Corona-Pandemie

Corona-Totimpfstoff kein Heilsbringer gegen Omikron: „Impfen, impfen, impfen“

RKI-Chef Lothar Wieler warnt vor einem schlimmen Verlauf einer Omikron-Welle, die sich aktuell ankündigt. Es hilft nur impfen, bald könnte es Totimpfstoffe dafür geben.

Berlin/Hannover – Die vierte Corona-Welle scheint sich in Deutschland gerade etwas abzuflachen. Inzidenzwerte jenseits der 400 sind seit ein paar Tagen Vergangenheit, 2G-, 2G-Plus- und 3G-Regeln sowie die Impfungen gegen das Coronavirus zeigen erste Wirkungen.

Omikron und fünfte Welle in Niedersachsen: Nur mit Impfen ist dem Virus auf Dauer beizukommen

Doch, laut Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts in Berlin (RKI), ist dies nicht genug. Denn immer noch sterben täglich in Deutschland mehr als 400 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Wieler hat eine Lösung parat, die zwar gegen die sich ankündigende 5. Welle und die Omikron-Variante hilft, aber nicht jedem schmeckt. Und zwar: „Impfen, impfen, impfen“, zitiert Spiegel Online den Mediziner.

Krankheit:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019 in Wuhan (Volksrepublik China)
Neue entdeckte Variante:Omikron (B.1.1.529)

Denn immer noch gibt es viele Impfskeptiker, Coronaleugner und Querdenker, die sich mit den mRNA- und Vektorimpfstoffen von Biontech oder Astrazeneca* nicht impfen lassen wollen. Viele dieser Menschen sind nach Einschätzungen von Fachleuten für Argumente schlicht nicht mehr zugänglich. Dann gibt es aber auch noch die Menschen, die schlicht verunsichert sind, weil viele Unwahrheiten und Fakenews über die Impfstoffe verbreitet wird.

Corona in Niedersachsen: Tote und Krankenhauseinweisungen werden wieder mehr

Viele dieser Menschen wollen auf die Zulassung von klassischen Totimpfstoffen wie Valneva oder dem vermeintlichen Totimpfstoff von Novavax warten. Doch, auch wenn die Stoffe kurz vor der Zulassung in der Europäischen Union stehen, könnte das Warten auf diese Impfstoffe tödliche Folgen haben, denn mit Omikron kündigt sich gerade die fünfte Welle der Coronapandemie in Deutschland an.

Zwar sinken die Zahlen in den vergangenen Tagen kontinuierlich, doch bleiben die Todeszahlen und die Hospitalisierungen auf einem gleichbleibenden Niveau. So meldete das RKI am Freitagmorgen, 17. Dezember 2021, für Niedersachsen eine 7-Tage-Inzidenz von 176,4 (Vortag: 179,5), was 2631 Neuninfektionen mit dem Coronavirus (Vortag: 3308) binnen 24 Stunden bedeutet. Den niedersächsischen Behörden in Hannover wurden 26 Todesfälle (Vortag: 17) im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gemeldet. Innerhalb von 7 Tagen und pro 100.000 Einwohner werden aktuell in Niedersachsen sechs Personen in ein Krankenhaus eingeliefert aufgrund von Corona, aktuell sind 10,6 Prozent der Intensivbetten in Niedersachsen durch Covid-19-Infizierte belegt.

Lothar Wieler vom Robert Koch-Institut (RKI) fordert die Bevölkerung zum Impfen auf. (kreiszeitung.de-Montage)

Und auch die Impfkampagne könnte hierzulande um einiges besser laufen. Aktuell haben in Niedersachsen 74,9 Prozent der Einwohner eine erste Immunisierung erhalten, zweifach gegen Corona geimpft sind nach den Zahlen des RKI bis jetzt 71,5. Die Drittimpfung, auch Auffrischungsimpfung oder Boosterimpfung genannt, haben bis jetzt 28,5 Prozent erhalten. Laut Fachleuten ist diese immer noch zu wenig, um die viel zitierte Herdenimmunität zu erreichen.

