Mehr Homeoffice

Medizinische Masken statt Alltagsmasken - und wo sie Pflicht sind

Die Maskenpflicht in Niedersachsen und Bremen ist verschärft: In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften sind medizinische Masken ein Muss. Stoff- und Behelfsmasken oder Schals reichen nicht mehr aus. Das sind die Unterschiede.

  • In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften gibt es eine verschärfte Maskenpflicht.
  • Mehr Homeoffice ab Mitte der Woche.
  • Bremen verschickt FFP2-Masken an alle 15- bis 59-Jährige.

Update, 25. Januar: In Niedersachsen gelten seit Montag (25. Januar) die von Bund und Ländern vereinbarten neuen Corona-Regeln. Dazu gehört eine verschärfte Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen von Betrieben und Geschäften sowie im Nahverkehr sind statt Alltagsmasken nur noch medizinische Masken zulässig. Die Vorgabe gilt ausdrücklich auch für dazugehörige Parkplätze. Kinder bis einschließlich 14 Jahren dürfen allerdings weiterhin Alltagsmasken tragen. Kinder bis einschließlich fünf Jahren sind weiterhin gänzlich von der Maskenpflicht ausgenommen.

Die seit 10. Januar geltenden Kontaktbeschränkungen wurden bis zum 14. Februar verlängert. Danach dürfen sich die Mitglieder eines Hausstands nur mit einer weiteren Person treffen - auch im Privaten. Ausnahmen gelten für Kinder bis drei Jahre sowie für Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung. Insbesondere die Grünen hatten dies als unzureichend kritisiert und weitere Lockerungen für Kinder gefordert.

In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr gilt eine verschärfte Maskenpflicht: Mindestens medizinische Masken, sogenannte OP-Masken - müssen getragen werden. (Symbolfoto)

Eine Bundesverordnung soll zudem dazu führen, dass mehr Menschen als bislang ihre Arbeit vom Büro ins Homeoffice verlagern. Diese Verordnung soll Mitte der Woche in Kraft treten und bis zum 15. März gelten. Sie sieht vor, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern das Homeoffice ermöglichen müssen, „wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen“. Arbeitgebervertreter hatten die Regelung überwiegend kritisch kommentiert.

FFP2-Maske und OP-Maske - das sind die Merkmale und Unterschiede

Bereits in der Zeit vor dem Coronavirus haben viele (Zahn-)Ärzte eine Mund-Nasen-Schutzmaske (MNS) verwendet. Sie wird auch als Operations-, OP- oder medizinische Gesichtsmaske bezeichnet. Mit einer Zulassung nach DIN EN 14683 gilt dieser Maskentyp als medizinische Gesichtsmaske mit einer bestimmten Filterleistung. Das CE-Zeichen auf der Verpackung gibt an, dass die gesetzlichen Anforderungen an die Qualität erfüllt sind. OP-Masken schützen vorrangig andere Menschen in der Nähe vor Tröpfchen, die beim Sprechen oder Husten aus Mund und Nase austreten, weniger vor Aerosolen. Für den Träger bieten sie nur einen gewissen Eigenschutz. OP-Masken sind zum Einmalgebrauch vorgesehen, können bei kurzer Tragedauer aber auch mehrfach genutzt werden.

FFP steht für „Filtering Face Piece“. Zum Schutz vor dem Coronavirus sind mindestens Masken der Klasse FFP2 notwendig, besser sind Masken der Klasse FFP3. Verkauft werden dürfen nur noch Masken mit CE-Kennzeichnung einschließlich einer vierstelligen Zahl für eine der Prüfstellen. Die europaweite Norm EN 149 regelt die Qualität dieser Masken. Sie schützen den Träger vor Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft. Voraussetzung: Die Ränder müssen dicht am Gesicht anliegen. Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und bieten keinen Schutz für das Umfeld des Trägers, Masken mit Ventil gelten somit nicht als medizinische Maske im Sinne der Corona-Regeln Niedersachsens.

Die Bezeichnungen wie KN95 oder N95 alleine reichen nicht aus, um die Wirkung der FFP2-Masken zu garantieren. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte haben Masken nur einen ausreichenden Schutz, wenn sie alle Forderung der DIN-Norm erfüllen. Auch nur dann dürfen sie das CE-Zeichen tragen.

Update, 22. Januar, 12 Uhr: Alle Bremerinnen und Bremer im Alter von 15 bis 59 Jahren bekommen Anfang Februar fünf FFP2-Masken kostenlos per Post zugeschickt. „Wir sind überzeugt, dass dies ein pragmatischer und effektiver Beitrag zur Eindämmung des Virus ist“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Freitag in seiner Regierungserklärung mit Blick auf einen entsprechenden Senatsbeschluss. Die Personengruppe ab 60 Jahren werde bereits durch die bundesweite Verteilung über das Bundesgesundheitsministerium mit Masken versorgt.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hatte nach dem Beschluss am Donnerstagabend gesagt, FFP2-Masken böten einen hohen Fremd- und Eigenschutz. „Wir möchten mit der Verteilung sicherstellen, dass allen, unabhängig von den eigenen finanziellen Möglichkeiten, dieser hohe Schutz gewährt werden kann.“ Auch solle durch den Senat ein kostenfreies ergänzendes Angebot geschaffen werden. (dpa)

Update, 21. Januar: Der Bremer Senat möchte alle Bremerinnen und Bremer im Erwachsenenalter kostenlos mit FFP2-Masken versorgen, wie „buten un binnen“ erfuhr.

Unklar sei allerdings noch, wie und vor allem wie viele Masken verteilt werden. Wie genau Bremen die Verschärfung der Maskenpflicht umsetzen wird, entscheidet der Senat voraussichtlich am Donnerstag.

