Corona-Pandemie

Corona-Totimpfstoffe: Novavax und Valneva im Experten-Check

Die Infektionen gehen in Niedersachsen zurück, doch es gibt mehr Tote. Omikron bereitet Sorge. Sind die Corona-Totimpfstoffe von Novavax und Valneva die Lösung?

Hannover – In der vergangenen Woche lag die 7-Tage-Inzidenz in Niedersachsen noch deutlich über 200 und es gab streckenweise mehr als 4000 Neuinfektionen im Bundesland. Doch nun deutet sich langsam ein wenig Entspannung bei den Neuinfektionen an. Sie sind seit Tagen konstant rückläufig in Niedersachsen und auch in Deutschland. Sorge bereitet die sich ankündigende Variante Omikron des Coronavirus, da noch immer viele Menschen ungeimpft sind. Bald könnte der Corona-Totimpfstoff Valneva und der vermeintliche Totimpftsoff Novavax ihre Zulassungen erhalten. Wäre das die Lösung, auch die letzten Impfskeptiker zu überzeugen?

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Corona-Totimpfstoffe Novavax und Valneva: Inzidenz in Niedersachsen sinkt – Covid-19-Lage bleibt angespannt

Während die Diskussion um die Corona-Totimpfstoffe von Novavax und Valneva immer wieder in Corona-Hochphasen ebenso hochschaukelt, lag das Land Niedersachsen mit einer 7-Tage-Inzidenz von 178,6 am Mittwoch, 15. Dezember 2021, deutlich unter den Werten der Vorwoche, als dieser Wert noch regelmäßig über der Marke von 200 lag. Für Mittwoch meldeten die Behörden für ganz Niedersachsen 2684 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, somit sind aktuell in Niedersachsen 14.294 Menschen mit Covid-19 infiziert. Für ganz Deutschland wurden 51.301 Neuinfektionen gemeldet, aktuell leiden heute 293.559 Personen an Corona.

Corona in Niedersachsen: 22 neue Todesfälle und 2684 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – hätten Corona-Totimpfstoffe wie Valneva oder Novavax helfen können

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden den Behörden am Mittwoch 22 neue Todesfälle bekannt. Seit Beginn der Pandemie verstarben somit in Niedersachsen 6616 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion. Im gesamten Bundesgebiet verstarben seit März 2020 106.680 – Tendenz weiter steigend. Ob und wie schnell die beiden Corona-Totimpfstoffe zum Einsatz gegen Covid-19 kommen, ist derzeit noch ungewiss.

Dass die Infektionszahlen langsam wieder sinken, ist zum einen den Kontaktbeschränkungen und den verschärften Corona-Regeln zuzuschreiben, die seit kurzem wieder in Niedersachsen gelten. 91171823Über die Feiertage gilt sogar eine Weihnachtsruhe mit Warnstufe 3. Zu verdanken ist dies aber auch einer immer weiter voranschreitenden Impfkampagne. So erhielten in Niedersachsen bisher immerhin 74,6 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung (Deutschland: 72,7 Prozent), eine Zweitimpfung bekamen bisher 71,3 Prozent (Deutschland: 69,7 Prozent). Eine Drittimpfung erhielten nach Zahlen des RKI immerhin schon 25,2 Prozent der Niedersachsen (Deutschland: 24,7 Prozent)

Der Totimpfstoff Valneva gegen das Coronavirus steht in der Europäischen Union kurz vor der Zulassung. (Archivbil)

So gut die Zahlen der Impfkampagne auch sind, zeigen sie doch, dass ein gutes Viertel der Niedersachsen noch überhaupt keine Impfung gegen eine Covid-19-Infektion erhalten haben. Gerade mit Blick auf Omikron könnte sich dies bald rächen, scheint die Variante doch noch ansteckender als die Delta-Variante des Coronavirus zu sein.

Expertenvergleich zwischen Valneva und Novavax: Corona-Totimpfstoff oder proteinbasierter Impfstoff?

Doch, wie bekommt man den Rest noch zum Impfen? Denn, viele der Ungeimpften, zu denen laut einer Studie auch eine Menge Hartz-IV-Empfänger zählen, lehnen die verfügbaren mRNA- und Vektorimpftsoffe von Biontech oder AstraZeneca grundsätzich ab und verweisen darauf, dass sie sich entweder überhaupt nicht oder aber nur mit einem sogenannten Corona-Totimpfstoff immunisieren lassen wollen, wie dies bei anderen Impfungen hierzulande auch der Fall ist, etwa bei Tetanus oder Diphterie.