Impfen gegen das Coronavirus: Totimpfstoff Novavax ist gar kein Totimpfstoff

Doch, die neue Variante Omikron des Coronavirus kündigt sich gerade in Deutschland in Form der fünften Coronawelle an, obwohl die vierte Welle noch gar nicht wirklich abgeflacht ist. Auch aus dieser Sicht heraus, ist das Impfen gegen eine Covid-19-Infektion beziehungsweise gegen einen schweren Verlauf mit einer Coronainfektion die beste und einfachste Wahl der Mittel, um die pandemische Lage endlich in eine endemische Lage zu verwandeln.

Aber, wie soll das Gelingen, wenn sich eben weiter ein zwar kleiner aber lauter Teil der Gesellschaft gegen eben diese stellt und sich nicht impfen lässt mit den verfügbaren Impfstoffen. Denn, warten auf den Totimpfstoff von Valneva beziehungsweise den vermeintlichen Totimpfstoff von Novavax scheint keine Lösung zu sein. Jedenfalls rät davon sogar der Chef des Herstellers des Vakzins von Valneva ab und der will schließlich Geld mit seinem Vakzin verdienen.

Was ist der Unterschied zwischen proteinbasierten Impfstoff und Totimpfstoff

Ein Totimpfstoff enthält nur abgetötete Viren. Das heißt, das Virus kann sich nach der Injektion im Körper nicht vermehren. Aufgrund der abgetöteten Viren kann der menschliche Organismus aber Antikörper bilden, die vor einer Ansteckung oder einem schweren Verlauf mit der zu erwartenden Krankheit schützt. Zu den Totimpfstoffen zählen beispielsweise Tetanus, Keuchhusten oder Diphtherie. Im Kampf gegen die Coronapandemie steht gerade der Totimpfstoff Valneva kurz vor der Zulassung, auch wenn es noch einige Wochen oder Monate dauern kann.

Viele wollen auch auf den vermeintlichen Totimpfstoff von Novavax setzen, dabei handelt es sich hierbei um einen sogenannten proteinbasierten Impfstoff. Mit einem Totimpstoff hat diese Art von Vakzinen wenig bis gar nichts gemeinsam. Denn, genau wie verfügbaren mRNA- und Vektorimpfstoffe setzt der Impfstoff von Valneva auch beim sogenannte Spikeprotein an.

Im Gegensatz zu einem Totimpfstoff, der ausschließlich abgetötete Viren enthält, verwendet Novavax das sogenannte Spikeprotein von Sars-CoV-2 und reproduziert dieses massenhaft in Insektenzellen. Nach der Injektion des Impfstoffes bildet der menschliche Organismus Antikörper gegen das Protein und kann sich so besser vor einer Covid-19-Infektion schützen. (jon)

„Ich rate niemandem, auf unseren Impfstoff zu warten“, sagte Thomas Lingelbach, Geschäftsführer des Biotechnologieunternehmens Valneva, dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. „Das wäre ethisch inakzeptabel.“ Er empfehle Verwandten und Bekannten zurzeit Impfstoffe der anderen Hersteller. Er selbst habe sich kürzlich mit dem mRNA-Produkt von Biontech boostern lassen.

Totimpfstoff von Valneva: seit 60 bis 70 Jahren eingesetzte Impfstofftechnologie mit bewährtem Verfahren

Eile sei angesichts der drohenden Infektionswelle mit der Omikron-Variante des Virus geboten. Und bis Valnevas eigener Impfstoffkandidat in der EU auf den Markt komme, werde es wohl noch mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate dauern.

Der Impfstoff von Valneva ist ein Impfstoff mit inaktivierten Viren. Es handelt sich damit um eine klassische, seit 60 bis 70 Jahren eingesetzte Impfstofftechnologie mit bewährten Verfahren und sehr hoher Sicherheit, wie die EU-Kommission im Rahmen eines Kaufvertrags kürzlich feststellte. Die Technologie komme auch bei den meisten Grippe-Impfstoffen und vielen Impfstoffen für Kinderkrankheiten zum Einsatz. Der Valneva-Impfstoff sei der derzeit einzige Impfstoffkandidat gegen Covid-19 auf Basis inaktivierter Viren, der derzeit in Europa in klinischen Studien getestet werde, hieß es. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa/Sven Simon/imago

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