Negativer Testnachweis als Alternative?

Neue Corona-Verordnung: Niedersachsen will Maskenpflicht lockern

Am 25. Juni soll die neue Corona-Verordnung kommen. Neue Änderungen stehen im Raum. Eine davon könnte die Lockerung der Maskenpflicht beinhalten.

Hannover - Die Inzidenzwerte im Land sinken weiter und liegen in Niedersachsen aktuell unter der 10er-Marke. Die niedersächsische Staatskanzlei teilt über ihre Website mit, dass die Landesregierung bereits an einer Änderung der Corona-Verordnung arbeitet. Diese soll auf die niedrigen Werte in den Landkreisen und Städten reagieren und somit weitere Lockerungen beinhalten.

Land:Niedersachsen
Hauptstadt:Hannover
Regierungschef:Stephan Weil (SPD)
Fläche:47.614 km²

Über den Verordnungsentwurf soll am morgigen Mittwoch abgestimmt werden. Er beinhaltet Regelungen für Inzidenzen unter zehn, aber auch noch solche, die für Regionen mit einem Wert zwischen zehn und 35 gelten. Eine Neuerung sieht die Lockerung der Maskenpflicht vor. Neu in die Verordnung einfließen soll eine Härtefallregelung. Diese würde für Landkreise gelten, in denen eine Inzidenzspitze klar abgrenzbar ist und „epidemiologisch keinen Sprung in die nächste Stufe rechtfertigen“. Erstmals seit September liegt der Inzidenzwert in Niedersachsen wieder unter zehn, wodurch weitere Lockerungen überhaupt erst in Frage kommen.

Weniger Maskenpflicht bei privaten Feiern und im Gastronomiebereich

Einige mögliche Änderungen in der Verordnung beziehen sich auf die Maskenpflicht. Diese greifen jedoch erst mit einem Inzidenzwert unter zehn. In 31 der 45 niedersächsischen Städte und Landkreise ist das aktuell der Fall.

Für den privaten Kontakt sieht die neue Verordnung vor, die Zahl der Personen im Innenbereich von zehn Personen auf 25 und draußen auf 50 zu erhöhen. „Treffen darüber hinaus sollen auch möglich sein, wenn der Verantwortliche sicherstellt, dass alle Erwachsenen einen negativen Testnachweis haben“, heißt es von der Staatskanzlei zu den geplanten Lockerungen. Diese Änderung wirkt sich auch auf den Veranstaltungsbereich aus.

Mit der neuen Corona-Verordnung könnten einige Lockerungen der Maskenpflicht in Kraft treten.

Wenn im Innenbereich mehr als 25 Personen zusammenkommen, gilt die Maskenpflicht noch, solange kein fester Sitzplatz eingenommen wurde. Es soll jedoch möglich gemacht werden, mit Nachweis eines negativen Tests der Besucher, die Maskenpflicht sowie jene zum Einhalten des Abstands weiter zu reduzieren.

Für die Gastronomie gibt es die Überlegung, die Teilnehmer-Grenze - bisher 100 Personen drinnen und draußen mit Testnachweis, ohne Abstand und Maske - fallen zu lassen. Feiern 25 Personen im Innenbereich oder 50 Personen draußen, soll ein negatives Testergebnis vorgelegt werden. Für Diskotheken würde dann die Masken- und Abstandspflicht entfallen.

Maskenpflicht in Niedersachsen: So sieht es bei Tourismus und Schulen aus

Im Bereich Tourismus und Maskenpflicht könnte es ebenfalls Lockerungen geben. Für Busreisen soll eine Wahlmöglichkeit geschaffen werden. Eine Entscheidung stehe dann an zwischen der Möglichkeit im Inneren durchgängig eine Maske zu tragen, dafür könne jedoch auf das Einhalten des Abstands verzichtet werden. Alternativ müsse der Abstand eingehalten werden. Die Maske aber nur getragen erden, solange der Sitzplatz nicht eingenommen wurde.

Wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, die Pandemie sei vorbei.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Die Staatskanzlei erklärt zudem in der Mitteilung, dass die für Schulen getroffenen Regelungen noch bis Ende September bestehen bleiben, ohne Änderung. Begründet wird dies damit, dass zunächst beobachtet werden soll, wie sich die Situation nach den Ferien und der Rückkehr vieler Reisender entwickelt. Für Regionen unter einer Inzidenz von 35 gilt keine Pflicht zum Tragen einer Maske im Unterricht, nur in besonders gekennzeichneten Bereichen, in denen das Einhalten des Abstands nicht möglich ist, wie das Kultusministerium zum Thema Schule auf seiner Website mitteilt.

Niedersachsens Lockerungen: Stephan Weil mahnt zur Vorsicht

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mahnt jedoch insgesamt in der Debatte um ein mögliches Ende der Maskenpflicht zur Vorsicht. „Wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, die Pandemie sei vorbei“, sagte der SPD-Politiker der „Hannoverschen Allgemeine Zeitung“. Angesichts der abflauenden Coronavirus-Pandemie hatte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht am Sonntag die Länder aufgefordert, die Fortdauer der Maskenpflicht zu überprüfen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil steht einer Lockerung der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen skeptisch gegenüber.

Weil zeigte sich offen für Lockerungen im Freien. „Gleichzeitig müssen wir vorsichtig bleiben, das Virus ist weiterhin auch in Deutschland präsent und wir wissen nicht, was in den nächsten Wochen noch für Herausforderungen auf uns zukommen“, sagte der Regierungschef dem Blatt. Skeptischer sieht Weil Lockerungen in geschlossenen Räumen und vor allem im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV). „Dort dürfte eine Aufhebung der Maskenpflicht als letztes in Betracht kommen“, betonte Weil bei „NDR Niedersachsen“. Mit Material der dpa. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel / picture alliance / dpa

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