Pandemie im Norden

Corona-Inzidenz in Niedersachsen: Rekordwert schießt weiter in die Höhe

Fast 2500 Corona-Neuinfektionen muss das Robert Koch-Institut (RKI) erneut für Niedersachsen vermelden. Das Bundesland springt von Rekordwert zu Covid-19-Rekordwert.

Update vom 17. November 2021, 9:40 Uhr: Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus schießen auch am Mittwoch, 17. November 2021, völlig unkontrolliert in Deutschland in die Höhe. Am Mittwochmorgen meldete das Robert-Koch-Institut über sein Dashboard mit 319,5 einen neuen Rekord bei der bundesweiten 7-Tage-Inzidenz (Stand: Mittwoch, 17. November 2021, 9:50 Uhr). Es wurden 52.826 Neuinfektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie im März 2020. 294 Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus verstorben.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

Auch in Niedersachsen und Bremen zeigt sich das Infektionsgeschehen weiterhin unkontrolliert, auch wenn beide Länder derzeit die Impfkapazitäten enorm hochfahren, um der Lage irgendwie Herr zu werden. In Bremen wurden am Mittwochmorgen 155 Neuinfektionen gezählt, in Niedersachsen waren es 2436 neue Covid-19-Infektionen.

Corona-Rekordwert: 2436 Neuinfektionen in Niedersachsen und 22 Todesfalle, 155 im Land Bremen

Damit ergibt sich für Niedersachsen eine 7-Tage-Inzidenz von 139,2 (Vortag: 132,8). Den höchsten Wert weist weiterhin der Landkreis Cloppenburg aus. Hier liegt der Wert bei 318,6. Mit der 7-Tage-Inzidenz werden die Fallzahlen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner angegeben. Die Hospitalisierungsinzidenz ist im Vergleich zum Vortag in Niedersachsen leicht auf 4,6 (Vortag: 4,7) gesunken, 6,6 Prozent der Intensivbetten sind mit Covid-19-Patienten belegt (Vortag: 6,1 Prozent). Es gibt 22 weitere Todesfälle.

Für das Land Bremen ergibt sich bei 155 Neuinfektionen am Mittwochmorgen eine Inzidenz von 114,4. Heruntergerechnet auf die Stadtgemeinde Bremen entspricht dies einem Wert von 111,2, für Bremerhaven liegt der Wert bei 130,3. Die Behörden registrierten Mittwoch einen weiteren Todesfall im Bundesland Bremen, der im Zusammenhang mit dem Coronavirus steht. Die Hospitalisierungsinzidenz und die Belegung der Intensivstationen im Land gibt der Bremer Senat erst am Mittwochnachmittag bekannt.

Niedersachsens Corona-Werte: Fast 1000 Neuinfektionen – Inzidenz stagniert und Hospitalisierungrate steigt

Ursprungsmeldung vom 16. November 2021, 17:55 Uhr: Hannover – Am Dienstag, 16. November 2021, sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 985 Corona-Neuinfektionen in ganz Niedersachsen zu verzeichnen. Zudem sind zwölf tote Menschen zu beklagen, die sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert hatten. Demgegenüber stehen 1400 Personen, die als genesen gelten.

Immerhin: Im Vergleich zum Vortag, an dem für Niedersachsen eine Rekord-Inzidenz vermeldet wurde, ist die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner nicht weiter angestiegen. Die Inzidenz beläuft sich im Landesdurchschnitt weiterhin auf 132,8. Laut dem NDR, der sich wiederum auf die Staatskanzlei Niedersachsen beruft, beträgt die Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz 4,7. Tags zuvor belief sich der Wert auf 4,6, knapp eine Woche zuvor auf 4,1.

Fast 1000 neue Corona-Infektionen sind am Dienstag, 16. November 2021, in Niedersachsen zu vermelden. (Symbolbild)

Neben der bereits angesprochenen Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist die Quote der Intensivbettenbelegung mit Corona-Patienten zumindest gleich geblieben. Dieser Wert beläuft sich erneut auf 6,1 Prozent. Zum Vergleich: Am 10. November wurde eine Auslastung von 5,7 Prozent vermeldet.

Corona in Niedersachsen: Landkreis Cloppenburg bei der Inzidenz weiterhin an der Spitze

Im niedersächsischen Vergleich liegt der Landkreis Cloppenburg mit der Inzidenz 311,6 gefolgt vom Landkreis Vechta mit 201,1 und dem Landkreis Verden mit 199,2 sowie dem Landkreis Emsland mit einer Inzidenz von 191,8. Auch im Landkreis Oldenburg steigt die Zahl der Corona-Infektionen rasant an.

Besonders brisant könnte sich zunehmend auch die Lage an den Schulen und Kitas in ganz Niedersachsen gestalten, vor allem jungen Menschen trifft es derzeit besonders häufig bei den Corona-Infektionen.

Rekord-Inzidenz in Niedersachsen: Schulen und Kitas aufgrund von Corona-Ausbrüchen bereits geschlossen

Durch den Anstieg der Covid-19-Fälle müssen auch Schulen wieder vermehrt darauf schauen, ob sie ihre Tore für den Präsenzunterricht offen lassen. Eine Entscheidung, die bei vielen Landkreisen auf der Tagesordnung stehen dürfte. Einige Einrichtungen sind aufgrund von Corona-Neuinfektionen diesen Schritt in Niedersachsen bereits gegangen.

