US-Behörde beobachtet schon 60 Schiffe

„Schlimmste Weihnachten“: Odyssee auf dem Meer nach Corona-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff

Das auswärtige Amt hatte vor Reisen mit Kreuzfahrtschiffen gewarnt, offensichtlich aus gutem Grund. Auf mehreren von ihnen ist jetzt das Corona-Virus ausgebrochen.

Hannover – Auch zwischen den Jahren haben sich viele Urlauber für eine Kreuzfahrt entschieden, keine leichte Entscheidung, denn Reisen ist aufgrund der Corona-Pandemie auch dieses Jahr ein schwieriges Thema. Nun ist auf einigen Kreuzfahrtschiffen das Corona-Virus ausgebrochen – für Crew, Reisende und Veranstalter der Super-GAU. Vielen Kreuzern wird inzwischen das Einlaufen in verschiedenen Häfen verboten, vor allem in der Karibik.

Corona-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiffen

Krankheit:COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Das Auswärtige Amt hatte vor Urlaub 2021 auf Kreuzfahrtschiffen gewarnt, jetzt kommt es auf vielen von ihnen zu Corona-Ausbrüchen

Die Warnungen des Auswärtigen Amts vor Kreuzfahrten erweisen sich mehr als begründet. Nach einem Corona-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff von TUI, der „Mein Schiff 4“, mussten hunderte Urlauber ihre Kreuzfahrt frühzeitig beenden.* Doch die „Mein Schiff 4“ ist alles andere als ein Einzelfall: US-Behörden beobachten aktuell über 60 Schiffe im Zusammenhang mit Corona-Infektionen. Auf allen Schiffen war die maximal zulässige Zahl an Positivtestungen überschritten worden, wie die Gesundheitsbehörde CDC erklärt.

Von verschiedenen Ozeanriesen gibt es Berichte über Ausbrüche: Auf dem Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ etwa wurde ein Prozent der Reisenden positiv auf das Corona-Virus getestet. Der Rest war nicht zwingend negativ: Viele Passagiere warteten indes noch auf ihr Testergebnis, wie die Zeitung The Sun Sentinel berichtet, folglich dürfte die Zahl der Infizierten weiter steigen. Für die Reisenden bahnt sich nun wirklich eine Odyssee auf hoher See an. „Es war das schlimmste Weihnachten“, soll Passagier Christopher Holbrook der Zeitung gesagt haben.

Auf dem Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ wurden schon mehrmals Corona-Fälle registriert.

Viele Kreuzfahrtschiffe streichen Zwischenstopps – Sorge vor Omikron

Auf den meisten Kreuzfahrtschiffen gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen, auf vielen von ihnen konnten Corona-Ausbrüche indes nicht verhindert werden. Insbesondere in Anbetracht der Omikron-Variante gilt daher nun bei Behörden besondere Vorsicht, auch bei kleinen Fallzahlen auf Schiffen. Einige Reiseanbieter mussten deswegen jetzt Zwischenstopps auf ihren Reisen absagen, zum Teil, weil die Schiffe in bestimmten Häfen nicht einlaufen durften.

Weil auf dem TUI-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 4“ Corona ausgebrochen ist, müssen die Urlauber das Schiff auf den Kanaren im Hafen von Las Palmas verlassen und die Reise abbrechen. Viele weitere Kreuzfahrtschiffe sind ebenfalls betroffen.

Zwar hatten Studien aus Großbritannien zuletzt die Vermutung zugelassen, die Omikron-Variante könnte weniger schwere Verläufe aufweisen als die Delta-Variante, jedoch ist Omikron in jedem Fall hochinfektiös. Auf Kreuzfahrtschiffen ist das besonders gefährlich, denn dem Infektionsherd kann sich dort kaum entzogen werden. Auf der „Odyssey of the Seas“ war es trotz einer 95 prozentigen Impfquote zum Ausbruch gekommen. Die Perspektive, die nächsten Tage auf Kreuzfahrtschiffen inmitten von Erkrankten auszuharren, frustriert und besorgt viele Reisende, die Warnungen zunächst ignoriert hatten.

Reiseanbieter aus Niedersachsen: Auch bei TUI Grund zur Sorge wegen Corona-Virus auf Kreuzfahrtschiffen

Auch in Niedersachsen beobachtet man die Entwicklungen mit sorgenvollen Blicken, dort hat der Reiseveranstalter TUI, neben Berlin, seinen Hauptsitz – die Kreuzfahrtzentrale sitzt in Hamburg. In Niedersachsen hatte die Politik die Weihnachtsruhe in Anbetracht von Omikron verlängert, die Virus-Variante betrifft auch Reiseveranstalter TUI.

Die Ausbrüche auf der „Mein Schiff 4“ treffen TUI hart, denn das Unternehmen steckt ohnehin tief in den roten Zahlen. Zwar hatte sich das Tourismusgeschäft im Sommer etwas erholt, das zweite Jahr in Folge verzeichnet der Konzern jetzt allerdings einen Jahresverlust, der in die Milliarden geht. Für das Gesamtjahr lag das Minus bei rund 2,5 Milliarden Euro, bei einem Erlös von knapp 4,7 Milliarden.

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Im Rahmen der Omikron-Variante, bei der zuletzt ein neues Symptom festgestellt wurde, ist mit weiterer Verunsicherung der Tourismusbranche zu rechnen. Die Ausbrüche auf den Kreuzfahrtschiffen zeigen, dass die Unsicherheit unter Reisenden nicht unbegründet ist, auf Booten kann sich dem Infektionsgeschehen noch schwieriger entzogen werden als auf dem Land. Passagiere, Crew und Reiseunternehmen der betroffenen Kreuzfahrtschiffe hatten sich die Fahrten gänzlich anders vorgestellt – nun folgt nicht selten eine Odyssee auf hoher See.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Isaac Buj/EUROPA PRESS/dpa

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