bedeuten auch eine bessere Situation für die Wirtschaft. Das haben alle Untersuchungen gezeigt.»

Update vom 4. Februar, 13:50 Uhr: Der Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca kann in Niedersachsen voraussichtlich in der kommenden Woche erstmals eingesetzt werden. An diesem Samstag wird eine erste Lieferung von 33 600 Impfdosen erwartet, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag in Hannover. In den darauffolgenden beiden Wochen sollen je 38 400 Dosen geliefert werden, in der letzten Februarwoche dann 96 000 Impfdosen.

Nach den Impfstoffen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna ist der von Astrazeneca der dritte, der in Niedersachsen zur Anwendung kommt. Die EU-Kommission hatte vergangenen Freitag den Impfstoff von Astrazeneca zugelassen.

Update vom 4. Februar, 14:13 Uhr: Mehrere Landkreise in Niedersachsen haben ihren Ärger über Impftouristen geäußert. Im Heidekreis habe sich jüngst ein Mensch aus Nordrhein-Westfalen impfen lassen wollen, sagte Sprecher Andreas Pütz am Donnerstag. Tatsächlich sei der Termin inzwischen storniert worden, ergänzte Pütz. Ob der Mensch aus NRW den Termin selbst gestrichen hat, konnte das Impfzentrum nicht rekonstruieren.

Update vom 4. Februar, 12:36 Uhr: Inzwischen sind in Niedersachsen 166 Fälle von Coronavirus-Mutationen nachgewiesen worden, so auch in Hamburg wie 24hamburg.de* berichtet. Nach Informationen des Landesgesundheitsamtes ging es in 97 Fällen um die britische und in einem Fall um die südafrikanische Variante, wie das Sozialministerium am Donnerstag in Hannover mitteilte. In 68 Fällen konnten die Varianten noch nicht näher identifiziert werden. Eine repräsentative flächendeckende Untersuchung zu Virusvarianten gibt es in Niedersachsen noch nicht, sie soll aber in Kürze beginnen. Eine Zuordnung der Infektionen mit einer Virusvariante zu Landkreisen und Städten war nach Ministeriumsangaben nicht möglich. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Update vom 3. Februar, 21:59 Uhr: Die in Großbritannien entdeckte Corona-Mutation B.1.1.7 ist nun auch im Osnabrücker Land nachgewiesen worden. Betroffen seien eine 41-jährige Frau aus Osnabrück und ein 40-jähriger Mann aus Melle, teilte der Landkreis Osnabrück am Mittwochabend mit.

Britische Corona-Variante im Osnabrücker Land nachgewiesen

Bei ihnen müsse mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ von einer Infektion ausgegangen werden. In beiden Fällen sei die Zahl der Kontakte gering.

Die bisher vor allem in Großbritannien aufgetretene Virus-Variante B.1.1.7 ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Ob sie auch tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen. Der erste Fall in Niedersachsen war Ende Dezember öffentlich geworden.

Update vom 3. Februar, 14:34 Uhr: Die Warteliste für die Corona-Impftermine in Niedersachsen wird immer länger. Am Mittwoch standen bereits 37 094 Menschen darauf, knapp 13 000 mehr als am Tag zuvor, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am frühen Nachmittag sagte. Etwa 11 450 Senioren hatten bis zu dem Zeitpunkt ihre Impftermine bekommen, das sind nur rund 200 mehr als am Vortag.

Die Terminvergabe für Personen, die 80 Jahre und älter sind, ist per Telefon und online möglich. Auf die Warteliste können sich die Impfwilligen bisher allerdings nur telefonisch setzen lassen. Von Freitag an soll diese Möglichkeit auch im Internet unter impfportal-niedersachsen.de bestehen.

Senioren warten in einer Impfstraße des Impfzentrums auf dem Messegelände in Hannover. Wegen der Impfstoff-Knappheit sind im Impfzentrum nur vier von acht Impfstraßen in Betrieb.

Update vom 3. Februar, 17:58 Uhr: In Niedersachsen liegen weiter zwei Landkreise über dem als besonders kritisch erachteten Sieben-Tage-Wert von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Sowohl in Uelzen (233,8) als auch in Nienburg (208,4) gingen die Werte am Mittwoch aber etwas zurück, wie Daten des Landesgesundheitsamts zeigten.

Landesweit lag der Sieben-Tage-Wert bei 76,6 und damit noch weit entfernt von der 50er-Marke, die als wichtig für die Kontaktnachverfolgung gilt. Dem niedersächsischen Entwurf eines Stufenplans zufolge soll ab einem Wert unter 50 künftig eine Reihe von Lockerungen greifen, etwa für den Tourismus und den Einzelhandel.

144.390 Fälle in Niedersachsen, 16.230 Fälle in Bremen

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen im Land stieg um 1086 auf 144.390 Fälle. Das sind etwas weniger als am Mittwoch vor einer Woche, als 1170 Fälle hinzukamen. Die Zahl der mit oder an Corona Verstorbenen stieg um 51 auf 3398 Menschen.

Im Land Bremen stieg die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen innerhalb eines Tages um 105 auf 16 230 Fälle, die Zahl der Toten erhöhte sich um 5 auf 284. Der Sieben-Tage-Wert lag bei 80,5 in der Stadt Bremen und bei 113,0 in Bremerhaven.

Update vom 3. Februar, 16:28 Uhr: Schnüffelnd dem Coronavirus auf der Spur: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kann sich vorstellen, kleinere Veranstaltungen oder Restaurantbesuche mit Hilfe eigens trainierter Spürhunde sicherer zu machen.

„Es ist ein hochinteressantes Mittel, Menschen nach und nach zu kontrollieren.“

Stephan Weil (SPD), Niedersachsens Ministerpräsident

Auf Flughäfen oder an Grenzübergängen sei es vorstellbar, bei Großveranstaltungen aus seiner Sicht weniger. Weil informierte sich an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover über Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden.

Hunde als Pandemie-Helfer

Im Sommer 2020 hatte ein Forscherteam unter Leitung der Hochschule eine Studie veröffentlicht, für die Spürhunde der Bundeswehr auf Sars-CoV-2 trainiert worden waren. Nach achttägigem Training konnten die Hunde demnach von 1012 Speichel- oder Atemwegssekret-Proben 94 Prozent korrekt identifizieren.

Hunde wie der Cocker Spaniel Joe sind in der Lage Speichelproben von SARS-CoV-2-infizierter Menschen zu erkennen und könnten in Zukunft bei Veranstaltungen in Niedersachsen eingesetzt werden.

Update vom 2. Februar, 16.04 Uhr: Die Region Hannover hat mit einer Sondereinheit aus Ärzten und weiteren Experten auf eine Ausbreitung des mutierten CoronavirusB1.1.7“ reagiert. Eine Untersuchung habe ergeben, dass circa 50 Proben aus der Region die Virusmutation enthielten, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag. „Diese Zahl lässt keine Rückschlüsse auf die Gesamtzahl in der Region Hannover zu“, betonte Regionspräsident Hauke Jagau. Es handele sich nur um das Ergebnis aus einem Labor und einen Teil der Proben aus der Region, die in der vorigen Woche analysiert wurden.

Viele Labore seien derzeit dabei, ihre Verfahren umzustellen, um Mutationen erkennen zu können, sagte Jagau. Das neue Team solle in Fällen, in denen eine mutierte Virusvariante nachgewiesen ist, schneller eingreifen und ermitteln. In einem Fall weise alles darauf hin, dass ein Ehepaar sich im Urlaub in Dubai infiziert habe. Zudem sei vorbeugend eine Grundschule in Hannover für zunächst drei Tage geschlossen worden, weil es einen Nachweis bei einem Kind gegeben habe. Das mutierte Virus „B1.1.7“ gilt als deutlich infektiöser als die bisher in Deutschland verbreitete Form. (dpa)

Verwaltungsgericht Hannover entscheidet, Fitnessstudio darf an einzelne Kunden vermietet werden

Ein Fitnessstudio darf trotz der allgemeinen Corona-Schließung an einzelne Kunden untervermietet werden. Das Verwaltungsgericht Hannover entschied laut einer Mitteilung vom Dienstag zugunsten der Betreiberin eines Studios, die ein solches Geschäftskonzept ausgearbeitet hatte (Az.: 15 B 343/21). Weil das niedersächsische Sozialministerium auf eine erste Anfrage negativ reagierte, ging die Frau vor Gericht, um vor einem möglichen Verbot geschützt zu sein.

