Land prüft Regeländerung

Corona-Testpflicht für Kitas in Niedersachsen gefordert

Kindertagesstätte
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Angesichts der Omikron-Virusvariante steht eine Testpflicht für Kita-Kinder im Raum. (Symbolbild)

Um größeren Corona-Ausbrüchen vorzubeugen, steht möglicherweise eine Testpflicht für Kita-Kinder im Raum. Politiker fordern derweil mehr Schutz für Schulkinder.

Hannover – Die Ausbreitung der Omikron-Virusvariante bereitet den Experten bundesweit Sorgen. Aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen, dass neben der Altersgruppe der 15- bis 59-Jährigen auch zunehmend jüngere betroffen sind. Nicht in allen Altersgruppen ist es bisher möglich, Vakzine gegen das Coronavirus zu verimpfen. Ähnlich wie in Schulen, in denen sich in Niedersachsen ungeimpfte Schüler regelmäßig auf das Virus testen müssen, erwägt die Landesregierung auch eine Testpflicht für jüngere Kinder – etwa in Kita-Einrichtungen. Nach Angaben von Kultusminister Grant Hendrik Tonne prüft die Landesregierung eine solche Vorgabe derzeit. Am Freitag tagt zudem der Bund-Länder-Gipfel, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche: 47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt: Hannover

„Genauso wie wir offene Schulen benötigen, brauchen wir verlässlich geöffnete Kitas – für die Eltern, aber noch mehr für die Kinder“, sagte Tonne der Neuen Presse am Donnerstag. „Angesichts der Omikron-Variante halte ich es deswegen für den richtigen Zeitpunkt, eine Testpflicht in den Kitas sehr genau zu prüfen.“ Sollte sich die Landesregierung für eine entsprechende Pflicht entscheiden, würde sie zeitnah eingeführt werden. Zusätzlich wird derzeit im Kultusministerium überlegt, auch für Krippenkinder unter drei Jahren freiwillige Corona-Tests zur Verfügung zu stellen. Derweil wurden in Niedersachsen bisher 30.000 Impfdurchbrüche registriert.

Testpflicht in Kitas: Tonne bekommt Unterstützung von Grünen-Familienpolitiker

Unterstützung bekommt Tonne von dem Grünen-Familienpolitiker Volker Bajus, der sagte, dass es dem Ernst der Lage entspreche, wenn die Testpflicht auf die Kitas ausgeweitet werde. So könnte den Mitarbeitern als auch besorgten Eltern mehr Sicherheit gegeben werden und größeren Ausbrüchen vorgebeugt werden. Gleiches gilt auch für Selbsttests für Krippenkinder. „Es macht doch keinen Sinn, ausgerechnet bei den Kleinsten zu sparen“, sagte Bajus.

Die derzeitige Corona-Verordnung für Niedersachsen sieht lediglich für Schülerinnen und Schüler eine Testpflicht vor, für Kita-Kinder ab drei Jahren stellt das Land freiwillige Tests bereit. Für den Schulstart nach den Weihnachtsferien sind tägliche Tests vorgesehen. Schüler, die weder geimpft noch genesen sind, sollen sich von Montag an täglich zu Hause testen, um zu verhindern, dass Infektionen nach den Feiertagen in die Schulen getragen werden.

Schutz für die Schulkinder vor Corona: FDP reichen Pläne der Landesregierung nicht

Der FDP reicht dieser Schutz für die Schulkinder nach Weihnachten nicht aus und fordert, dass Schüler in den Schulen besser vor der Omikron-Viruswelle geschützt werden. „Die Politik hat versprochen, dass die Kitas und Schulen offen bleiben. Dafür müssen angesichts der Omikron-Variante weitere Maßnahmen ergriffen werden“, sagte FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling. Seiner Ansicht nach seien tägliche Corona-Tests für alle Schulkinder im Januar erforderlich – unabhängig vom Impfstatus oder Genesenenstatus. Außerdem die Beschaffung qualitativ höherwertiger Tests, um fehlerhafte Ergebnisse zu vermeiden. Für Lehrerschaft sollte des Weiteren FFP2-Masken tragen.

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Es sei versäumt worden, rechtzeitig für zusätzliche Schutzmaßnahmen zu sorgen und in beispielsweise Raumluftanlagen zu investieren. Für die meisten Schüler bedeute das „weiterhin Unterricht mit Mütze und Handschuhen“, sagte der Bildungspolitiker. „Dabei hilft gute Luft im Klassenzimmer auch in einer Zeit nach Corona.“ Er fordert für die Schulträger mehr Flexibilität, bisher wurden nämlich nur Filter für schlecht belüftete Räume finanziert. Im Rahmen des Bund-Länder-Gipfels wollen die Landeschefs darüber entscheiden, wie künftig mit der Quarantänezeit umgegangen werden soll. Dies könnte auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb haben.

Corona in Niedersachsen: Landesregierung investiert in Schutzmaßnahmen in Schulen

In einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion teilte der Landesregierung mit, dass die Schutzausrüstung in Schulen über mehrere Förderprogramme realisiert werde. So seien Ende 2020 zunächst 20 Millionen Euro für die Anschaffung von FFP2- und Alltagsmasken, Schutzkleidung, Acrylglas-Wänden und CO₂-Ampeln zur Verfügung gestellt worden. Zusätzlich wurden 20 Millionen Euro in das Programm „zum infektionsschutzgerechten Lüften“ investiert. Seit Mitte November stehen darüber hinaus 30 Millionen Euro zur Beschaffung von mobilen Luftreinigern an Schulen und Kitas zur Verfügung. (Mit Material der dpa) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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