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Corona-Studie: Mütter mit Covid-19 können problemlos stillen

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Von: Yannick Hanke

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Eine Mutter sitzt auf einer Decke und stillt ihr Baby. Daneben ist ein Corona-Schnelltest platziert, der ein positives Ergebnis anzeigt.
Sollten Mütter trotz einer Corona-Infektion weiterhin stillen? Eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler klärt auf. (kreiszeitung.de-Montage) © Sebastian Gollnow/dpa/Evgenia Sunegina/imago

Mütter dürfen ihr Kind auch während einer Corona-Infektion stillen. Das empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die genauen Hintergründe der Studie.

San Diego (USA) – Die Corona-Zahlen steigen* bundesweit weiter an, Omikron trägt einen großen Teil dazu bei*. Groß ist deswegen auch die Sorge vieler stillender Mütter: Könnten sie im Falle einer Infektion das Coronavirus an ihr Baby weitergeben? Entwarnung gibt nun eine US-amerikanische Studie. Doch was hat es hiermit konkret auf sich?

Mütter mit Corona-Infektion können weiter stillen – medizinische Studie gibt Entwarnung

Es gebe keine Hinweise darauf, dass kürzlich infizierte Mütter durch das Stillen ansteckende Viren auf ihr Kind übertragen. Das berichten die Mediziner im Fachblatt „Pediatric Research“. Zwar sei die Studie sehr klein, würde aber die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der deutschen Nationalen Stillkommission (NSK) bestätigen.

Wie die dpa berichtet, habe ein Team um den Kindermediziner Paul Krogstad von der US-amerikanischen University of California Muttermilchproben von 110 stillenden Frauen untersucht. Diese Proben hätten die Frauen zwischen März und September 2020 an das Projekt „Mommy‘s Milk Human Milk Biorepository“ der Universität gespendet.

Kein infektiöses Sars-CoV-2-Genmaterial in Muttermilch von Corona infizierten Müttern gefunden

Von diesen insgesamt 110 stillenden Frauen hätten 65 einen positiven PCR-Test aufgewiesen. Neun zeigten trotz negativen Tests Symptome und wiederum 36 waren symptomatisch, wurden aber nicht getestet. Die Analyse der Proben ergab Folgendes: Die Mediziner fanden in der Muttermilch von sieben Frauen (sechs Prozent), die entweder positiv getestet wurden oder angegeben hatten, symptomatisch zu sein, genetisches Material vom Sars-CoV-2-Erreger.

Jedoch konnten sie kein infektiöses Sars-CoV-2-Genmaterial, sogenannte subgenomische RNA (SgRNA), feststellen. Dieses ist ein Indikator dafür, ob sich das Coronavirus aktiv vermehrt. Zudem gab es bei keinem der Säuglinge dieser sieben Mütter klinische Anzeichen einer Corona-Infektion.

Viren können beim Stillen aufs Baby übertragen werden: Nicht bei Corona, sondern bei Ebola

Darüber hinaus enthielt eine zweite Muttermilchprobe der Frauen, die zwischen einem und 97 Tagen später entnommen wurde, auch keine Sars-CoV-2-RNA mehr. Die Schlussfolgerungen der Mediziner: Frauen, die mit Covid-19 infiziert sind und ihr Kind stillen, tragen kein Risiko, das Virus über die Muttermilch zu übertragen.

Eine Sorge, die vor allem mit Blick auf andere Erreger nachvollziehbar ist. So ist etwa von HI-, Ebola- oder Humanen T-lymphotropen Viren bekannt, dass diese übers Stillen aufs Baby übertragen werden können. Demgegenüber stehen etwa Hepatitis-Viren, welche nach bisherigen Erkenntnissen nicht über die Muttermilch an Kinder weitergegeben werden.

Muttermilch als „unschätzbare Nahrungsquelle für Säuglinge“: Coronainfektion Mütter sollen weiter stillen

„Muttermilch ist eine unschätzbare Nahrungsquelle für Säuglinge“, heißt es von Hauptautor der Studie, Paul Krogstad. „In unserer Studie fanden wir keine Hinweise darauf, dass die Muttermilch von mit Corona infizierten Müttern infektiöses genetisches Material enthielt, und es gab auch keine klinischen Anzeichen dafür, dass sich die Säuglinge infiziert hatten, was darauf hindeutet, dass das Stillen wahrscheinlich keine Gefahr darstellt“.

Doch weisen die Autoren auch selbst darauf hin, dass die Stichprobengröße in ihrer Studie gering sei und möglicherweise nicht alle potenziellen Faktoren erfasst worden seien, die das Vorhandensein von Sars-CoV-2-RNA in der Muttermilch vorhersagen würden. Und dennoch handelt es sich bei der Studie um die derzeit größte Untersuchung zu diesem Thema.

Weitere Corona-Studie: Mit Covid-19 infizierte Schwangere bekamen Kinder frei von Symptomen

Darüber hinaus passe ihr Studienergebnis zu früheren Veröffentlichungen. Beispielsweise hatten italienische Mediziner erst 2021 im Fachblatt „JAMA Network Open“ von 21 Neugeborenen berichtet, deren Mütter sich in der späteren Schwangerschaft mit Covid-19 infiziert hatten.

Dabei zeigte keines der Babys in den ersten beiden Monaten nach der Geburt Symptome. Zudem waren bei gestillten Kindern deutlich höhere Mengen spezifischer Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisbar als bei solchen, die Säuglingsnahrung bekommen hatten.

Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sich fürs Stillen trotz Corona-Infektion aus

Auf Basis der nun vorgestellten Erkenntnisse empfehlen sowohl die WHO als auch die NSK am Max-Rubner-Institut Müttern, während einer Covid-19-Infektion weiter zu stillen. Dabei sollten jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Hierzu ist bereits eine offizielle Stellungnahme der NSK erfolgt.

Demzufolge sollen Mütter, die mit Corona infiziert oder möglicherweise infiziert seien, beim Stillen durch gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Virusübertragung minimieren.

Darüber hinaus werde für infizierte beziehungsweise möglicherweise infizierte Personen, die mit Kindern im Kontakt stehen, das Reinigen oder Desinfizieren von kontaminierten Oberflächen empfohlen. Übrigens: Die Spritze gegen Corona macht auch nicht erst unfruchtbar*. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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