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Corona-Kracher: Gericht stellt klar - Grenzen für Familientreffen rechtmäßig

Gehen die Corona-Beschränkungen für private und Familientreffen zu weit? Ein Mann aus Lübeck, der seine Familie in Niedersachsen treffen wollte, klagte. Die Richter des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg haben eine klare Haltung dazu.

  • Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Niedersachsen bei 121,8.
  • Lübecker hat gegen Regeln geklagt und verloren.
  • Oberverwaltungsgerichts Lüneburg bestätigt Corona-Regeln in Niedersachsen.

Lüneburg - Die niedersächsischen Corona-Beschränkungen für private Treffen und Feiern bleiben nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Lüneburg unverändert. Der 13. Senat habe einen Antrag auf vorläufige Außervollzugsetzung der Beschränkungen in der Corona-Verordnung des Landes abgelehnt, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Die Verordnung sei formell rechtmäßig, die Kontaktbeschränkungen seien notwendig im Sinne des Infektionsschutzgesetzes. Der Beschluss ist unanfechtbar, heißt es weiter.

Landeshauptstadt NiedersachsenHannover
Bevölkerungsdichte168 Einwohner / Quadratkilometer
Websitewww.niedersachsen.de
LandtagspräsidentinGabriele Andretta

Corona-Pandemie in Niedersachsen: Private Haushalte sind Schwerpunkt der Ausbrüche

Laut Robert-Koch-Institut sei die Lage weltweit und auch in Deutschland ernst zu nehmen, die Fallzahlen stiegen, urteilte das Gericht. Private Haushalte seien ein Schwerpunkt der Ausbrüche. Am Mittwoch waren 98.171 Corona-Fälle in Niedersachsen laborbestätigt. Das sind 1606 mehr als am Vortag (Dienstag). 1731 Männer und Frauen sind bisher gestorben (plus 38 gegenüber dem Vortag). Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt 121,8.

In der Verordnung des Landes Niedersachsen ist geregelt, dass private Zusammenkünfte und Feiern nur mit höchstens fünf Personen, die aus höchstens zwei Haushalten stammen, erlaubt sind. Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen wird dies gelockert, dann gilt eine Sonderregelung, wonach zusätzlich zu einem Haushalt vier Angehörige beziehungsweise deren Partner und Mitbewohner sowie eine beliebige Anzahl an Kindern bis einschließlich 14 Jahre mitfeiern dürfen. Die Zahl der Gäste ist allerdings auf vier plus Kinder beschränkt.

Corona in Niedersachsen: Beschränkungen sind laut Oberverwaltungsgericht Lüneburgangemessen

Gegen die Corona-Beschränkungen hatte sich ein Lübecker gewandt, der seinen in Niedersachsen wohnenden Vater in dessen aus vier Personen bestehenden Haushalt gemeinsam mit seiner Ehefrau und seiner zweijährigen Tochter besuchen wollte - und zwar außerhalb der Zeit vom 24. bis zum 26. Dezember. Er erklärte demnach, dass die Regelungen ihn in seinen Grundrechten zum Schutze der Familie, der Menschenwürde und der allgemeinen Handlungsfreiheit verletzten.

Gericht bestätigt Corona-Maßnahmen rund um Weihnachten.

Coronavirus in Niedersachsen: Beschränkungen sollen Überlastung des Gesundheitssystems vermeiden

Der Senat am Oberverwaltungsgericht Lüneburg lehnte den Antrag ab. Die Kontaktbeschränkungen verfolgten das legitime Ziel, die Bevölkerung vor der Infektion mit dem Coronavirus zu schützen, die Verbreitung von Corona zu verhindern und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Angesichts der hohen Infektiosität und der Übertragungswege des Coronavirus bezweifelt der Senat den Angaben zufolge auch nicht, dass Beschränkungen von Treffen mehrerer Personen geeignet seien, die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die Beschränkungen seien angemessen.

Zwar griffen die Regelungen in den grundgesetzlichen Schutz der Familie und in die allgemeine Handlungsfreiheit sein. Sie stellten aber einen „angemessenen Ausgleich zwischen diesen Grundrechten der Betroffenen und den legitimen Zielen des Verordnungsgebers dar“, teilte das Oberverwaltungsgericht mit. Die Regelung gebe nicht vor, wie in einem Hausstand lebende Menschen ihren Alltag in den eigenen vier Wänden gestalten dürften. Außerdem könne man sich bei wechselnden Teilnehmerkreisen „mit jeder gewünschten Person treffen“.

Die Sonderregelung für die Weihnachtszeit ändere die Einschätzung nicht. Diese sei wegen des grundgesetzlichen Schutzes der staatlich anerkannten Feiertage und des familiären Zusammenlebens sowie des offensichtlich bestehenden Gemeinschaftsbedürfnisses in der Zeit gerechtfertigt. (dpa/awt)

Rubriklistenbild: © dpa

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