Deutscher Hote- und Gaststättenverband

Corona: Weihnachtsfeiern werden abgesagt – kaum Feste in Niedersachsen

Liederzettel und Süßigkeiten liegen zu einer Weihnachtsfeier auf dem Tisch, daneben montiert ein verkleideter Mann als Nikolaus.
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Die Corona-Pandemie sorgt derzeit dafür, dass viele Weihnachtsfeiern in Deutschland wieder abgesagt werden. Auch in Niedersachsen überlegen die Firmen lieber dreimal, bevor sie feiern. (kreiszeitung.de-Montage)

Weil die Coronainfektionen wieder in die Höhe schießen, sagen Betriebe landauf, landab Weihnachtsfeiern wieder ab. Auch in Niedersachsen wird kaum gefeiert.

Hannover/Berlin – Eigentlich sah es noch im Spätsommer nach Entspannung in Sachen Corona-Pandemie aus. Die Infektionszahlen gingen zurück, viele Länder lockerten die Corona-Regeln und auch in Deutschland keimte so etwas wie Hoffnung auf, dass die Pandemie bald der Vergangenheit angehören könnte. Die Zahlen sprechen inzwischen eine völlig andere Sprache, derzeit wird ein Höchststand nach dem anderen bei den Infektionszahlen gemeldet. Das bekommt derzeit die Gastronomie mit voller Härte zu spüren. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) werden nämlich landauf, landab die geplanten Weihnachtsfeiern abgesagt. Fast jede dritte Buchung soll betroffen sein, berichtet dazu rtl.de.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 Quadratkilometer
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Hauptstadt:Hannover
Regierungschef:Stephan Weil (SPD)

In dem von der Corona-Krise schwer gebeutelten Gastgewerbe gibt es daher wenig Hoffnung auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. Wie aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes unter 388 Unternehmern in Nordrhein-Westfalen hervorgeht, sind bei den Restaurants deutlich weniger Buchungen für Weihnachtsfeiern und andere Veranstaltungen im Dezember eingegangen.

Corona sorgt für Ausfälle von Weihnachtsfeiern: Zweidrittel der Gastronomen haben weniger Buchungen

Zwei Drittel der Gastronomen und Hoteliers (64,2 Prozent) gaben an, dass es für den Dezember bisher weniger Buchungen gebe als 2019. Ein Viertel (27,6 Prozent) haben eine ähnliche Buchungslage wie damals. 8,2 Prozent berichten von anziehenden Geschäften.

Doch nicht nur in NRW haben die Wirte zu kämpfen. Die hessischen Gastronomen sehen sich ebenfalls in der aktuellen Pandemie-Lage einer Stornierungswelle ausgesetzt. „Die Stornierungen von Gästen trudeln in den Betrieben seit Tagen ein“, sagte Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des hessischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, der Deutschen Presse-Agentur.

Viele erlebten jetzt ein Déjà-vu des vergangenen Winters. Das liege zum einen an den wieder steigenden Corona-Infektionszahlen und der Sorge vieler Menschen vor einer Ansteckung. Zum anderen „merkt man jetzt durchaus eine Reaktion auf die Verschärfung des PCR-Test-Erfordernisses.“ Die sind nämlich inzwischen in Hessen Pflicht.

Corona sorgt für Absagen von Weihnachtsfeiern: Auch in Niedersachsen wird kaum gefeiert werden

Angesichts der Infektionszahlen sowie der steigenden Anzahl von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen gelten in Hessen von Donnerstag, 11. November, an strengere Corona-Regeln in einigen Bereichen. Diese betreffen auch Gaststätten, in der die 3G-Regel angewendet wird: Ungeimpfte müssen bei einem Besuch einen PCR-Test vorlegen, ein Antigen-Schnelltest reicht nicht mehr aus.

Größere betriebliche Weihnachtsfeiern wird es in vielen Firmen auch in Niedersachsen in diesem Jahr voraussichtlich kaum geben. Einige Unternehmen deuteten schon an, jedenfalls auf zentrale Veranstaltungen rund um die Feiertage am Jahresende verzichten zu wollen – oder den Beschäftigten die Entscheidung für selbst abgehaltene, kleinere Feiern zu überlassen. Sie begründeten dies damit, dass man wegen der Corona-Lage achtsam bleiben müsse.

Bei Volkswagen beispielsweise hieß es, es gebe bisher keine Planungen für umfangreiche Weihnachtsfeste an den Standorten. Bereits in den vergangenen Jahren seien allerdings „generell kaum noch betrieblich organisierte Feiern“ veranstaltet worden: „Es war den Teams überlassen.“ Ähnliches ist beim Stahlkonzern Salzgitter zu hören: „Weihnachtsfeiern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden bei uns gegebenenfalls privat organisiert.“ Eigeninitiative zähle.

Niedersächsische Unternehmen verzichten auf Weihnachtsfeiern: Continental setzt auf dezentrales Modell

Auch Continental setzt auf ein dezentrales Modell. „Weihnachtsfeiern sind an unseren deutschen Standorten unter Berücksichtigung der jeweiligen Bundesländer-Verordnungen sowie Hygiene- und Abstandsregeln grundsätzlich möglich“, so eine Sprecherin. Darüber hinaus gebe es aber interne Richtlinien zu beachten. Weil zentrale Großfeiern vermieden werden sollten, kämen als Alternative möglicherweise auch „virtuelle“ Veranstaltungen infrage.

Schon Ende 2020, als Impfungen gegen den Covid-19-Erreger noch nicht breit verfügbar waren, hatten sich viele niedersächsische Unternehmen mit Jahresabschluss-Partys zurückgehalten. Bei Feiern kleinerer Betriebe musste mitunter die Polizei einschreiten – etwa in Spelle (Emsland), wo Teilnehmer gegen Corona-Regeln verstießen.

Der Reisekonzern Tui dürfte während der Festtage viel zu tun haben, wenn die Kunden in wärmere Urlaubsregionen unterwegs sind. Die Belegschaft am Hauptsitz will sich – wenn überhaupt – eher im kleinen Kreis treffen, wie ein Sprecher sagte: „Wir haben im Moment aufgrund der Corona-Regeln keine zentrale Weihnachtsfeier in Hannover geplant.“

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD): „Vierte Welle könnte noch viele Menschenleben kosten“

Bei der Deutschen Messe AG, wo viele Veranstaltungen pandemiebedingt ausgefallen waren, ist man noch etwas unschlüssig – will aber ebenfalls Vorsicht walten lassen. „Aktuell gibt es noch keine konkreten Überlegungen zu einer Weihnachtsfeier bei uns.“

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach – der jüngst drastische Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen forderte* – rät angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage von größeren Weihnachts- und Karnevalsfeiern ab. „Diese wird wahrscheinlich die letzte große Welle der Pandemie sein, kann aber noch sehr viele Menschenleben kosten. Daher ist es wichtig, dass die Menschen vorsichtiger werden“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. „Dazu gehört, möglichst auf betriebliche Weihnachtsfeiern in Innenräumen zu verzichten*, an Weihnachten in kleineren Gruppen zu feiern und nicht zum Karneval zu gehen.“ (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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