Ihrem Konzept nach soll das Studio für eine bestimmte Zeit nur von einer Person oder einem Haushalt genutzt werden. Zwischendurch werde gereinigt und desinfiziert. Das Fitnessstudio gelte damit als Anlage für Individualsport, der erlaubt sei. Das Gericht folgte dieser Auffassung. Der Gesetzgeber könne Fitnessstudios schließen, um die Zahl der Kontakte und das Infektionsrisiko zu senken. Das Risiko werde aber mit dem vorgelegten Hygienekonzept vermieden. (dpa)

Entwurf zu einem Stufenplan für Lockerungen der geltenden Beschränkungen vorgelegt

Update vom 2. Februar, 14.54 Uhr: Noch vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Kurs in der Corona-Krise hat Niedersachsen einen Entwurf zu einem Stufenplan zum Ausstieg aus den Beschränkungen vorgelegt. „Das ist ein Diskussionsentwurf, es wird auch eine politische Diskussion geben“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag. Der Plan beinhalte ebenso weitere Beschränkungen, falls sich die Lage verschlimmert. Bei einer möglichen weiteren Infektionswelle müsse härter als bislang durchgegriffen werden. „Wir sollten in Zukunft früher und energischer eingreifen, wenn die Infektionszahlen zunehmen.“

Das ist ein Diskussionsentwurf, es wird auch eine politische Diskussion geben“

Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsens (SPD) 

Der Stufenplan sieht allerdings keine regionalen Erleichterungen vor. Regionale Lockerungen seien insbesondere mit Blick auf den Einzelhandel oder die Gastronomie nicht sinnvoll, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag in Hannover. Selbst wenn in einer Stadt oder einem Landkreis die angestrebte Sieben-Tage-Inzidenz von 50 längere Zeit unterschritten werde, führten örtliche Lockerungen zu einem unerwünschten Tourismus in diese Region. Bei Kontaktbeschränkungen für private Treffen etwa stelle sich dies anders dar. (dpa)

Schulen sollen Anfang März wieder geöffnet werden - Hoffnung auch für Tourismusbranche

Niedersachsen möchte die Schulen für alle Klassen bei einer positiven Entwicklung der Corona-Infektionslage ab Anfang März wieder öffnen. Vier Wochen bis zum Beginn der Osterferien sollten die Schülerinnen und Schüler in geteilten Klassen unterrichtet werden, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag in Hannover an. Für eine Öffnung der Schulen müsse die angestrebte Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 noch nicht erreicht sein, entscheidend sei ein rückläufiger Trend

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat der Tourismusbranche und Reisenden Hoffnung für die kommende Urlaubssaison gemacht. Der Entwurf des Corona-Stufenplans sehe vor, dass touristische Übernachtungen bei einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von weniger als 50 möglich werden, erklärte der CDU-Politiker am Dienstag in Hannover. (dpa)

Änderungen für die Terminvergabe der Corona-Impfungen angekündigt

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hat einige Änderungen an der schleppenden Terminvergabe für die Corona-Impfungen angekündigt. So sollen Impfwillige von Freitag an die Möglichkeit haben, sich auch im Internet auf die Warteliste setzen zu lassen, wie die SPD-Politikerin am Dienstag sagte. Bisher geht das nur telefonisch. Außerdem können die Senioren nur noch das Impfzentrum im eigenen Landkreis nutzen, auch wenn das Zentrum eines benachbarten Kreises näher am Wohnort liegen sollte. Darüber hinaus sollen Paare in Zukunft gemeinsame Impftermine vereinbaren können.

Senioren warten in einer Impfstraße des Impfzentrums auf dem Messegelände in Hannover. Wegen der Impfstoff-Knappheit sind im Impfzentrum nur vier von acht Impfstraßen in Betrieb.

Reimann betonte, sie verstehe den Ärger derer, die auf einen Impftermin warten. Allerdings stehe bisher deutlich zu wenig Impfstoff für die rund 800.000 Impfberechtigten zur Verfügung. So erhalte Niedersachsen in nächster Zeit pro Woche nur 65.000 Impfdosen von Biontech und im ganzen Februar nur 26.400 Dosen von Moderna. (dpa)

Deutschland schickt Nothilfe am Mittwoch nach Portugal - Solidarität sei unverzichtbar

Update vom 2. Februar, 12.54 Uhr: „Das Coronavirus stellt uns alle vor Herausforderungen. Auch auf dem deutschen Gesundheitssystem lastet erheblicher Druck. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass gerade in diesen Zeiten Solidarität in Europa unverzichtbar ist“, hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag erklärt. Die Bundeswehr will die Nothilfe für das von der Corona-Pandemie schwer getroffene Portugal am Mittwoch mit zwei Flugzeugen nach Lissabon fliegen.

Die Maschinen für die 26 Männer und Frauen des Hilfsteams sowie ein Transportflugzeug für das Material sollen vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen aus starten. Unter den Soldaten sind acht Ärzte, wie die Bundeswehr mitteilte. „Wir helfen unseren Freunden in Portugal, die in einer besonders dramatischen Lage sind, mit deutschem sanitätsdienstlichem Personal und medizinischer Ausrüstung“, so die Verteidigungsministerin. (dpa)

Trotz der Corona-Krise ist die Zahl der Gewerbeanmeldungen in Niedersachsen leicht gestiegen. 2020 wurden bei den Gewerbeämtern 59.853 Anmeldungen abgegeben, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) am Dienstag in Hannover mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr handelt es demnach um einen Anstieg um 0,4 Prozent. (dpa)

Stephan Weil beurteilt Ergebnisse des Corona-Impf-Gipfels positiv - andere sind enttäuscht

Update vom 2. Februar, 10.19 Uhr: Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet am Dienstag einen Anstieg der Corona-Fälle um 377 auf die Gesamtzahl von 143.304. Die Zahl der Verstorbenen ist um 62 Personen auf insgesamt 3347 gestiegen. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei einem Wert von 77,7.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:143.304
Differenz zum Vortag:+377
Verstorbene:3347 (+62)
Sieben-Tage-Inzidenz:77,7
Stand und Quelle:2. Februar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Update vom 2. Februar, 08.36 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat den „Impf-Gipfel“ am Montag positiv bewertet. „Dieser erste Impf-Gipfel war eine sehr sinnvolle Zusammenkunft. Wir haben sehr offen und klar miteinander gesprochen“, sagte der SPD-Politiker nach den Beratungen von Bund, Ländern, Herstellern und EU-Vertretern. Die Vertreter der Pharmakonzerne hätten glaubhaft versichert, dass sie maximalen Einsatz in der Produktion der Impfstoffe zeigten. „Auch die Logistik ist entsprechend hochgefahren, alles was produziert wird, wird auch sofort vom Hof abgeholt und verteilt. Es bleibt allerdings dabei, dass wir vor allem im ersten Quartal viele Impfwünsche noch nicht erfüllen können, weil die Lieferungen dafür nicht ausreichen“, ergänzte Weil.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r.) und Michael Müller (SPD, l.), Regierender Bürgermeister von Berlin, sprechen beim „Impf-Gipfel“ im Bundeskanzleramt mit Sierk Pötting (Monitor), Finanzvorstand von Biontech, der per Video dazugeschaltet ist.

„Realistischerweise müssen wir deswegen davon ausgehen, dass es in dieser Anlaufphase immer wieder auch Probleme geben kann“, betonte er. Die zugesagten Liefermengen für das erste Quartal seien von der Industrie allerdings noch einmal bestätigt worden. Mit dem zweiten Quartal bestehe die begründete Hoffnung, dass sich die Liefermengen deutlich erhöhen werden. „Gegen Ende des dritten Quartals werden wir dann - da bin ich zuversichtlich - tatsächlich allen impfwilligen Menschen in Deutschland ein Impfangebot machen können“, sagte Weil. Auf dieser Grundlage werden Bund und Länder eine fortlaufende, gemeinsame Impfplanung auf den Weg bringen. „Wir wissen, wie wichtig eine erfolgreiche Impfkampagne für unsere Gesellschaft ist. Durch Impfungen können wir das Virus unschädlich machen und die Bürgerinnen und Bürger schützen. Dafür wollen wir sehr eng zusammenarbeiten.“

Vor allem die Kommunen hoffen nach dem „Impf-Gipfel“ auf mehr Planungssicherheit bei den Impfungen für die Bürger. Doch bis in den April hinein rechnet auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erst einmal noch mit „harten Wochen der Knappheit“ beim Impfstoff. Linke, FDP und Grüne zeigten sich enttäuscht von den Ergebnissen der Spitzengespräche von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern von Ländern, Pharmaindustrie und der EU-Kommission am Montag. Auch Vertreter der Länder zeigten sich unzufrieden. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach von einem durchwachsenen Ergebnis der Gespräche. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, meinte: „Die Bund-Länder-Konferenz war die Steigerung des Unverbindlichen.“ So komme Deutschland nicht aus der Pandemie heraus, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. (dpa)

Erste Impfzentren nehmen trotz der Lieferengpässe bei den Impfstoffen den Betrieb auf

