Innenminister warnt vor Missachtung der Regeln

Corona und Vatertagstouren: Polizei verstärkt Kontrollen

Die Polizei will am Himmelfahrts- und Vatertag verstärkt die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen kontrollieren und rät zu Feier im engsten Familienkreis

Hannover - Die Polizei will am Himmelfahrts- und Vatertag verstärkt kontrollieren und ruft die Menschen auf, sich genau zu informieren, was erlaubt ist. Je nach Inzidenz gelten unterschiedliche Bestimmungen. Allgemein lässt sich aber sagen, dass Vatertagstouren von Menschen aus mehr als drei Haushalten nirgendwo in Niedersachsen erlaubt sind. In den meisten Regionen dürfen sich Personen aus maximal zwei Haushalten treffen.

Stadt:Hansestadt Lüneburg
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis:Lüneburg
Stadtgliederung:17 Stadtteile

Niedersachsen Innenminister Boris Pistorius (SPD) verwies auf sinkende Corona-Zahlen. „Die Perspektive für Lockerungen steht“, sagte er. „Himmelfahrt fällt jetzt genau in diese Zeit, wo es auf uns alle noch einmal ankommt“, fügte er hinzu. Auch wenn die traditionellen Vatertags-Touren für viele dazugehörten: „Mit dieser Perspektive wäre es grob fährlässig, quasi am Bollerwagen die in Aussicht stehenden Lockerungen zu verstolpern, weil die bestehenden Regelungen missachtet werden und die Inzidenzzahlen in spätestens zwei Wochen wieder steigen.“

Das alljährliche Ritual insbesondere von größeren Gruppen junger Nicht-Väter müsse in diesem Jahr ausfallen, teilte die Polizei Lüneburg mit. Am Himmelfahrts- und Vatertag sind aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin viele Regeln einzuhalten, weshalb die Polizei Lüneburg zu einem Vatertag im engsten Familienkreis riet.

Polizei und Innenminister mahnen zur Vorsicht, um Lockerungen nicht zu gefährden

Landesweit bat die Polizei darum, sich auch am Feiertag umsichtig zu verhalten. „Die Einhaltung der Vorschriften ist für die Verhinderung der Infektionsausbreitung weiterhin von immenser Wichtigkeit“, sagte Helmstedts Polizeichefin Imke Krysta. Sie kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen Verstöße an. Zahlreiche Polizeidienststellen verwiesen darauf, dass die Missachtung der Kontaktregeln Folgen für alle haben könnte. Denn steigende Corona-Zahlen könnten Lockerungen verhindern.

Mit Blick auf traditionelle Bollerwagentouren am Vatertag ruft die Polizei zur Berücksichtigung der Kontaktbeschränkungen auf.

„Es spricht natürlich nichts gegen einen Ausflug am Vatertag, aber dieser sollte unbedingt unter Beachtung der Corona-Regeln stattfinden, so dass alle Menschen in Niedersachsen einen friedlichen, sonnigen Himmelfahrtstag genießen können“, sagte der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff.

Corona in Niedersachsen: Es gelten strenge Regeln für Treffen im privaten, aber auch öffentlichen Raum

Zusammenkünfte im privaten und öffentlichen Raum sind derzeit streng geregelt: In Landkreisen mit einer Inzidenz unter 35 dürfen sich bis zu zehn Menschen aus drei Haushalten treffen. Bei einer Inzidenz zwischen 35 und 100 darf ein Haushalt mit höchstens zwei Menschen aus einem weiteren Haushalt zusammenkommen. Liegt der Wert des Kreises oder der kreisfreien Stadt über 100, greift die Bundes-Notbremse und ein Haushalt darf sich maximal mit einer weiteren Person treffen. Zugehörige Kinder bis 14 Jahren werden jeweils nicht mitgezählt. In Regionen mit einer Inzidenz über 100 gilt zudem zwischen 22 und 5 Uhr eine Ausgangssperre.

Um die Pandemie zu überwinden, brauchen wir einen langen Atem. Es liegt an uns allen, wie wir gemeinsam durch diese Zeit kommen.

Michael Pientka, Polizeipräsident Braunschweig

„Die Erfahrungen aus dem zurückliegenden Jahr haben gezeigt, dass Abstands- und Hygieneregeln unter dem Einfluss größerer Mengen Alkohol vielfach missachtet werden, weshalb die Einsatzkräfte an diesem Brauchtumstag vor besonderen Herausforderungen stehen“, teilte die Polizei Braunschweig mit. „Wir werden inakzeptables Verhalten nicht dulden und konsequent einschreiten“, sagte der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka. „Um die Pandemie zu überwinden, brauchen wir einen langen Atem. Es liegt an uns allen, wie wir gemeinsam durch diese Zeit kommen.“ Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner / picture alliance / dpa

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