Originalmeldung, 19. Januar: Nach den Corona-Beratungen von Bund und Ländern steht es fest: In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften soll es eine verschärfte Maskenpflicht geben. Medizinische Masken sind dann verbindlich vorgeschrieben. Das Tragen von sogenannten OP-Masken ist ab diesem Zeitpunkt verpflichtend.

Eine Vorschrift zum Tragen der kostenintensiveren Schutzmasken nach FFP2-Standard wird es demnach aber nicht geben.

Die verschärfte Maskenpflicht soll deutschlandweit gelten, muss aber noch in die Corona-Verordnung der einzelnen Bundesländer vermerkt werden. In Bremen und Niedersachsen wird dies voraussichtlich am Mittwoch passieren, sodass die Pflicht zum Tragen einer OP-Maske ab Donnerstag gilt.

Seit Montag herrscht FFP2-Maskenpflicht in Bayern. Das Kabinett in Bayern hatte beschlossen, dass Menschen im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel sogenannte FFP2-Masken tragen müssen. Der gängige -oftmals selbstgenähte - Mund-Nasen-Schutz kann Experten zufolge andere Menschen schützen, FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst.

Verschärfte Maskenpflicht: Das Tragen von waschbaren Stoffmasken ist ab XxX nicht mehr erlaubt.

Coronavirus-Liveticker: Niedersachsen für Lockdown bis Mitte Februar

Der Mund-Nasen-Schutz ist zum Symbol der Corona-Pandemie geworden. Doch Maske ist nicht gleich Maske - die Unterschiede sind groß.

Das sind FFP2-Masken

FFP2-Masken sind Staubschutzmasken. Sie schützen vor Partikeln in der Luft, möglicherweise auch vor Aerosolen. Sie bestehen aus mehreren Lagen Stoff und Papier und haben eingebaute Filter. Im Vergleich zu Stoffmasken oder OP-Masken wird den FFP2-Masken eine bessere Schutzwirkung nachgesagt.

Im Gesundheitswesen sind FFP2-Masken Einwegprodukte. Sie dürfen nur einmal benutzt werden, danach gehören sie in den Müll. Privatpersonen dürfen FFP2-Masken mehrfach benutzen. Unter Experten gibt es Diskussionen darüber, ob das gut ist.

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen der Münster School of Health können FFP2-Masken – bei entsprechender Desinfektion – bis zu fünf Mal wiederverwendet werden.

Möglichkeiten der Wiederverwendung von FFP2-Masken

1: Maske erhitzen

In Untersuchungen haben die Wissenschaftler festgestellt, dass das Corona-Virus nach einer Stunde bei Temperaturen von 80 Grad abgetötet ist. Trotzdem sollte eine schon mal getragene und erhitzte Maske immer nur von der gleichen Person erneut getragen werden.

Noch mehr Hitze kann die Filterleistung der Maske zerstören. Deshalb sollten FFP2-Masken im Backofen auch nicht über 105 Grad erhitzt werden.Auch die Mikrowelle ist tabu - viele Masken haben Metallteile. Dann besteht Brandgefahr.

2: Maske für eine Woche aufhängen

Eine weitere Methode ist, die Masken 7 Tage zu lüften, bis die Erreger unschädlich sind. Man könnte sich also für jeden Wochentag eine Maske zulegen und sie nach dem Benutzen an einen Haken hängen - wo sie nicht berührt wird. Das zeigt eine aktuelle Studie der FH Münster. Auch diese Methode sollte allerdings nicht öfter als fünf mal angewendet werden.

3: Desinfizieren - so nicht

Die School of Health rät vom Kochen von FFP2-Masken im Kochtopf und Waschen in der Spül- oder Waschmaschine ab. Auch eine UV-Lampe sollte dafür nicht genutzt werden. Das RKI rät außerdem davon ab, Masken mit Desinfektionsmitteln zu reinigen.

Auf der Maske sollte auf jeden Fall „CE“ oder die Vermerke „N95 oder KN95“. Außerdem sollte man auf die vierstellige Prüfnummer achten. Mit dieser Nummer kann man im Zweifel zurückverfolgen, wer die FFP2-Maske geprüft hat.

Die Preise sind unterschiedlich: In Großpackungen kosten die Masken 1-3 Euro pro Stück, Einzelmasken können in der Apotheke bis zu 10 Euro kosten. Jeder Risikopatient bekommt mit Coupons von der Krankenkasse allerdings einen Satz Masken für insgesamt 2 Euro. Im Frühjahr sollen noch einmal solche Coupons folgen.

OP-Masken sind sie nicht wiederverwendbar und sollten nur einmal getragen werden. 

Das sind OP-Masken

Die medizinschen Masken oder OP-Masken wurde von Ärzten schon vor dem Ausbruch der Pandemie genutzt. Sie schützt die Menschen in der nahen Umgebung des Maskenträgers vor Flüssigkeitsteilchen, die dieser beim Sprechen oder Husten abgibt.

Die Masken bestehen meist aus mehren Lagen Stoff oder Baumwolle. Einige davon haben eine Filterwirkung, die äußere Schicht ist flüssikeitsabweisend.

Sowohl die Filterwirkung als auch der Flüssigkeitsschutz können beim Waschen der Masken verloren gehen. Daher sind sie nicht wiederverwendbar und sollten nur einmal getragen werden.

Eine Maske des Typs II filtert mehr Bakterien als eine Typ I-Maske. Außerdem sollten Verbraucher auf das CE-Kennzeichen auf der Verpackung achten. Nur dann handelt es sich wirklich um ein geprüftes Medizinprodukt.

Je nach Händler kostet eine Maske zwischen 30 Cent und einem Euro.

Maria Sandig/ dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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