Infektion meist harmlos

Corona: Warum können Kinder noch nicht geimpft werden?

Mehr als 80 Prozent der erwachsenen Niedersachsen sind einmal geimpft. Dazu kommen viele Teenager. Ob auch unter 12-Jährige geimpft werden sollten, darüber wird gestritten.

Hannover – Ob in Kita, Schule oder Sportverein - Kinder treffen auf viele andere Kinder. Um sie vor einer Corona-Infektion zu schützen, setzen die Einrichtungen auf Abstand, Maske tragen, Testen und Lüften. Impfen könnte – wie bei Erwachsenen – den Schutz erhöhen. Was in der Theorie einfach klingt, ist praktisch nicht so einfach. Gepaart wird die Diskussion von Theorien, Halbwissen und das der Krankheitsverlauf bei Kinder meist harmlos ist.

Intensiv-Bettenbelegung Niedersachsen4,6 Prozent (Stand 29.9.21)
7-Tage-Inzidenz44,9
Hospitalisierung2,5
Gestorben5953

Dass ein Kinder- oder Teenagerkörper nicht vergleichbar ist, mit dem eines Erwachsenen dürfte klar sein. Entsprechend muss es einen passenden Impfstoff geben. Kürzlich wurden die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna für die Altersgruppe ab 12 Jahre zugelassen. Erste Studienergebnisse hegen die Hoffnung, dass sie in dieser Altersgruppe zu 100 Prozent vor einer Covid-Erkrankung mit Symptomen schützen. An einigen Schulen gab es schon entsprechende Impfangebote.

Corona-Impfung für Kinder: Keien Infektion für 12- bis 15-Jährigen

Grundsätzlich sind beide mRNA-Impfstoffe sehr wirksam und sicher. Die Ergebnisse einer Studie mit rund 2.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren zeigt: Der Impfstoff ist auch in dieser Altersgruppe sicher und die Wirksamkeit vergleichbar oder sogar besser als bei den 16- bis 25-Jährigen. Keiner der rund 1.000 geimpften Kinder und Jugendlichen ist demnach an Corona erkrankt. Die anderen 1.000 Teilnehmer waren in einer Kontrollgruppe, die eine Kochsalzlösung bekam. 16 von ihnen erkrankten. Eine wichtige Erkenntnis auch im Hinblick auf die vierte Corona-Welle, auf die Chef-Virologe Drosten erneut vehement hinweist, da die „Zahlen übel aussehen.

Kinder ab 12 Jahre dürfen sich impfen lassen. Wie auch jüngere den Schutz bekommen können, ist noch unklar.

Blutuntersuchungen ergaben, dass die Antikörperkonzentrationen bei Kindern nach der zweiten Dosis anderthalbmal so hoch waren wie bei Geimpften zwischen 16 und 25. Je höher die Antikörperkonzentration, desto effektiver ist der Impfschutz – und desto länger hält er meist auch an.

Einfach ausgedrückt gilt allgemein für einige Impfstoffe: Je jünger, desto besser die Immunreaktion, desto höher aber auch die Impfreaktionen bei gleicher Dosis. Das galt auch für die jetzt zugelassenen Covid-Impfungen, bei denen junge Erwachsene nach den Impfungen häufiger an Kopfschmerz oder Fieber litten als die Älteren.

Sollte man unter 12-Jährige gegen Corona impfen?

Und die unter 12-Jährigen? Eine Antwort auf die Frage, ob sie auch geimpft werden sollten, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn Jüngere haben ein besonders niedrigeres Risiko schwer an Corona zu erkranken oder gar zu sterben. Aber eben auch kein Null-Risiko. Ein Impfstoff ist für diese Altersgruppe noch nicht zugelassen. Experten rechnen mit ersten Impf-Empfehlungen für Ende 2021. Eine Herausforderung der Hersteller ist, den Impfstoff besonders verträglich zu gestalten. Denn es betrifft die Altersgruppe ab sechs Monate.

Sollte die Zeitschiene eingehalten werden können, würde ein möglicher Impfstart mitten in den Winter und in die Grippesaison fallen. Auf die Kinder-Impfung zu warten bedeutet: Für niedrige Inzidenzen müssten die bisherigen Maßnahmen wie Lüften um einige Monate verlängert werden, an den Schulen, Kitas und im Alltag.

Den bisherigen Daten zufolge würde der Impfstoff zu einem hohen Eigenschutz auch bei Kindern führen, Corona-Komplikationen vermeiden und auch die Verbreitung des Virus weiter eindämmen. Wie auch bei anderen Krankheiten, die in Europa und anderswo bereits über Impfungen ausgerottet oder weitgehend verdrängt haben, könnte das bei einer sehr hohen Impfquote auch bei Corona der Fall sein.

Corona-Infektion verläuft nach Impfung bei 12 bis 15-Jährigen verläuft

Aus medizinischer Sicht verlaufen die Corona-Infektion für die allermeisten Kinder und Jugendlichen harmlos. Gerade bei den Jüngsten verläuft eine Infektion in der Regel sehr mild, häufige Symptome sind Husten und Schnupfen, oft zeigen die Jungen und Mädchen aber auch gar keine Symptome.

Ein Forscherteam aus Berlin, Leipzig und Heidelberg wollte herausfinden, wieso Kinder eine Infektion so gut wegstecken. Sie sammelten dazu Proben aus der Nasenschleimhaut von gesunden und von mit Corona infizierten Kindern und Erwachsenen. Ihr Ergebnis gleicht sich mit anderen Studien und Theorien. Das Ergebnis: Die oberen Atemwege sind bei Kindern besser gegen das Coronavirus und andere Viren gewappnet als bei Erwachsenen. So bekämpfen sie die Viren frühzeitig, bevor sie sich im Körper vermehren können.

Bislang sind in Deutschland mehr als 1400 Kinder im Krankenhaus behandelt worden, davon mehr als 70 auf der Intensivstation. 25 Todesfälle wurden bisher in der Altersgruppe von null bis 19 Jahren in Deutschland gemeldet – bei insgesamt rund 680.000 bestätigten Corona-Fällen (Stand: 9. September). Bei 16 der 25 Todesfälle hatten die Kinder Vorerkrankungen – ihr Sterberisiko war also erhöht. In Deutschland leben etwa 14 Millionen Kinder und Jugendliche. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Susanne Fischer-Bolz

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