Update vom 1. Februar, 15.43 Uhr: Trotz der Lieferengpässe bei den Impfstoffen haben die ersten Corona-Impfzentren in Niedersachsen ihren Betrieb aufgenommen. Am Montag wurden unter anderem auf dem Messegelände in Hannover die ersten Spritzen gesetzt. Das Impfzentrum auf dem Messegelände hat eine Kapazität von anfangs 450 Impfungen am Tag. Wenn es verlässlich mehr Impfstoff gebe, seien aber auch mehrere Tausend Impfungen am Tag möglich, sagte Regionspräsident Hauke Jagau (SPD). Er bezeichnete den Auftakt als „Licht am Ende eines Tunnels, der noch ganz schön lang sein wird“. (dpa)

Senioren stehen an Impfstraßen des Impfzentrums auf dem Messegelände. Wegen der Impfstoff-Knappheit sind im Impfzentrum nur vier von acht Impfstraßen in Betrieb. Am 1. Februar starten hier die Corona-Impfungen für Menschen im Alter von über 80 Jahren, die noch zu Hause leben.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat sich der Kritik an der Organisation der Corona-Impfungen durch das Sozialministerium angeschlossen, nicht aber der Forderung nach Entlassung von Ministerin Carola Reimann (SPD). „Wenn wir weiterhin erfolgreich durch die Krise kommen wollen, muss das besser organisiert sein“, sagte Althusmann am Montag in Hannover. Voraussetzung für den von der Regierung erarbeiteten Stufenplan mit der Möglichkeit von Lockerungen sei ein erfolgreiches Impfmanagement. „Dazu muss das Impfen jetzt straff durchgetaktet organisiert werden.“

Gegen einen Rauswurf von Reimann stellte sich auch Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg. „Es macht in der aktuellen Krise wenig Sinn, Schuldige zu suchen und ihre Entlassung zu fordern.“ Für das zuletzt chaotische und wenig Vertrauen erweckende Krisenmanagement der Landesregierung sei nicht eine einzelne Ministerin schuld. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder hatte sich bereits am Sonntag hinter die Ministerin gestellt und ihr ein verantwortungsbewusstes Handeln in der Krise attestiert. (dpa)

Ministerpräsident Stephan Weil kündigt einen Stufenplan für Lockerungen an

Update vom 1. Februar, 10.03 Uhr: Am heutigen Montag nehmen die ersten Corona-Impfzentren in Niedersachsen ihren Betrieb auf. Einige der Zentren hatten jedoch in den vergangenen Tagen bereits mitgeteilt, dass sie aufgrund des knappen Impfstoffes erst später als angekündigt starten können. Eine Übersicht, wann welcher Standort startet hat das Gesundheitsministerium aber nicht. Auf dem Messegelände in Hannover können jedoch ab heute bis zu 450 Menschen, sobald mehr Impfstoff da ist bis zu 1.000, geimpft werden. „Alle Menschen wünschen sich schnell eine Impfung, um wieder am Leben teilnehmen zu können, ohne Angst zu haben. Aber wir sind abhängig von der Produktion des Vakzins und werden Geduld brauchen“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau (SPD).

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:142.927
Differenz zum Vortag:+308
Verstorbene:3285 (+3)
Sieben-Tage-Inzidenz:78,0
Stand und Quelle:1. Februar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Update vom 1. Februar, 8 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat einen an den Infektionszahlen ausgerichteten Stufenplan für die Lockerung der Corona-Einschränkungen angekündigt. Ein entsprechendes Konzept stellte Weil am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“ vor. Das Konzept sei „eine Handreichung, kein Automatismus“, betonte er. „Aber es soll möglichst vielen Menschen ein Gefühl dafür geben, wie kann es denn sein, wenn wir bestimmte Fortschritte erreichen oder auch, wenn wir wieder Rückschläge erleiden.“

Dem Plan zufolge könnten zum Beispiel Wechselunterricht an den Schulen und uneingeschränkte Trauerfeiern wieder stattfinden, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche unter 100 sinke. Sinke der Wert unter 50, könnten Hotels und Gastronomie den Betrieb wieder aufnehmen, auch der Einzelhandel dürfte mit Hygienekonzepten öffnen, und an den Schulen könnte Präsenzunterricht stattfinden.

Coronavirus in Niedersachsen: Öffnung von Theater und Kinos in Aussicht

Bei einem Wert unter 25 dürften Theater und Kinos wieder öffnen, und 10 Personen aus zwei Haushalten könnten sich treffen. Sinke die Inzidenz unter zehn, wäre sogar eine Öffnung von Diskotheken mit Hygienekonzept denkbar. „Wir wollen auf dieser Grundlage entscheiden, landesweit“, sagte Weil mit Blick auf das Bundesland Niedersachsen. Er kündigte an, den Vorschlag auch in die kommenden Bund-Länder-Gespräche mit einzubringen. (dpa)

Update vom 31. Januar, 17.22 Uhr: Die oppositionelle FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag hat in einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Entlassung von Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) gefordert. „Meine Fraktion sieht mit großer Sorge, dass es im Verantwortungsbereich der Landesregierung in den letzten Wochen und Monaten zu schwerwiegenden Versäumnissen bei der Bewältigung der Corona-Krise gekommen ist“, steht in dem Schreiben des Vorsitzenden Stefan Birkner vom Sonntag.

Dazu zählt er unter anderem das Chaos um die Vergabe von Impfterminen an über 80-Jährige. „Neben dem verpatzten Impfstart im Dezember und dem nicht nachvollziehbaren Versand von Briefen mit Informationen zu den Impfungen mittels eines externen Dienstleisters wiegt besonders schwer, dass es bis heute nur unzureichend gelingt, die Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen effektiv zu schützen.“

In der Stadt lässt sich den Beschilderungen zum Messegelände folgen, um zum Impfzentrum zu gelangen.

Am Montag nehmen die ersten der 50 Impfzentren im Land die Arbeit auf. Frauen und Männer in Niedersachsen, die 80 Jahre und älter sind, können seit Donnerstag per Telefon oder im Internet einen Impftermin anfragen. Allerdings waren die meisten freien Termine schnell vergriffen. Angesichts der vielen Anrufe und Zugriffe erschwerten technische Probleme das Prozedere zusätzlich.

Ministerpräsident Stephan Weil fordert konkrete Strategie

Update vom 31. Januar, 13.46 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat vor dem Corona-Impf-Gipfel eine konkrete und realistische Strategie gefordert. „Ich erwarte, dass die Bundesregierung einen verlässlichen nationalen Impfplan vorlegt, auf den sich Länder und Kommunen dann entsprechend einstellen können“, sagte er einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge am Sonntag. „Ankündigungen, die anschließend fortlaufend geändert werden, erschweren Ländern und Kommunen die Arbeit und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger.“

Darüber hinaus müsse der Bund klare Wege aufzeigen, wie die Produktion von Impfstoffen beschleunigt werden könne - „indem beispielsweise andere Pharmaunternehmen mit ihren Produktionsstätten die Impfstoffhersteller unterstützen“. Insbesondere vor dem Hintergrund der sich zunehmend ausbreitenden Mutationen „müssen wir beim Impfen deutlich an Tempo zulegen“, sagte Weil. „Die Impfzentren stehen bereit, was fehlt ist ausreichender Impfstoff.“ Die für Montag angesetzten Beratungen sind eine Reaktion angesichts erheblicher Kritik am schleppenden Impfstart und der Produktionsprobleme bei einigen Herstellern. (dpa)

Update vom 31. Januar, 13.01 Uhr: Für den morgigen Montag ist ein Impf-Gipfel angesetzt, bei dem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über die derzeitige Impf-Lage beraten will. Nach Lieferschwierigkeiten, Problemen bei der Terminvergabe und der daraus resultierenden Kritik, fordern Politiker und Verbandsvertreter vom Corona-Impfgipfel mehr Klarheit über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare ImpfstoffeEU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht bereits am heutigen Sonntag mit den Vorstandschefs jener Hersteller, mit denen die EU Lieferverträge abgeschlossen hat. (dpa)

Politiker und Verbandsvertreter fordern vom Corona-Impfgipfel am Montag mehr Klarheit über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe.

Update vom 31. Januar, 10.53 Uhr:  Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) Meldet am Sonntag einen Anstieg der Corona-Fälle um 985 auf die Gesamtzahl von 142.619. Der aktuelle Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bei 78,7.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:142.619
Differenz zum Vortag:+985
Verstorbene:3282 (+15)
Sieben-Tage-Inzidenz:78,7
Stand und Quelle:31. Januar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Angesichts von hochansteckenden Corona-Mutationen fordern Erzieherinnen in Niedersachsen dringend bessere Schutzkonzepte für die Notbetreuung in Kitas. „Uns würden zum Beispiel eine längerfristige Planung und kleinere Gruppen helfen“, sagte Karen Barjenbruch, die in einer Kita in Twistringen im Landkreis Diepholz arbeitet. In einem Brief an Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) und andere Politiker schildert die 30-Jährige den Alltag mit 13 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren auf engstem Raum ohne Mindestabstand und meist ohne Maske.

