Covid-19-Pandemie

Corona-Studie: Spürhunde können Sars-CoV-2 von anderen Erregern trennen

Im Vordergrund ist ein Hund zu sehen, der seine Zunge ausstreckt. Im Hintergrund liegt ein Mann im Bett und putzt sich die Nase.
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Spezielle Spürhunde sollen verschiedene Virenarten erschnüffeln und unterscheiden können, darunter auch Corona. (kreiszeitung.de-Montage)

Eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat Ergebnisse vorgestellt, dass Spürhunde das Coronavirus Sars-CoV-2 von anderen Erregern unterscheiden können.

Hannover – Medizinische Spürhunde sind einer Studie zufolge in der Lage, das Coronavirus Sars-CoV-2 mit hoher Genauigkeit von 15 anderen viralen Atemwegserregern zu unterscheiden. Wie die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) am Freitag mitteilte, zeige die Corona-Studie eines internationalen Forscherteams unter Leitung der Hochschule in Niedersachsen erstmals, dass die Stoffe, die die Tiere bei Corona-Infizierten riechen, spezifisch für Sars-CoV-2 seien.

Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)Stiftungshochschule in Niedersachsen
Mitarbeiter:949 (WS 2019/20)
Studentenzahl:2.459 (2012)
Gründung:1778
Präsident:Gerhard Greif

Neue Studie: Spürhunde riechen organische Verbindungen und nicht die Corona-Viren selbst

Den Angaben zufolge riechen die Spürhunde nicht die Corona-Viren selbst, sondern flüchtige organische Verbindungen, die bei Stoffwechselvorgängen nach einer Virusinfektion entstehen. Die Forscherinnen und Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift „Frontiers in Medicine“.

„Es ist bekannt, dass infektiöse Atemwegserkrankungen spezifische flüchtige organische Verbindungen freisetzen können, und diese Studie zeigt, dass Hunde diese einzigartigen Muster flüchtiger organischer Verbindungen von Sars-CoV-2 erkennen können“, teilte Holger Volk, Professor und Leiter der Klinik für Kleintiere der TiHo, mit. Eine erfreuliche Nachricht bei den ganzen Hiobsbotschaften, die bei der ernsten Corona-Lage in Niedersachsen inklusive der hohen Inzidenzen derzeit die mediale Berichterstattung bestimmen.

Sars-CoV-2: Zwölf Spürhunde nahmen an der Corona-Studie mit Erregern wie Influenza und Rhinovirus teil

Indes könnte am Dienstag, 23. November, bereits die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen abgesegnet werden. Auswirkungen hat dieser Umstand keine für die aktuelle Studie, in der die Forscherinnen und Forscher unter der Federführung der Hochschule in Hannover zwölf Spürhunde einsetzen, die mit inaktivierten Speichelproben von Corona-Patienten trainiert wurden.

Den Tieren wurden Speichel- und Abstrichproben sowie Proben von infizierten Zellkulturen vorgesetzt. Darin enthalten waren verschiedene virale Erreger: Sars-CoV-2, aber auch Grippe-Erreger, wie Influenza A und B, das Rhinovirus und andere Coronaviren wie etwa das Mers-Coronavirus. Als Kontrollproben diente Speichel von gesunden Probanden und nicht infizierte Zellkulturen.

„In allen drei Testszenarien lagen die mittleren Spezifitäten über 90 Prozent, was darauf hindeutet, dass Hunde Sars-CoV-2-Infektionen von anderen Virusinfektionen unterscheiden können“, schrieben die Forscher in ihrer Studie. Die Spezifität bezieht sich auf den Nachweis negativer Kontrollproben.

Spürhunde erkennen Corona-Infektion: Verschiedene Proben von Atemwegsinfektionen müssen ins Geruchstraining augenommen werden

Bei der mittleren Sensitivität, die angibt, wie gut positive Proben nachgewiesen werden, seien im Vergleich zu früheren Studien in den drei Testszenarien jedoch geringere Werte erreicht worden. Damit Spürhunde zuverlässig Corona-Infektionen von anderen Atemwegsinfektionen unterscheiden könnten, sei es notwendig, eine Vielzahl von Proben verschiedener viraler Atemwegsinfektionen in das Geruchstraining der Hunde aufzunehmen, schrieben die Studienautoren.

An der Studie waren neben der TiHo auch die Bundeswehr, die Medizinische Hochschule Hannover und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf beteiligt. Die Corona-Studie kommt wohl zu spät, um auch die 3G-Regelungen, die ab Mittwoch in Niedersachsens Bus und Bahn-Verkehr umgesetzt werden sollen, zu gewährleisten. Dennoch ist die Veröffentlichung ein positives Zeichen für die Zukunft für Niedersachsen und Deutschland im Allgemeinen. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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