Corona-Variante auf dem Vormarsch

Durchseuchung mit Omikron? Karl Lauterbach macht klare Ansage

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gestikuliert und guckt kritisch. Neben ihm ist ein Handy platziert, auf dessen Display das Wort „Omicron“ angezeigt wird.
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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht in einem Interview über die mögliche Durchseuchung Deutschlands mit der Omikron-Variante. (kreiszeitung.de-Montage)

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht über die Gefahr der Omikron-Variante – und verrät, was er von einer bundesweiten Durchseuchung hält.

Berlin/Hannover – Seit Anfang Dezember 2021 ist Karl Lauterbach (SPD) Gesundheitsminister der neuen Bundesregierung. Einen Tag Pause kann sich der Sozialdemokrat im Grunde nicht genehmigen. Schließlich bleibt die Corona-Lage bundesweit angespannt, die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch. Darum soll es auch in seinem Gespräch mit RTL/n-tv gehen.

Deutscher Bundesminister für Gesundheit:Karl Lauterbach
Geboren:21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
Ehepartnerin:Angela Spelsberg (verh. 1996–2010)
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2005
Ausbildung:Harvard T.H. Chan School of Public Health (1992–1995) u.v.m.

Karl Lauterbach (SPD) spricht über Omikron: Gesundheitsminister sieht weniger drastischen Verlauf als bei der Delte-Variante – und warnt vor Gefahr für Ungeimpfte

Am späten Sonntagabend, 2. Januar 2022, stellt sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach den Fragen rund um den Bund-Länder-Gipfel in der ersten Januar-Woche sowie dem vermehrten Aufkommen der Omikron-Variante in Deutschland. Der SPD-Politiker wird auf mildere Verläufe bei der Corona-Mutation angesprochen. Kann dies für ein Stück weit Erleichterung sorgen?

„Es ist auf jeden Fall eine gute Nachricht. Gott sei Dank verläuft Omikron nicht so dramatisch wie die Delta-Variante*. Aber leider ist es auch so, dass wir bei den Ungeimpften, die es nicht selber wissen, von schweren Verläufen ausgehen müssen. Somit haben wir eine gemischte Nachricht, für Geimpfte und Nicht-Geimpfte“, schränkt Lauterbach direkt ein.

„Omikron-Variante wird Überhand nehmen“: Deswegen denkt Karl Lauterbach über Verkürzung der Quarantänedauer nach

Im Folgenden wird Lauterbach auch auf das Bund-Länder-Treffen am Freitag, 7. Januar, angesprochen. Im Rahmen dieses Austausches der Politik soll der neue Kurs im Kampf gegen die Corona-Pandemie diskutiert werden. Oder, wie es Karl Lauterbach selbst ausdrückt:

Wir müssen uns mit der Frage auseinandersetzen, wie wir der Omikron-Variante begegnen. Die Omikron-Variante wird Überhand nehmen und die Delta-Variante in den nächsten zwei Wochen ablösen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) spricht im Interview mit n-tv über das Bund-Länder-Treffen am 7. Januar 2022

Zudem geht Lauterbach auf eine mögliche Anpassung der Corona-Quarantäne-Regeln ein, bei denen der Hamburger Senat eine ganz andere Linie fahren* will. Eventuell soll die Dauer der Quarantäne in Zusammenhang mit der Omikron-Variante nämlich verkürzt werden. Dabei geht es nicht zuletzt um den Schutz von „kritischer Infrastruktur“, wie es Lauterbach formuliert. Hierzu zählen Kliniken, Feuerwehren oder Stromversorgung, die ihren Betrieb aufrechterhalten müssen – was durch Quarantäne-Ausfälle von Mitarbeitern jedoch erschwert werden würde.

Lauterbach warnt: Was eine Durchseuchung Deutschlands mit Omikron bedeuten würde

Vor dem Hintergrund des Bund-Länder-Treffens stehen auch die Fragen nach noch strengeren Corona-Regeln sowie einer möglichen Durchseuchung der Bevölkerung im Raum. Auch hierzu weiß sich Karl Lauterbach klar zu äußern. „Eine Durchseuchung ist keine Option. Auch, wenn Omikron wahrscheinlich nicht so schwer verläuft wie die Delta-Variante, bleiben doch sehr viele Menschen zurück, die bleibende Schäden haben werden“.

Was ist mit einer Durchseuchung gemeint?

Als Durchseuchung wird der Verbreitungsgrad einer endemischen Infektionskrankheit bezeichnet. Gezählt werden hierbei auch die Personen, die unter einer Erkrankung litten, mittlerweile aber wieder gesund sind. Selbiges gilt auch für Einzelpersonen, die nachweislich mit dem entsprechenden Erreger infiziert sind, jedoch keine klinischen Krankheitszeichen aufweisen.

Lauterbach kann in diesem Kontext nicht ausschließen, „dass es ähnlich wie bei der Delta-Variante zu Long Covid kommt“. Chronische Erkrankungen nach einer Infektion mit Omikron könnten die Folge sein, von Todesfällen geht der Gesundheitsminister auch aus. Zudem richtet Lauterbach seinen Blick auf die Vielzahl an Ungeimpften und darauf, ob diese Personengruppe noch rechtzeitig einen Schutz gegen Omikron erhält.

Bundesweite Impfpflicht gegen Corona: Karl Lauterbach macht sich hierfür stark

Das derzeit vermutlich größte Politikum kommt im n-tv-Interview mit Karl Lauterbach natürlich auch zur Sprache: die Diskussion über eine bundesweite Impfpflicht gegen das Coronavirus. Lauterbach macht sich für eine Impfpflicht für Erwachsene stark, derzeit würden entsprechende Anträge auch schon vorbereitet werden.

„Das ist eine hoch-ethische Entscheidung, ob man für oder gegen die Impfpflicht ist. Daher denke ich, dass es entsprechende Anträge im Deutschen Bundestag schon in wenigen Wochen geben wird. Diese Anträge werden dann darüber entscheiden, ob wir eine Impfpflicht bekommen oder nicht“, führt Karl Lauterbach aus.

Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt an – doch fehlen noch Corona-Zahlen von den ersten beiden Tagen in 2022

Abseits der ethischen, vom Gesundheitsminister ins Spiel gebrachten Komponente, scheint eine allgemeine Impfpflicht schon mit Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen sinnvoll. Am 3. Januar 2022 vermeldet das Robert Koch-Institut (RKI) 3.818 Corona-Neuinfektionen allein in Niedersachsen. Die Siebe-Tage-Inzidenz beläuft sich auf 174,6 pro 100.000 Einwohner.

Zum Vergleich: Am vorherigen Montag, dem 27. Dezember 2021, belief sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen auf 129,7. Am Freitag, 31. Dezember 2021, auf 157,4. Zudem ist die Zahl an Todesfällen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion um zwei Menschen auf insgesamt 6828 Tote nur in Niedersachsen gestiegen.

Es muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass das Land Niedersachsen an den ersten beiden Tagen in 2022 noch keine offiziellen Corona-Zahlen übermittelt hat. Dementsprechend kann ein noch größerer Anstieg nicht ausgeschlossen werden. (Stand der Daten: 3. Januar 2022, 14:10 Uhr) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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