Das niedersächsische Kultusministerium bleibt dabei, dass Kinder keine Infektionstreiber seien. Die Daten zu an Covid-19 erkrankten Personen und die Zahl der geschlossenen Einrichtungen bewegten sich konstant auf einem niedrigen Niveau, bekam Barjenbruch aus Hannover zur Antwort. Die Notbetreuung dürfen im zweiten Lockdown nicht nur Eltern in systemrelevanten Berufen nutzen. Freie Plätze sollen etwa mit Kindern mit erhöhtem Förderbedarf oder sonstigen Härtefällen aufgefüllt werden.

Die Einschränkungen in der Corona-Pandemie setzen Obdachlosen in Niedersachsen derzeit besonders zu. „Corona erschwert die ohnehin schwierige Situation für Betroffene im Winter“, sagt Sylke Heun vom Johanniter Landesverband. Die Hilfsorganisation zog jüngst eine sehr kritische Zwischenbilanz zur aktuellen Lage und den Einsätzen mit dem Johanniter-Kältebus. Viele Kommunen bauen ihre Hilfsangebote nun aus, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab. „Weniger Menschen in den Städten bedeuten für Wohnungslose weniger Möglichkeiten, an etwas Geld kommen“, sagte Michael Jacobson, der mit dem Johanniter-Kältebus eines von vielen Hilfsangeboten organisiert. Weil Cafés geschlossen sind, fehle der Unterschlupf zum Aufwärmen.

Vergabe der Impftermine für über 80-Jährige in Niedersachsen hat begonnen

Update vom 29. Januar, 9 Uhr: Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Coronavirus-Neuinfektionen hat der Landkreis Uelzen schärfere Einschränkungen für Alten- und Pflegeheime verfügt. Von Samstag an dürfen keine Besucher mehr in die Alten- und Pflegeheime. Zudem liegt es in der Verantwortung der Heime, bei allen Bewohnern dreimal pro Woche einen Schnelltest auf das Coronavirus durchzuführen.

Der Inzidenzwert, der die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, stieg am Donnerstag auf über 200 (Stand: 9.00 Uhr, Inzidenzwert: 207,8). Ein Grund sei eine starke Zunahme von Coronavirus-Infektionen in mehreren Alten- und Pflegeheimen, sagte Kreissprecher Martin Theine. 

Update vom 28. Januar, 16.55 Uhr: Hunderttausende Senioren können seit Donnerstagmorgen einen Corona-Impftermin vereinbaren. So weit die Theorie. Denn in der Praxis sind viel zu wenige Termine frei. Auch die Technik stößt an ihre Grenzen. Die Vergabe der Corona-Impftermine wird für die Senioren in Niedersachsen wie erwartet zum Geduldsspiel. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) erklärte, allein in der ersten Stunde der Terminvergabe von 8 bis 9 Uhr am Donnerstag seien mehr als 700.000 Anrufe und rund 120.000 Online-Zugriffe erfasst worden. Die Telefonleitungen waren überlastet. Anrufer berichteten von stundenlangen Schwierigkeiten, durchgestellt zu werden.

Dennoch soll jeder Impfberechtigte, der geimpft werden will, „in den nächsten Wochen“ auch einen Termin erhalten, wie Ministerin Reimann im Landtag versprach. „Die meisten nur nicht innerhalb der nächsten Tage.“ Angesichts des großen Andrangs warb sie um Verständnis.

Online waren binnen einer Stunde bereits alle dort angebotenen Termine ausgebucht - 4492 Termine für 2246 Impfberechtigte. Am Telefon erhielten bis zum Mittag rund 1400 Menschen ihre beiden Termine für die Erst- und Zweitimpfung. Insgesamt leben allerdings rund 550.000 Menschen über 80 Jahre in Niedersachsen.

Update vom 28. Januar, 16.46 Uhr: Die Corona-Beschränkungen sollen nach dem Entwurf eines Stufenplans der Landesregierung Niedersachsens ab dem Unterschreiten einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 gelockert werden. Handel, Restaurants sowie Theater und Kinos könnten wieder öffnen. Der Plan sieht eine Rücknahme der Beschränkungen in Etappen vor. Für eine Verschlimmerung der Lage beinhaltet der Stufenplan auch striktere Maßnahmen. Es handele sich um einen Diskussionsentwurf, über den die Landesregierung nach der nächsten Ministerpräsidenten-Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Februar entscheiden wolle, heißt es in einer Vorbemerkung der Staatskanzlei.

Der Plan reicht von Stufe 1 (Inzidenz unter 10), wo fast alles wieder möglich ist, über Stufe 2 (Inzidenz 10-25), Stufe 3 (Inzidenz 25-50), Stufe 4 (Inzidenz 50-100), Stufe 5 (Inzidenz 100-200) bis zur Stufe 6 (eskalierendes Infektionsgeschehen, Inzidenz über 200), in der so gut wie gar nichts mehr geht.

Aktuell befindet Niedersachsen sich mit einer Inzidenz von 82,5 am Donnerstag in Stufe 4. Abweichend von der aktuellen Corona-Verordnung sieht der Plan die Ausnahme von Kindern bis sechs Jahre von den Kontaktbeschränkungen vor, statt bisher bis drei Jahre. Außerdem ist eine Obergrenze von 100 Teilnehmern für Hochzeiten, Taufen und Trauerfeiern vorgesehen, bislang gab es dafür keine Beschränkung.

Update vom 27. Januar, 16.02 Uhr: Gut ein Drittel der niedersächsischen Familien mit Kita-Kindern empfindet die aktuelle Corona-Situation laut einer Umfrage als „belastend“. Fast 25 Prozent antworteten sogar mit „sehr belastend“ auf die Frage nach der derzeitigen Lage, wie die Landeselternvertretung (LEV) am Mittwoch mitteilte. An der Befragung nahmen nach LEV-Angaben vom 13. bis 22. Januar 9761 Eltern aus Niedersachsen teil. Auf die Frage, wie die Kinder mit der Kontaktbeschränkung klarkommen, seien erschreckend oft Worte wie „schlecht, traurig, Angst und Frust“ gefallen. „Hier wird unwahrscheinlich viel von den Familien geschultert, und dass ohne eine Perspektive auf Besserung“, sagte die LEV-Vorsitzende Christine Heymann-Splinter. „Die Eltern signalisieren uns ganz klar, dass sie mit Ihren Kräften am Ende sind.“

Als erfreulich bezeichnet die Elternvertretung aber, dass sich der Kontakt zu den Kindern durch die Einrichtungen deutlich verbessert habe. Während im ersten Lockdown noch 25 Prozent der Eltern angegeben hätten, dass kaum bis gar kein Kontakt zur Kita bestehe, seien es im zweiten Lockdown nur noch knapp 9 Prozent.

Update vom 27. Januar, 13.50 Uhr: Unter den Senioren wächst der Unmut über die Organisation der Corona-Impfungen in Niedersachsen. Viele ältere Menschen seien mit der Anmeldung für die Termine über eine Telefonhotline oder das Internet überfordert, sagte die Vorsitzende des Landesseniorenrats, Ilka Dirnberger, am Mittwoch. Jeden Tag bekomme sie 30 bis 40 Mails von Mitgliedern, die sich beschweren. „Es brodelt“, sagte Dirnberger. „Die sind echt verärgert und erbost.“

Der Landesseniorenrat fordert eine Beteiligung im niedersächsischen Krisenstab. Schließlich gehe es bei den Impfberechtigten bisher vorrangig um ältere Menschen. Zwei Mal bereits habe der Rat einen Brief mit Vorschlägen für eine bessere Einbindung der Älteren an die Landesregierung gerichtet. Eine Antwort gebe es bisher aber nicht. Dirnberger betonte, dass sie Verständnis dafür habe, dass derzeit der Impfstoff knapp ist. Das Land müsse aber auch auf die Menschen zugehen, die nicht ins Internet gehen oder es nicht lange in einer Warteschleife der Hotline aushalten.

