Corona-Pandemie

Corona-Tests: Ab Oktober sind sie nur noch für wenige Personen kostenlos

Damit mehr Leute einer Impfung zustimmen, will die Bundesregierung den Zugang zu kostenlosen Corona-Tests einschränken. Diese Gruppen sind davon ausgenommen.

Berlin – Die Bundesregierung will die Corona-Verordnung anpassen und künftig nicht mehr allen Menschen kostenlose Corona-Schnelltests anbieten. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, wie „Business Insider“ berichtet.

Bundesland:Niedersachsen
Personen mit Erstimpfung:5.483.217
Personen mit Zweitimpfung: 5.056.332
Impfquote in Prozent (* mindestens Erstimpfung)68,6

Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, wird der Bund das Angebot kostenloser Bürgertests für alle mit Wirkung vom 11. Oktober 2021 beenden.

Corona-Tests: Für nur noch wenige Personengruppen bleiben sie kostenlos

Die kostenlosen Schnelltests sollen dann nur noch wenigen Personengruppen möglich sein. Darunter Kinder von zwölf bis 17 Jahren und Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Etwa Schwangere, Personen mit Autoimmunerkrankung oder Menschen, die eine Organtransplantation hinter sich haben.

Bis zum 11. Oktober können sich alle Bürgerinnen und Bürger noch mindestens einmal wöchentlich mit einem Schnelltest testen lassen. Danach müssen sie dafür selbst zahlen.

Darüber hinaus soll es in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen weiterhin kostenlose Tests geben, weil dort enger Kontakt zu stark gefährdeten Personen besteht.

Corona-Pandemie: Für diese Personen-Gruppen sind kostenlose Tests noch möglich:

  • - Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren
    - Schwangere
    - Personen, für die aus gesundheitlichen Gründen keine Impfung möglich ist
    - Angestellte von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

Wer sich also zukünftig ohne triftigen Grund nicht impfen lässt, muss Corona-Tests selbst bezahlen. Die kostenlosen Tests fallen jedoch auch für geimpfte Personen weg.

„Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger angezeigt und nicht erforderlich.“ So begründet das Gesundheitsministerium das Ende des kostenlosen Test-Angebots. Damit spare die Bundesregierung fast 14 Millionen Euro ein.

Für Menschen, die Corona-Symptome aufweisen, sollen die Kosten für Schnelltests auch in Zukunft übernommen werden. In diesen Fällen wird jedoch in der Regel direkt ein PCR-Test durchgeführt. Das gilt ebenso, wenn Menschen, die zu einer infizierten Person Kontakt hatten, getestet werden.

Corona-Tests: Experten fordern Teststrategie auch für geimpfte und genesene Personen und warnen vor „explosiver Dynamik“

Unterdessen haben Forscher aus Berlin mit Blick auf die steigende Inzidenz eine weitreichende Teststrategie gefordert, die auch Geimpfte und Genesene berücksichtigt.

„Eine wirksame Teststrategie für den Herbst 2021 muss die Geimpften und Genesenen mit einbeziehen, da diese, auch wenn sie nur selten schwere Verläufe zeigen, trotzdem an der Übertragung des Virus beteiligt sind“, heißt es in einem Bericht der Forschungsgruppe an das Bundesministerium für Bildung und Forschung, aus dem der „Tagesspiegel“ zitiert. Die Experten kritisieren außerden die kostenpflichtigen Antigen-Schnelltests. Es sei fraglich, „ob es genau in der jetzigen Phase der Pandemie zielführend ist, die Antigen-Schnelltests kostenpflichtig zu machen“. 

Das Expertengremium wird vom Mobilitäts-Forscher Kai Nagel von der Technischen Universität (TU) Berlin geleitet. Zu der Gruppe gehören unter anderen der Mathematiker Christof Schütte und der Informatiker Tim Conrad vom Zuse-Institut Berlin. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/ dpa

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