Aktuell trifft die Umstellung zurück aufs Homeschooling nach Informationen des „NDR“ auf drei Schulen in der kreisfreien Stadt Salzgitter zu. Betroffen sind hier die Hauptschule am Fredenberg, die Montessori-Schule und die Grundschule Hallendorf. Nach Angaben des Kultusministeriums sei es hier zu 30 Corona-Fällen gekommen, die dazu führten, dass das Gesundheitsamt die Entscheidung getroffen hat, die insgesamt 550 Schülerinnen und Schüler nach Hause zu schicken. Die Begründung: Die Lage sei zu unübersichtlich und die zu viele Klassen sowie Lehrkräfte betroffen.

Kitas in Niedersachsen betroffen: Corona-Fälle in Kindertagesstätten sorgen Schließungen

Laut Informationen des Ministeriums sind neben Schulen aber mehrheitlich noch Kitas in Niedersachsen von den Schließungen betroffen. Hier ist ebenfalls eine Kindertagesstätte in Salzgitter, aber vor allem sind laut „NDR“ mehrere Einrichtungen in der Region Hannover betroffen. Ob solche Überlegungen auch für besonders starke betroffene Landkreise wie den Landkreis Cloppenburg im Raum stehen, ist bisher nicht bekannt.

Nach den aktuell geltenden Maßnahmen und Regeln in der Corona-Verordnung von Niedersachsen, ist es derzeit ausreichend Sitznachbarn der Infizierten in Quarantäne zu schicken. Derweil setzt die Landesregierung besonders bei jungen Menschen weiterhin auf regelmäßige Corona-Tests, die sich in den Augen von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bei der Pandemie-Eindämmung bewährt hätten.

Hannover testet Infektionsschutzampeln in Grundschulen

Knapp 120 Infektionsschutzampeln werden seit Anfang November in der Landeshauptstadt Hannover im Rahmen eines Modellversuchs getestet. Die Geräte zur genauen Auswertung der Raumluft wurden in Grundschulen und in Einrichtungen des Fachbereichs Jugend und Familie installiert, wie eine Stadtsprecherin am Dienstag mitteilte.

Demnach sollen sie helfen, die Lüftungsintervalle passgenauer zu steuern. Die Ampeln erfassen Daten zur Raumgröße, Anzahl der Menschen, Art der Gruppe, Temperatur, Fensteranzahl, Luftfeuchtigkeit und Lautstärke. Sie liefern demnach eine Bewertung der Lüftbarkeit und des Lüftungsverhaltens, Informationen zum Infektionsrisiko im Raum und Angaben zur maximalen Personenzahl pro Raum aus Sicht des Infektionsschutzes.

Flächendeckende Schulschließungen im Winter 2021/22 mit vorbeugendem Infektionsschutz zu vermeiden

„Infektionsschutzampeln können Einrichtungen beim passgenauen Lüften unterstützen, welches nach wie vor ein zentraler Baustein der Infektionsprävention ist“, sagte die Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski laut Mitteilung.

Meinhard Schilling von der TU Braunschweig sagte, flächendeckende Schulschließungen seien in diesem Winter nur mit vorbeugendem Infektionsschutz zu vermeiden. „Dazu tragen wir mit der Infektionsschutzampel bei und versuchen in unserer Studie gemeinsam mit den Epidemiologen die wirksamsten Maßnahmen für sichere Schulen in der Pandemie zu identifizieren.“

Diskussion über Weihnachtsmärkte: Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) fordert 2G-Plus-Regelung – oder komplette Absage

Aufgrund stetiger Corona-Neuinfektionen stellt sich auch die Frage, ob Weihnachtsmärkte in Niedersachsen – und natürlich auch bundesweit – in geplanter Form veranstaltet werden können. Möglicherweise müssen diese Veranstaltungen komplett abgesagt werden, wie es das RKI fordert. Auch, wenn dies den finanziellen Ruin für viele Schausteller und Veranstalter bedeuten dürfte.

Trotz Corona-Regeln, Einlassbeschränkungen und -konzepten für die Weihnachtsmärkte äußert die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) Kritik. Es steht die Forderung nach einer 2G-Plus-Regelung im Raum. Bei weiter steigenden Fallzahlen sollen die Märkte zudem geschlossen werden.

Noch seien jedoch eine „streng kontrollierte 2G-plus-Regelung sowie strikte Personenzahlobergrenzen und wöchentliche Neubewertung je nach regionaler Inzidenz“ ausreichend, heißt es von ÄKN-Präsidentin Martina Wenker gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. In diesem Fall hätten nur tagesaktuell auf Corona Getestete, Geimpfte sowie Genesene Zutritt.

„Können nicht feiern, während Corona-Patienten sterben“: ÄKN-Präsidentin verdeutlicht Ernst der Lage

Wenn sich die Corona-Situation jedoch weiter zuspitzen sollte, sei es unausweichlich, die Weihnachtsmärkte in letzter Konsequenz zu schließen. Laut Wenker gelte dies aber nur „im Extremfall“. Zudem verdeutlicht die ÄKN-Präsidentin den Ernst der Lage:

Wir können doch nicht zusehen und feiern, während nebenan in den Krankenhäusern Corona-Patienten sterben.

Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), spricht über eine mögliche Absage der Weihnachtsmärkte

Erst am Freitag, 12. November, hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bekräftigt, dass er eine Absage der Märkte aktuell nicht für nötig halte. Jedoch wollte der Sozialdemokrat auch nicht ausschließen, dass sich die Lage noch ändern könnte. Und somit bei drastisch steigenden Infektionszahlen reagiert wird – womit Weihnachtsmärkte erneut ins Wasser fallen würden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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