Update vom 27. Januar, 10.41 Uhr: Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet am Mittwoch einen Anstieg der bestätigten Coronafälle um 1170 im Vergleich zum Vortag auf die Gesamtzahl von 138.191. 81 weitere Personen sind verstorben, womit die Zahl der Todesfälle auf 3125 steigt. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bei 82,3.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:\t138.191
Differenz zum Vortag:+1170
Verstorbene:3125 (+81)
Sieben-Tage-Inzidenz:82,3
Stand und Quelle:27. Januar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Update vom 27. Januar, 08.53 Uhr: Angesicht der aktuellen Corona-Lage herrscht bei der Planung der großen Sommerfestivals Unsicherheit. „Wir müssen auch abwarten, wie sich die Infektionszahlen und die Verfügbarkeit der Impfstoffe entwickeln, sagt Stephan Thanscheidt vom Veranstalter FKP Scorpio. Der Veranstalter organisiert das „Hurricane“ in Scheeßel und das „Southside“ in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg, das vom 18. bis 20. Juni geplant ist. „Es herrscht derzeit große Unsicherheit in der Branche“, sagt der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow. „Für die Sommerfestivals werden wir spätestens bis Mitte März Entscheidungen benötigen, in welcher Form sie stattfinden können, weil sie eine Mindestzeit zur Vorbereitung benötigen.“ (dpa)

Niedersachsens Justizministerin befürchtet mehr Radikalisierung im Internet durch die Corona-Krise

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza befürchtet, dass sich mehr Menschen in der Corona-Krise im Internet radikalisieren könnten. „Da hat sich in den letzten Monaten viel getan, das uns Sorge bereitet“, sagte die CDU-Politikerin im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auf verschiedenen Plattformen paarten sich Verschwörungstheorien, Hassreden und extremistische Ideen. Hinzu komme wegen der Kontaktbeschränkungen die zunehmende Isolierung auch der Menschen, die für Extremismus empfänglich seien. Schon vor Corona hätten sich sehr viele Täter - seien es Islamisten oder Rechtsextremisten - autark über das Internet radikalisiert, sagte Havliza.

Die Justizministerin betonte die Bedeutung von Präventionsprogrammen, die sich derzeit gezwungenermaßen weitgehend in den digitalen Raum verlagern müssen. Dabei will die Landesregierung neben Islamismus und Rechtsextremismus auch den Linksextremismus verstärkt in den Blick nehmen. In diesem Jahr fließen unter anderem 65.000 Euro in ein Projekt, das Pädagogen helfen soll, demokratiefeindliche Einstellungen frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Auch Polizisten sollen in dieser Hinsicht geschult werden. „Man darf keinen Extremismus-Bereich aus den Augen lassen und verlieren“, betonte Havliza. (dpa)

Krisenstab erwartet Ansturm auf die Hotline zur Impf-Termin-Vergabe

Die Polizeigewerkschaft (DPolG) in Niedersachsen hat die Forderung bekräftigt, Corona-Erkrankungen als Berufskrankheit anzuerkennen. Die Landesvertretung habe dazu einen Dringlichkeitsantrag beim Bundeskongress eingebracht. Mit einem Schreiben an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) fordere die Gewerkschaft, Covid-19-Erkrankungen bei Beamten einem Dienstunfall gleichzustellen. Ziel ist es nach Gewerkschaftsangaben, Betroffene und Angehörige abzusichern, wenn es um versorgungsrechtliche Folgen gehe.  (dpa)

Die neue Coronavirus-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien ist erstmals auch im Nachbar-Bundesland Bremen nachgewiesen worden. Wie das Bremer Gesundheitsressort mitteilte, seien am Montag je ein Fall in Bremen und in Bremerhaven gemeldet worden. Bei der infizierten Person in Bremerhaven handelt es sich laut Gesundheitsressort um die Kontaktperson einer Reiserückkehrerin aus Großbritannien. (dpa)

Die Anmeldung für die Corona-Impfungen in Niedersachsen startet am morgigen Donnerstag. Sie ist per Telefon und online möglich. Weil der Impfstoff knapp ist, werde es zu Beginn allerdings nur wenige Termine geben, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, am Dienstag in Hannover. „Die allermeisten Anrufer werden nur auf die Warteliste gesetzt werden können“, sagte Scholz. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Hotline dem Ansturm am Anfang nicht gewachsen sein wird.“ Bei der Online-Terminvergabe erwartet der Krisenstab tendenziell weniger Probleme. (dpa)

Sinkende Tendenz der Fallzahlen zeigt Wirksamkeit der Lockdown-Maßnahmen

Update vom 26. Januar, 14 Uhr: Der Coronavirus-Lockdown führt nach Einschätzung des niedersächsischen Krisenstabs zu weniger Ansteckungen im Land. Bei den Fallzahlen gebe es eine „deutlich sinkende Tendenz“, sagte der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz, am Dienstag in Hannover. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze, werde ein Sieben-Tage-Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner „greifbar“ - noch nicht in den kommenden beiden Wochen, aber danach. „Das zeigt uns, dass die verschärften Lockdown-Maßnahmen wirken.“

Am Dienstag meldete das Landesgesundheitsamt Niedersachsen 486 neue bestätigte Infektionen und 58 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. Der landesweite Sieben-Tage-Wert ging von 88,6 auf 85,5 zurück.

In den Krankenhäusern werden derzeit 1397 Menschen mit Covid-19 behandelt, davon werden 206 künstlich beatmet. „Das ist eine hohe Zahl, aber weit weg von einer Kapazitätsüberforderung unserer Kliniken“, sagte Scholz. Unter den Krankenhauspatienten sind den Angaben zufolge auch neun Kinder.

Coronavirus in Niedersachsen: Quarantäne-Regeln für Einreisende verschärft

Update vom 24. Januar, 17.20 Uhr: Niedersachsen hat angesichts des steigenden Risikos eingeschleppter Corona-Fälle mit den neuen Virus-Mutationen einige Ausnahmen von den üblichen Quarantäne-Regeln gestrichen. Sämtliche Einreisende aus Gebieten mit besonders infektiösen Varianten des Erregers müssten sich ab sofort in eine zehntägige Quarantäne begeben, teilte die Staatskanzlei in Hannover mit.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:136.535
Differenz zum Vortag:+457
Verstorbene:2986
Sieben-Tage-Inzidenz:88,6
Stand und Quelle:26. Januar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Nur in drei Sonderfällen kann demnach noch von einer entsprechenden Selbstisolation über eine Dauer von gut eineinhalb Wochen abgesehen werden. Dazu gehören Durchreisen, wenn direkt nach der Einreise „Niedersachsen auf schnellstem Wege verlassen“ wird. Außerdem sind berufsbedingte Grenzübertritte etwa von Beschäftigten im Personen- und Güterverkehr ausgenommen, wenn diese höchstens drei Tage im Land bleiben - darunter Flugzeug-Besatzungen. Dieselbe 72-Stunden-Regel für einen erlaubten Quarantäne-Verzicht greift zudem für Personen, „deren Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens einer besonderen Dinglichkeit und Unabdingbarkeit unterliegen“.

Unabhängig davon müssten sich all diese Personen ebenso auf das Coronavirus testen lassen, betonte das Land Niedersachsen. Etliche Punkte der neu gefassten niedersächsischen Verordnung fänden sich auch in den Regeln des Bundes wieder. In dessen übergreifenden Bestimmungen wird unterschieden, ob jemand aus einem „normalen“ Corona-Risikogebiet, einem mit sehr hoher Inzidenz oder einem mit Nachweisen der hoch ansteckenden neuen Virusvarianten nach Deutschland kommen will.

Das Land Niedersachsen verschärft die Quarantäne-Regeln für Reisende aufgrund der neuen Virusmutation.

Niedersachsen: Verwandten-Besuch nicht unter Quarantäne-Pflicht

Besuche von Verwandten in Niedersachsen oder von Niedersachsen bei Verwandten im Ausland fallen nicht unter die Quarantäne-Pflicht, wenn es um ein „normales“ Risikogebiet geht - und sofern es bei der Ein- oder Rückreise einen negativen Corona-Test gibt. Generell appellierte die Landesregierung noch einmal an die Bevölkerung, in der weiterhin angespannten Pandemielage auf alle nicht unbedingt notwendigen Reisen in Risikogebiete zu verzichten. Nach dennoch vollzogenen Aufenthalten in solchen Regionen müsse man sich in jedem Fall vor der Wiedereinreise auch nach Niedersachsen elektronisch anmelden. Die Quarantäne-Verordnung gilt seit Samstag und bis zunächst 14. Februar.

Update vom 24. Januar, 11.30 Uhr: Der Landkreis Nienburg hat den kritischen Sieben-Tages-Wert von 200 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner überschritten. Die Inzidenz lag am Samstag bei 210,9. Die Zahl der Infektionen stieg um 46 auf 1827, hieß es im Lagebericht des Landes Niedersachsen. 50 bis 60 Prozent des Infektionsgeschehens spielen sich nach Angaben eines Landkreissprechers derzeit in Pflegeheimen und bei Helios ab. Im Helios Klinikum Nienburg gab es einen Corona-Ausbruch bei Patienten und Beschäftigten.

