Corona-Pandemie

Endlich wieder tanzen: Wann öffnen Clubs und Diskotheken?

Alle Branchen wollen Perspektiven. Clubs und Diskotheken trifft es in der Corona-Pandemie besonders hart, weil sie seit rund einem Jahr dauerhaft geschlossen sind. Nicht nur Gäste hoffen auf eine baldige Wiedereröffnung. Einige wehren sich gegen die Regeln, mit teuren Folgen.

Update vom 16. März: In Osnabrück muss ein Diskothekenbetreiber wegen der Missachtung des Öffnungsverbotes mit einem Bußgeld von bis zu 20 000 Euro rechnen. Bei einer Kontrolle stellten Ordnungsbehörde und Polizei in der Nacht zum Samstag fest, dass anstatt des erlaubten Schank- und Speisebetriebes eine Diskothek mit gut gefüllter Tanzfläche betrieben wurde. Die meisten der rund 200 Gäste hätten gegen die Maskenpflicht verstoßen, teilte die Stadt Osnabrück am Samstag mit. Auch gegen die Dokumentationspflicht der Gästedaten sei verstoßen worden. Es handele sich um grobe Verstöße gegen die Hygienevorschriften.

„Die niedersächsische Corona-Verordnung verbietet das Betreiben von Clubs und Diskotheken. Dieses Verbot wurde hier ignoriert“, sagt Sozialvorstand Katharina Pötter. Die Ordnungsbehörde habe die sofortige Schließung des Betriebes bis Sonntag 24 Uhr veranlasst. Es seien zudem Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Pötter betonte, viele Menschen schränkten ihren Alltag wegen der Pandemie ein. „Wir werden auch zukünftig kontrollieren, um zu verhindern, dass durch den Eigensinn Weniger die breite Mehrheit gefährdet wird.“

Auch im Modernes in der Bremer Neustadt wird seit fast einem Jahr nicht mehr getanzt.

Wann dürfen Clubs und Diskotheken wieder öffnen?

Geschäfte, Restaurants, Kinos - alle fordern Öffnungsperspektiven. Es gibt aber eine Branche, deren Kerngeschäft seit Beginn der Corona-Pandemie Jahr dauerhaft brach liegt. Clubs und Diskotheken durften nicht wie andere Kultureinrichtungen zwischen den beiden Wellen im Sommer des vergangenen Jahres öffnen.

Wann Clubs wieder öffnen können, ist unklar. In den Stufenplänen der Länder für eine schrittweise Öffnung finden sich Clubs und Diskotheken bestenfalls bei Sieben-Tage-Inzidenzen unter 5 wieder – und selbst dann nur mit Hygienekonzept und einer Begrenzung auf eine Person pro zehn Quadratmeter.

Wann Club-Besucher wieder eng beieinander tanzen dürfen, ist noch unklar.

In Niedersachsen Stufenplan 2.0 muss der Inzidenzwert unter 10 liegen, damit sich Menschen wieder auf Tanzflächen ausleben können. Mit Hygienekonzept und auch hier mit einer Personenbegrenzung von mindestens 10 Quadratmetern Platz pro Person.

Der Präsident des Berufsverbands Discjockey, Dirk Wöhler, warnt vor einem Sterben der Veranstaltungsbranche, sollte nicht schnell ein Öffnungs-Szenario mit Antigentests realisiert werden. Die Branche sei tot, wenn gewartet werde, bis alle geimpft seien, betonte der 51-Jährige.

Plakate mit der Aufschrift „Ohne uns ist’s still“ mit Porträtfotos von Bremer Kulturschaffenden scheinen die Politik zum Handeln zu bewegen: Nach der Aktion „Kulturgesichter 0421“ hat die Bürgerschaft einen Dringlichkeitsantrag der rot-grün-roten Koalition zu Hilfen für die Branche verabschiedet. So sollen Veranstaltungen mit Präsenz- und Online-Publikum ermöglicht werden. Auch in Oldenburg versuchen Menschen aus der Veranstaltungsbranche seit Längerem auf sich aufmerksam zu machen.

„Eine Maske beim Tanzen zu tragen, darauf hat doch auch keiner Lust.“

Tabea Paul, Bremerin

Wer gerne tanzen geht, muss sich seit Monaten etwas einfallen lassen. Clubs und Diskotheken sind seit Beginn der Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus Mitte März 2020 geschlossen. Auch bei Club-Besuchern wächst die Hoffnung, bald wieder gemeinsam tanzen und feiern zu gehen. „Ich finde es utopisch unter einen Wert von fünf oder zehn zu kommen, das ist in meinen Augen keine richtige Perspektive für die Clubbetreiber. Zumal es dann noch die Hygieneauflagen gibt“, sagt Tabea Paul aus Bremen.

Es sei unrealistisch, dass hauptsächlich betrunkene Besucher Abstandsregeln einhalten. „Eine Maske beim Tanzen zu tragen, darauf hat doch auch keiner Lust. Das Feeling lebt ja auch davon, dass man zusammen ist und tanzt, auf nichts achten muss, sich einfach gehen lässt. Da ist ein Hygienekonzept schwierig umzusetzen“, meint die 27-Jährige. Trotz allem könne sie nachvollziehen, dass es auch für politische Entscheidungsträger ein schwieriges Thema sei. (Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © kom

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