Pandemie in Deutschland

Corona: Seit Pandemiebeginn 87 Infektionen in Niedersachsens Gefängnissen

Niedersachsens Gefängnisse scheinen die Corona-Lage unter Kontrolle zu haben. Derzeit sind zehn Insassen erkrankt. Derweil steigt die Inzidenz im Bundesland wieder.

Hannover – Die vierte Corona-Welle wütet derzeit in Deutschland und macht auch nicht vor den Toren der Gefängnisse Halt. In den niedersächsischen Justizvollzugseinrichtungen gab es seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 insgesamt 87 Covid-19-Erkrankungen. Aktuell sind zehn Häftlinge mit dem Virus infiziert. Wie ein Sprecher des Justizministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte, werde das Virus häufig bei neu aufgenommenen Gefangenen festgestellt. Um eine Ausbreitung in den Einrichtungen zu verhindern, würden neue Insassen die ersten 14 Tage zunächst isoliert in einem abgetrennten Bereich aufgenommen.

Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Neuentdeckte Variante:Omikron (B.1.1.529)
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Virus:Coronavirus, Covid-19

Laut des Sprechers des Ministeriums würden die Häftlinge erst nach einem negativen Corona-Test in die anderen Haftbereiche verlegt werden. Mit aktuell etwa 65 Prozent liegt die Impfquote unter den Gefangenen etwas unter dem niedersächsischen Durchschnitt – nach Informationen des Robert Koch-Instituts sind im Bundesland gegenwärtig etwa 70 Prozent der Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Indes wurden für Menschen mit Booster-Impfungen die 2G-Regeln gelockert.

Corona in Niedersachsen: In Gefängnissen gilt häufig 2G oder 2G-Plus für Besucher

Ähnlich wie im öffentlichen Leben finden derzeit auch in Niedersachsens Gefängnissen Booster-Impfungen statt. Allerdings kommt es immer wieder zu Engpässen in der Impfstoffversorgung. Nach Angaben des Ministeriums haben inzwischen etwa 21 Prozent der Gefangenen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Als Reaktion auf das aktuelle Infektionsgeschehen in Deutschland und Niedersachsen hätten viele Haftanstalten auf eine 2G- oder 2G-Plus-Regelung bei Besuchen umgestellt. Vorher galt für Besucher bereits die 3G-Regel, teilt der Sprecher weiter mit.

Häftlinge und Justizvollzugsbeamte sind auf dem Hof der Justiz-Vollzugsanstalt.

Wer einen Häftling besuchen möchte, muss nun genesen oder geimpft sein und benötigt zudem unter Umständen noch einen negativen Testnachweis. Während der Besuche wird zudem darauf geachtet, dass weitere Schutzmaßnahmen eingehalten werden. So kommen in den Anstalten in der Regel Trennschreiben zum Einsatz. Zudem müssten Mund-Nasen-Masken getragen werden. Derweil gehen in Niedersachsen die Zahlen der gefälschten Impfausweise zurück und der Bund-Länder-Gipfel hat neue Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie beschlossen.

Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt leicht an

Indes steigt die Inzidenz in Niedersachsen leicht auf 203,5 an (Vortag: 203). Im gesamten Landesgebiet gibt es inzwischen Landkreise, die die Bedingungen für eine Warnstufe 3 erreicht haben – aktuell gilt allerdings in Niedersachsen Warnstufe 2 mit den entsprechenden 2G-Plus-Regeln für das öffentliche Leben. Gegen diese 2G-Plus-Regeln regt sich in Niedersachsen allerdings immer mehr Widerstand. 2117 Neuinfektionen und ein neuer Covid-19-Todesfall wurden am Sonntag registriert. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten landesweit auf 6431.

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Minimal positive Entwicklungen gibt es hingegen bei den Leitindikatoren Hospitalisierung und Intensivbetten-Belegung: Im Vergleich zum Vortag sank die Hospitalisierungsrate um 0,5 Punkte auf 6,2, gegenwärtig werden zudem 9,9 Prozent der Intensivbetten in Niedersachsen mit Covid-19-Patienten belegt (Vortag: 10 Prozent). Wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte, musste die Intensivbetten-Kapazität auf 2.350 (statt 2.424) verringert werden. Der Grund dafür ist die insgesamt angespannte Personalsituation in den Kliniken.

Holzminden ist Landkreis in Niedersachsen mit niedrigster Inzidenz

Um den theoretischen Wert von 2350 Betten in Niedersachsen zu erreichen, müssten in der Praxis beispielsweise Operationen eingeschränkt und zurückgefahren werden. Als einziger Landkreis in Niedersachsen weist Holzminden noch eine Inzidenz unter 100 auf: Gegenwärtig beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI-Dashboard 94,0. Stärker betroffen sind der Westen und der Südosten Niedersachsens. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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