LandkreisNienburg/Weser
Bevölkerung121.386
Fläche1.399 km²
HauptstadtNienburg/Weser

Von den 28 Pflegeheimen im Landkreis Nienburg seien am Donnerstagabend zehn von Corona-Ausbrüchen betroffen gewesen. Über mögliche Einschränkungen aufgrund der hohen Zahl an Neuinfektionen werde der Landkreis in den kommenden Tagen entscheiden, sagte der Sprecher. Zur Unterstützung der Pflegeheime und des Krankenhauses wurde Unterstützung der Bundeswehr sowie der Hilfsorganisationen angefordert.

Trotz hoher Hygienestandards sind derzeit mehrere Krankenhäuser in Niedersachsen von Corona-Ausbrüchen betroffen. So wurden im Helios Klinikum Nienburg inzwischen über 40 Beschäftigte und Patienten positiv auf das Coronavirus getestet. Die Klinik sieht darin einen Spiegel der Entwicklung im Landkreis Nienburg und hat nach eigenen Angaben ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft.

Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Helios Klinikums in Nienburg sind mit dem Coronavirus infiziert.

In der Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) gilt seit Donnerstag ein vorübergehender Aufnahmestopp. 21 der insgesamt rund 140 Mitarbeiter sowie 13 Patienten waren bis dahin positiv getestet worden. Die gestiegenen Infektionszahlen im Landkreis seien unter anderem auf den Ausbruch in der Klinik zurückzuführen, sagte eine Behördensprecherin in Hameln. Allerdings gebe es auch Ausbrüche bei ambulanten Pflegediensten sowie in Großfamilien.

Anders als bei den Pflegeheimen hat das Gesundheitsministerium in Hannover keine gesonderte Statistik über Corona-Ausbrüche in Krankenhäusern. Auch der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft liegt keine solche Übersicht vor. Helios betreibt landesweit 13 Kliniken. „An sieben unserer niedersächsischen Kliniken mussten wir Corona-Ausbrüche verzeichnen, die sich aber immer auf eine bis maximal drei Stationen beschränkt haben“, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Die nachgewiesenen Infektionen stiegen landesweit um 938 auf 136.078. Der Sieben-Tages-Wert der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner betrug für Niedersachsen 89,7. Als kritisch für die Nachverfolgung der Kontakte der Infizierten gilt ein Wert über 50. Die Zahl der an einem Tag erfassten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus wurde mit 27 angegeben, insgesamt seien 2971 Menschen gestorben.

Update vom 24. Januar: Die Schulferien in Niedersachsen sollen trotz der Corona-Einschränkungen nicht verschoben werden. „In so einer verrückten Zeit ist man gut beraten, nichts grundsätzlich auszuschließen. Unser Ziel ist aber so viel Verlässlichkeit wie möglich. Dazu gehören die Ferienzeiten“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover.

Time-out für Lehrer und Schüler: Niedersachsen möchte an den Ferienterminen festhalten.

Die Ferien seien „für die Lehrer bitter nötig, aber auch für die Schüler“, betonte Tonne. Auch wenn der Großteil der Schüler derzeit zu Hause unterrichtet wird, sei der Distanzunterricht nicht mit Ferien gleichzusetzen. „Das ist jetzt teilweise stressiger, als wenn sie zur Schule gehen würden“, sagte der Minister. „Mein Appell ist deshalb, nicht leichtfertig zu sagen, die waren doch zu Hause, die brauchen jetzt keine Ferien. Doch, die brauchen sie dringend.“ 

Update vom 23. Januar, 13 Uhr: Auch wenn die Corona-Pandemie den Alltag an Niedersachsens Schulen mächtig durcheinander gebracht hat, sieht die Landesregierung keinen Grund Termine für Abschlussprüfungen zu verschieben. Homeschooling und Digitalunterricht sollen nicht zu schlechter angesehenen Notabschlüssen führen. Dies hatten Lehrer auf die Forderung des Schulleitungsverbands Niedersachsens nach Prüfungsabsagen entgegnet.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Die Schüler haben Anspruch auf eine faire Prüfung.“ Er hält eine Verschiebung der Abiturprüfungen für „unwahrscheinlich“. Aber er ergänzt auch: „Ob es zu Verschiebungen bei den mittleren Abschlüssen kommt, werden wir in den nächsten Wochen entscheiden.“ Zudem stößt die Öffnung der Grundschule auf Kritik.

Bereits 100.000 Anrufe bei Impf-Hotline

Update vom 22. Januar, 15 Uhr: Niedersachsens Telefon-Hotline für Fragen zur Corona-Impfung hat im Januar schon mehr als 100.000 Anrufe erhalten. Um die steigende Nachfrage gerade zur Vergabe von Impfterminen zu stemmen, stockt der Dienstleister Majorel seine Mitarbeiterzahl kontinuierlich auf - von rund 70 im Dezember über aktuell rund 130 auf 250 bis 280 in den kommenden Wochen. Bei Bedarf seien sogar bis zu 300 Mitarbeiter möglich, teilte Majorel am Freitag mit.

Terminreservierung für Impfungenper Telefon oder im Internet

Der Corona-Krisenstab des Landes hatte zuletzt eingeräumt, dass die Impfungen für Über-80-Jährige, die zu Hause wohnen, zum 1. Februar nur in wenigen Impfzentren statt in allen beginnen können. Am Start der Terminvergabe am 28. Januar werde aber festgehalten. Neben der Hotline gibt es dafür ein Online-Portal. Wer nicht sofort einen Termin erhält, kann sich auf eine Warteliste setzen lassen. Die Impf-Hotline ist montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 0800 9988665 erreichbar.
Außerdem hier: https://www.impfportal-niedersachsen.de/

Update vom 22. Januar, 10 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hat Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker die Entscheidung der Landesregierung kritisiert, Grundschulen nicht komplett zu schließen. „Bei allem Verständnis für die Chancen- und Bildungsgerechtigkeit von Kindern - aus ärztlicher Sicht ist die Noch-Öffnung von Grundschulen in Niedersachsen nicht richtig“, sagte Wenker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“

Die Landesregierung in Niedersachsen hatte die Präsenzpflicht an Grundschulen sowie in den Prüfungsklassen der weiterführenden Schulen aufgehoben. Das Unterrichtsangebot mit halben Klassen bleibt in den Grundschulen aber bestehen, Eltern können individuell entscheiden, was sie für ihr Kind am besten halten.

Niedersachsen stellt Grundschülern bis Mitte Februar den Schulbesuch frei

Update vom 20. Januar, 15.48 Uhr: Die Abgeordneten des niedersächsischen Landtags und ihre Mitarbeiter können sich vor den anstehenden Plenarsitzungen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Landtagspräsidentin Gabriele Andretta erklärte, sie halte es in Abstimmung mit den Fraktionsspitzen für erforderlich, die Schutzmaßnahmen zu erhöhen. Nach 15 Minuten soll das Ergebnis vorliegen. Auch Journalisten können das Angebot nutzen. Die Tests seien freiwillig und erfolgten auf Kosten des Landtags, hieß es am Mittwoch. (dpa)

Die Stadt Celle hat für alle Grundschüler FFP2-Masken bestellt. Pro Kind seien drei Masken geordert worden, teilte die Stadt am Mittwoch mit. „Momentan schwingt immer und überall die Furcht vor Infektionen mit“, sagte Oberbürgermeister Jörg Nigge. Kinder bekämen natürlich mit, wenn Schulen als Übertragungsorte ausgemacht werden. „Da entstehen Ängste“, sagte der CDU-Politiker. Das Lehrpersonal in Celle habe bereits FFP2-Masken erhalten. (dpa)

Update vom 20. Januar, 12.56 Uhr: Trotz Lieferengpässen können die Corona-Impfungen in Niedersachsen auf absehbare Zeit weitergehen. „Ein sofortiger Impfstopp droht nicht“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Hannover. Solange Impfstoff da sei, werde auch weiter geimpft. Allerdings stünden weniger Impfdosen zur Verfügung als geplant. Abgesehen von den Impfdosen für die Zweitimpfungen halte das Land keine Reserven zurück. (dpa)

Update vom 20. Januar, 11.49 Uhr: Niedersachsen stellt den Schulbesuch für Grundschüler bis Mitte Februar frei, nachdem Bund und Länder sich in der Corona-Krise auf einen restriktiveren Kurs geeinigt haben. Grundsätzlich bleibe das Unterrichtsangebot im Wechselmodell mit halben Klassen aber bestehen, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch in Hannover. Die Erwartung sei aber, dass sich die Klassen erheblich leeren. Erst am Montag war der Unterricht an den Grundschulen in geteilten Klassen wieder angelaufen. Der Bund-Länder-Kompromiss müsse aber ernstgenommen und umgesetzt werden, sagte Weil. (dpa)