Zwar sind noch keine Totimpfstoffe gegen das Coronavirus auf dem deutschen Markt verfügbar, doch schon bald könnten sie es sein. Dabei handelt es sich um den Corona-Totimpfstoff von Valneva und den vermeintlichen Totimpfstoff von Novavax, der aber eigentlich ein sogenannter Proteinimpfstoff ist. Doch wie schneiden die Impfstoffe im Vergleich ab?

Unterschiede: Corona-Totimpfstoff Novavax im Gegensatz zu Valneva gar kein Totimpfstoff

Schaut man sich die beiden Impfstoffe genauer an, merkt man sehr schnell, dass es sich bei dem vermeintlichen Totimpfstoff von Novavax gar nicht um einen Totimpfstoff handelt. Experten haben dies bereits aufs heftigste kritisiert. Denn, Novavax ist ein proteinbasierter Impfstoff und stellt Teile des Spike-Proteins künstlich her. Bei Valneva hingegen handelt es sich wirklich um einen sogenannten Totimpfstoff, wie er seit Jahrzehnten in der Schulmedizin verwendet wird. Dieser Impfstoff basiert also wirklich auf komplett inaktivierten Corona-Viren.

Corona-Totimpfstoffe von Valneva und Novavax: Breitere Immunantwort wird hervorgerufen

Das lässt Experten beim Totimpftsoff Valneva klare Vorteile gegenüber dem vermeintlichen Totimpfstoff Novavax erkennen. Denn, ein Totimpfstoff ruft im Gegensatz zu einem proteinbasierten Impfstoff eine breitere Immunantwort hervor. Dies aus dem Grund, weil das Vakzin, wie in der Apotheken-Umschau beschrieben, den Körper mit allen Teilen des Coronavirus konfrontiert.

Beim Impfstoff Novavax hingegen ist im Vakzin nur das Spike-Protein enthalten. „Im Vergleich zu den Impfstoffen, die nur auf das Spike-Protein abzielen, löst ein Ganzvirusimpfstoff (Totimpfstoff, Anm. d. Red.) eine breitere Immunantwort aus. Die Immunantwort richtet sich dann nicht nur gegen das Spike-Protein, sondern gegen weitere Viruskomponenten“, erklärt dazu Professor Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission und Direktor des Mikrobiologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen in der Apotheken-Umschau.

im Vergleich gegen Biontech und Moderna: Corona-Totimpfstoffe Novavax und Valneva

Auch mit den gängigen mRNA- und Vektor-Impfstoffen wie Biontech oder Moderna, die von der Stiko empfohlen und für den Booster-Impfungen genutzt wurden beide Vakzine verglichen. Bei der Gegenüberstellung mit dem Vakzin von Biontech schnitt Corona-Totimpfstopff Novavax mit überzeugenden Werten ab. So soll das Vakzin bis zu 100 Prozent vor schweren Verläufen schützen, bei Biontech schneidet dieser Wert zwar mit 90 Prozent ebenfalls gut ab, liegt aber dennoch gut zehn Prozent darunter. Beim Vergleich zwischen Valneva und AstraZeneca zeigte sich eine breitere Immunantwort beim Totimpfstoff mit den Antikörpern. In den Studien wurden zwar Nebenwirkungen festgestellt, diese sind aber laut Experten mild und vertretbar. Mediziner zeigten sich in Tests zufrieden.

Corona-Totimpfstoffe von Valneva und proteinbasierter Impfstoff vor der Zulassung innerhalb der Europäischen Union

Aktuell warten sowohl der Totimpfstoff von Valneva als auch der vermeintliche Totimpftsoff von Novavax auf eine Zulassung innerhalb der Europäischen Union durch die Arzneimittelbehörde EMA. Aktuell gibt es bei Novavax noch Probleme mit der Zulassung, weil das Unternehmen mit drastischen Lieferproblemen zu kämpfen hat, die aber bald behoben sein sollen.

Valneva befindet sich aktuell im sogenannten Rolling-Review-Verfahren bei der EMA. Mit diesem Verfahren kann die Zulassung für den Corona-Totimpfstoff wesentlich beschleunigt werden. Mit vorgelegten Studien-Ergebnissen ist die EU-Kommission derzeit zufrieden, während jene, die sich bisher noch nicht für eine Corona-Impfung entschieden haben, v möglicherweise von den durchaus vielversprechenden Ergebnissen umstimmen lassen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © MAGO / ZUMA Wire

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