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:131.241
Differenz zum Vortag:+1319
Verstorbene:2810 (+83)
Sieben-Tage-Inzidenz:99,9
Stand und Quelle:20. Januar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Mehr als ein Drittel der Beschäftigten der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover arbeitet angesichts der Corona-Pandemie im Homeoffice. Die Verwaltung habe rund 4000 von 11.500 Beschäftigten ermöglicht, zuhause ihren Dienstgeschäften nachzugehen, teilte die Stadt mit. Das sei gut die Hälfte der Mitarbeiter. „Wir haben eine vergleichsweise hohe Homeoffice-Quote“, sagte Lars Baumann, Dezernent für Digitalisierung und Personal. Homeoffice sei ein „wichtiges Instrument, um den Schutz vor Infektionen zu verbessern“. Die Regierungschefs der Länder hatten sich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Verschärfungen der Regeln in der Pandemie geeinigt. So sollen Arbeitgeber bei der Ablehnung von Homeoffice für ihre Beschäftigten die genauen Gründe erklären müssen. (dpa)

Konkrete Entscheidungen für Niedersachsen sollen am Mittwoch fallen

Update vom 20. Januar, 09.04 Uhr: Nach den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag stehen nun neue oder erweiterte Regeln im Umgang mit dem Coronavirus fest. Zunächst: Der Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert. Am Mittwoch sollen auch in Niedersachsen zu den Beratungen konkrete Entscheidungen fallen. Nachdem in Niedersachsen zu Beginn der Woche der Unterricht für Grundschüler in geteilten Gruppen angelaufen war, musste das Land in der Diskussion einlenken. „Was die Situation in den Grundschulen anbelangt, sind Änderungen zu erwarten“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstagabend.

Es wird erwartet, dass Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) nun abermals kurzfristig veränderte Vorgaben für den Unterricht an einem Teil der Schulen des Landes vorstellt. Schüler müssten sich erneut umgewöhnen, Schulen und Lehrer umplanen, berufstätige Eltern bekämen ein kurzfristiges Betreuungsproblem. Der Grund für all dies sei, dass Bund und Länder zur Situation in den Schulen und Kitas eine restriktivere Handhabung der bisherigen Beschlüsse vereinbart hätten, erläuterte Weil.

Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder haben eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. Februar beschlossen. Schulen und Kindertagesstätten sollen geschlossen bleiben.

Noch zum Start der Beratungen hatte eine Regierungssprecherin das Hauptargument des Landes für die Teilöffnung der Grundschulen vorgetragen. Gerade unter jungen Schülern verbreite sich das Coronavirus offensichtlich nur wenig, auch in Großbritannien mit der dort grassierenden Mutation. Das Kanzleramt sah das äußerst kritisch. Festhalten werde Niedersachsen am Unterricht in geteilten Gruppen für Abschlussklassen und die angehenden Abiturienten, betonte Weil. Alle übrigen Schüler der weiterführenden Schulen seien im Distanzunterricht, die Kindertagesstätten seien bereits geschlossen, und es werde eine Notbetreuung angeboten. (dpa)

Neue Beschlüsse auch zum Thema Homeoffice und Maskenpflicht

Neben dem Thema Schule einigten sich die Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Verschärfungen der Regeln. Arbeitgeber sollen nun bei der Ablehnung von Homeoffice für ihre Beschäftigten die genauen Gründe erklären müssen. Weil sagte, dass er es begrüße, dass nun „einheitliche Regelungen dafür sorgen sollen, dass Homeoffice überall dort, wo es irgend möglich ist, zum Regelfall bei der Berufsausübung wird.“ Zudem bat er Unternehmen und Institutionen, für diejenigen Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten können, die Arbeits- oder Dienstzeiten noch stärker als bislang zu flexibilisieren. „Wir werden das auch in der Landesverwaltung tun.“

Auch beim Thema Maskenpflicht wurde eine Neuerung beschlossen: Im öffentlichen Nahverkehr sowie in den geöffneten Bereichen des Einzelhandels werden medizinische Masken zur Pflicht - und laut Land ebenso „überall dort im öffentlichen Raum und in Gebäuden, in denen Menschen aus unterschiedlichen Haushalten enger und länger zusammenkommen“. FFP2-Masken müssen auch durchgängig vom Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen beim Kontakt mit Bewohnerinnen und Bewohnern getragen werden. (dpa)

Coronavirus: Lockdown soll bis 14. Februar verlängert werden

Update vom 19. Januar, 14.04 Uhr: Niedersachsen sei sich der ernsten Lage bewusst und sind überzeugt, es sei „grob fahrlässig, in irgendeiner Weise wieder zu normalen Verhältnissen zurückzukehren“, sagt Pörksen. Genaueres wollte sie zu den Experten, die sich für besonders strenge Maßnahmen, einen tatsächlichen Lockdown, ausgesprochen hatten, wollte sie vor den Beratungen ebenfalls nichts weiter sagen. Im Zusammenhang mit der Coronavirus-Mutation, erklärt Claudia Schröder, dass auf diese stichprobenartig geprüft werde und sich bei der Menge auf die Einschätzung der Experten verlassen werde. Die Konferenz ist damit beendet, sollten die Beratungen rechtzeitig beendet werden können, wird es eine weitere Pressekonferenz am Abend geben.

Update vom 19. Januar, 13.50 Uhr: Auf die Frage, wie es um den prozentualen Anteil der Arbeit im Homeoffice in den niedersächsischen Ministerien steht, gibt Anke Pörksen Zahlen für die verschiedenen Ministerien Niedersachsens zwischen 22 und 99 Prozent bekannt. Die Unternehmen in Niedersachsen seien „schon gut dabei“, wobei es auch immer wieder Zuschriften von Bürgern gebe, die weiterhin in Großraumbüros säßen, obwohl sie es aufgrund ihrer Arbeit nicht müssten. In dem Bereich bleibe abzuwarten, was bei den Bund-Länder-Beratungen dazu besprochen wird.

Bei der Terminvergabe, erklärt Schröder, werden direkt der Tag für die Erst- sowie die Zweit-Impfung festgelegt. Sollten vorerst keine weiteren Termine vergeben werden können, weil es an Impfstoff fehlt, können sich die Interessierten auf eine Warteliste eintragen lassen.

Update vom 19. Januar, 13.32 Uhr: Claudia Schröder weist mehrmals darauf hin, dass die Menge des Impfstoffs für die Zweit-Impfung stabil und gesichert ist. Alle Impfzentren seien im Betrieb und die Zweit-Impfungen gegen das Coronavirus würden wie geplant fortgesetzt. 40 Prozent der angekündigten 63.000 Impfdosen würden jedoch ab kommender Woche durch die Lieferprobleme des Herstellers fehlen. Schröder habe keine endgültige Zusage, ob ab dem 15. Februar tatsächlich die ursprüngliche Produktionskapazität wieder hergestellt sein wird. Die Anforderungen an die Produktion seien herausfordernd, insbesondere, wenn sie „von jetzt auf gleich“ hochgefahren wird, erklärt Schröder, wie es zu den Problemen bei der Produktionsumstellung bei Biontech gekommen ist. Die ursprüngliche Zusage der Menge sei eine Zusage unter der Prämisse gewesen, dass „alles ideal“ laufe.

Update vom 19. Januar, 13.15 Uhr: Die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, und Niedersachsens Regierungssprecherin Anke Pörksen stellen sich in einer Landespressekonferenz Fragen zum aktuellen Infektionsgeschehen und dem Stand der Impfkampagne. Claudia Schröder gibt zu Beginn zunächst einen Überblick über die aktuelle Lage. 95.044 Impfungen seien mit Stand Montagabend bisher in Niedersachsen durchgeführt worden. Heute werde noch eine weitere Impfstoff-Lieferung erwartet, ab der kommenden Woche werde es jedoch „drastische Einbrüche“ in der Liefermenge geben, kündigt sie an. Ziel der verursachenden Umstellung der Produktion sei eine erhöhte Produktionskapazität. Bis Mitte Februar soll wieder die angekündigte Menge geliefert werden können, jedoch könnten die fehlenden Impfdosen nicht aufgeholt werden teilte Biontech mit, sagt Schröder. Wie geplant werde am 28. Januar mit der Vergabe der Impftermine für über 80-Jährige festgehalten.

Unstimmigkeiten über schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie

Update vom 19. Januar, 12.19 Uhr: Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat einen Eilantrag eines zwölf Jahre alten Schülers auf Präsenzunterricht in der Schule abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag gegen die Kontaktbeschränkungen in der aktuellen Corona-Verordnung der Landesregierung.

Der Siebtklässler hatte, vertreten durch die Eltern, beantragt, ein abgestuftes Modell der Schulöffnung je nach aktuellem Inzidenzwert einzuführen. Zur Begründung trug er vor, dass die Schulschließung unverhältnismäßig sei, da sie negative schulische und psychische Folgen habe, die in keinem Verhältnis zu dem hierdurch erreichten Zweck stünden. Der 13. Senat entschied, ein alternatives Modell der Schulöffnungen gerichtlich durchzusetzen sei unzulässig. Im Rahmen einer Normenkontrolle könne nur die Außervollzugsetzung der bestehenden Regelung, nicht aber die Umsetzung einer alternativen Regelung begehrt werden. (dpa)

Update vom 19. Januar, 11.27 Uhr: Kurz vor den neuen Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Dienstagnachmittag gibt es erhebliche Unstimmigkeiten über schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Teilnehmerkreisen erfuhr, meldeten SPD-Länder eine Reihe von Änderungen an einer Beschlussvorlage an, die zuvor an mehrere Länder verschickt worden war. Entsprechende Papiere lagen der dpa vor. Vor den von 14 Uhr an geplanten Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte es noch Vorgespräche geben.

Diskutiert wird eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar. Zudem könnte es unter anderem eine schärfere Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften geben. Daneben erwägen Bund und Länder, mehr Druck auf Arbeitgeber zu machen, um mehr Homeoffice zu ermöglichen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet von den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise vor allem weitere Einschnitte im Arbeitsleben. Es gebe bisher sehr harte Maßnahmen im Familienleben, da sei ein „Ende der Fahnenstange“ erreicht, daher müsse man andere Bereiche wie das Wirtschaftsleben in den Blick nehmen, sagte Müller, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, am Dienstag im „ARD-Morgenmagazin“. Im Arbeitsbereich gebe es noch „viel mehr Spielraum“. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) werde dazu einen Vorschlag machen. (dpa)

Niedersächsische Landesregierung spricht sich vor Beratungen für eine Verlängerung des Lockdown aus

Update vom 19. Januar, 10.17 Uhr: Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet am Dienstag einen Anstieg um 598 auf insgesamt 129.922 Corona-Fälle. Weitere 83 Personen sind verstorben, womit die Gesamtzahl der Todesfälle bei 2727 liegt. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist aktuell bei einem Wert von 102,3.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:129.922
Differenz zum Vortag:+598
Verstorbene:2727 (+83)
Sieben-Tage-Inzidenz:102,3
Stand und Quelle:19. Januar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Ursprungsmeldung vom 19. Januar: Hannover - Vor dem Bund-Länder-Treffen zum Kurs in der Corona-Krise hat sich die niedersächsische Landesregierung für eine Verlängerung des Lockdown bis Mitte Februar ausgesprochen. Von einem verschärften kompletten Lockdown halte das Bundesland mit Blick auf die wirtschaftlichen Schäden gar nichts, sagte Staatskanzleichef Jörg Mielke am Montag in Hannover im Sozialausschuss. „Wir werden keine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen vorschlagen.“ Wie Mielke sagte, drohten sonst Akzeptanzprobleme. „Wir stellen fest, wir sind dabei, die Schrauben zu fest zuzudrehen.“

Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder wollen am Dienstag über eine mögliche Verschärfung der Lockdown-Regeln beraten.

Auch eine nächtliche landesweite Ausgangssperre unterstützt die Landesregierung nicht. Bei der aktuellen Corona- „Lage in Niedersachsen halte er das nicht für gerechtfertigt, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Lediglich in Städten und Landkreisen mit mehr als 200 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohnern binnen einer Woche sei eine solche Maßnahme sinnvoll und werde von den Menschen auch akzeptiert.

Bund und Länder beraten am Dienstag, ob der aktuelle, bis Ende Januar geltende Lockdown verlängert oder noch verschärft wird. Das erst für den 25. Januar geplante Treffen war wegen der weiterhin angespannten Corona-Lage und der Sorge vor Virusmutationen vorgezogen worden.

Auswirkungen der Lieferschwierigkeiten von Biontech/Pfizer auf Impfkampagne noch nicht klar

Unterdessen hat Niedersachsen noch keinen Einblick dazu, was die Lieferschwierigkeiten des Impfstoffherstellers Biontech/Pfizer für die Impfkampagne bedeuten. „Wir wissen noch nicht, wann wir mit wie viel rechnen können“, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, im Sozialausschuss. In dieser Woche erhalte Niedersachsen noch die ursprünglich zugesagte Zahl an Dosen. Inzwischen seien 90.431 Menschen in Niedersachsen geimpft worden, dazu kämen Impfungen an den beiden Universitätskliniken des Landes.

Die ersten Menschen erhalten bereits die zweite Impfdosis. Wer noch nicht geimpft wurde, muss jedoch weiterhin Geduld mitbringen.

Nachdem es in etlichen Landkreisen Unmut über die Aufteilung des Impfstoffes gegeben hatte, lasse der Krisenstab andere Modelle der Verteilung berechnen, sagte Scholz. Allerdings bleibe die Problematik bestehen, dass der Impfstoff knapp sei und alle Impfzentren lieber mehr Impfdosen erhalten würden.

Unternehmerverband warnt vor einer Verschärfung des Lockdowns

Vor einem verschärften Lockdown warnte der Unternehmerverband Niedersachsenmetall. „Die Begründungen der Bundesregierung für eine Verschärfung des Lockdowns beginnen unredlich zu werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Volker Schmidt. Wage Modellannahmen und bloße Vermutungen dürften niemals Basis für eine faktische Stilllegung unserer Volkswirtschaft sein.

Die Fraktionschefin der Grünen, Julia Willie Hamburg, pochte darauf, dass Familien mit insbesondere kleinen Kindern nicht zu Leidtragenden der Beschränkungen werden dürften. Treffen in festen kleinen Gruppen, insbesondere von Kindern, müssten ermöglicht werden. Außerdem sei endlich eine Langfriststrategie in der Krise nötig. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Stefan Birkner, forderte technische Schutzmaßnahmen wie Raumlüfter an Schulen, um dort für alle Klassen den Unterricht in geteilten Klassen wieder zu ermöglichen, der am Montag für die Grundschüler wieder aufgenommen wurde. Die Datengrundlage für die weitere Corona-Politik müsse verbessert werden.

Homeoffice-Regelung gefordert: Rechtfertigungsverpflichtung für Arbeitgeber sei denkbar

„Wir fordern eine verbindliche Regelung zum Homeoffice“, erklärte Staatssekretär Mielke. Denkbar sei eine Rechtfertigungsverpflichtung für Arbeitgeber, die den Wunsch von Angestellten nach einem Arbeiten von zu Hause aus ablehnen. Alternativ werde Niedersachsen sich mit anderen SPD-geführten Ländern für die Verpflichtung zu mehr Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus am Arbeitsplatz stark machen. Dabei gehe es um Testmöglichkeiten sowie die Verfügbarkeit von Masken.

Staatskanzleichef Jörg Mielke hält eine Rechtfertigungs-Pflicht für Arbeitgeber für denkbar, die ihren Angestellten nicht die Möglichkeit zum Homeoffice geben.

Bei der geltenden Maskenpflicht künftig das Tragen von FFP2-Masken vorzuschreiben, lehnt die niedersächsische Landesregierung ab, sagte Mielke. Allerdings könne man sich verstellen, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Besuch von Heimen das Tragen einfacher OP-Masken vorzuschreiben und selbstgenähte Stoffmasken, die einen geringeren Schutz bieten, dort nicht mehr zuzulassen.

Göttinger Physikerin rät zu einem kurzen, aber harten Lockdown

Um die Corona-Epidemie samt der Gefahr von Virusmutationen unter Kontrolle zu bringen, riet die Göttinger Physikerin Viola Priesemann zu einem kurzen harten Lockdown. Damit könnten die Fallzahlen schnell auf ein niedriges, für die Gesundheitsbehörden nachverfolgbares Niveau gesenkt werden, sagte die Forscherin am Montag im Corona-Sonderausschuss des Landtags. Die Politik müsse sich klar entscheiden, ein Kompromiss helfe nicht weiter.

Der vom Corona-Sonderausschuss ebenfalls befragte Bonner Virologe Hendrik Streeck riet dringend zum Erarbeiten einer besseren Datengrundlage zur Corona-Epidemie. Es fehlten eine Richtschnur und ein vorausschauendes langfristiges Management der Epidemie. „Zahlenspiele und dauerdrohende Voraussagen helfen nicht.“ Mit Material der dpa.

Dies ist die Fortsetzung des Coronavirus-Ticker für Niedersachsen.

Rubriklistenbild: © dpa/Alain Jocard

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