Ausschluss von Ungeimpften?

Corona-Regeln im Supermarkt: Was im Dezember bei Aldi, Lidl, Edeka und Rewe gilt

Das Infektionsschutzgesetz ist durch, bundesweit gelten strengere Corona-Regeln. Was bedeutet dies für den Einkauf im Supermarkt? 2G- oder 3G-Regel?

Berlin – Die Warnung von Virologe Christian Drosten kam frühzeitig: Denn Deutschland befindet sich längst im Kampf gegen die vierte Corona-Welle*. Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet fast täglich steigende Infektionszahlen sowie eine enorm hohe Sieben-Tage-Inzidenz*. Flächendeckend setzen viele Bundesländer auf die 2G oder zumindest 3G – auch ein probates Mittel für Supermärkte*? kreiszeitung.de zeigt, auf welche Corona-Regeln im Supermarkt wie Edeka oder Discountern wie Aldi und Lidl es sich beim Einkauf im Dezember einzustellen gilt.

Spitzenzervand des deutschen Einzelhandels:Handelsverband Deutschland
Präsident:Josef Sanktjohanser
Sitz:Berlin
Rechtsform:e.V.
Gründung:März 1919
Zweck:Wirtschaftsverband

Corona-Regeln im Supermarkt im Dezember: Gilt 2G bei Aldi, Lidl und Edeka sowie Rewe würden Maskenpflicht und Mindestabstand wegfallen

Seit Ende April 2020 gilt die bundesweite Maskenpflicht zum Tragen einer OP- oder FFP2-Maske in Bussen, Bahnen und in Supermärkten. Zudem muss auf den Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet werden. Daran wird sich auch im Dezember 2021 nichts ändern. Sollten einzelne Filialen auf die 2G-Regel* setzen, nach der nur vollständig Geimpfte oder Genesene Einlass erhalten, würden eben diese Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Mindestabstand bei Lidl, Aldi, Edeka oder Rewe wegfallen.

Dies kann autonom von den jeweiligen Betreibern entschieden werden. Diese Möglichkeit haben Standbesitzer und -betreiber auf den Weihnachtsmärkten allerdings nicht. Diese müssen sich an die Corona-Regeln auf dem Weihnachtsmarkt halten, wenn vor Ort 3G oder gar 2G* gilt.

Was gilt ab 1. Dezember 2021 in Supermärkten? Die 2G-Regel scheint in manchen Bundesländern möglich. Doch große Ketten wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe haben hierzu eine klare Meinung. (kreiszeitung.de-Montage)

Doch in welchen Bundesländern wird im Kontext von Supermärkten überhaupt auf die 2G-Regel gesetzt? In Sachsen erhalten beispielsweise nur Geimpfte und Genesene Zugang zum Einzelhandel – jedoch mit der Ausnahme, dass in Supermärkten im östlichen Bundesland auch weiterhin Ungeimpfte einkaufen können.

2G-Regel in Supermärkten nur noch in Hessen und Niedersachsen möglich – doch Umsetzung erweist sich bei Aldi, Lidl oder Edeka als äußerst schwierig

Generell sind es nur noch zwei der 16 Bundesländer, in denen die Corona-Regeln in Supermärkten wie bei Aldi, Lidl oder Edeka zumindest im Bereich des Möglichen liegt. Diese sind Hessen und Niedersachsen, das seinen Pandemie-Kurs mit der seit 24. November geltenden, neuen Corona-Verordnung* verschärft hat. Ob die 2G-Regel im Supermarkt aber tatsächlich umgesetzt wird, obliegt letztendlich der jeweiligen Kette.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt ausdrücklich, dass die 2G-Regel in Supermärkten nur eine Option bleibt. Die Freiwilligkeit sei enorm wichtig, betonte HDE-Geschäftsführer Stefan Genth gegenüber dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Die Umsetzung sei allein deswegen schwierig, weil viele Geschäfte vor allem zur Weihnachtszeit mit einer hohen Kundenfrequenz rechnen – und ihnen letztendlich auch enorme Umsatzeinbußen drohen würden.

„Zugang zu Grundnahrungsmitteln muss allen Menschen offenstehen“: Karl Lauterbach (SPD) mit klarer Meinung zu 2G als Corona-Regel im Supermarkt

Auch SPD-Gesundheitsökonom Karl Lauterbach, der sich noch Hoffnungen auf das Amt des Gesundheitsministers macht*, spricht sich gegen eine 2G-Regelung in den Supermärkten aus. „Der Zugang zu Grundnahrungsmitteln und anderen Produkten zur Grundversorgung muss allen Menschen offenstehen, auch Ungeimpften“, heißt es vom Sozialdemokraten gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regelung nicht betroffen. Wir werden diese weder in noch außerhalb Hessens umsetzen. In unseren Filialen gelten nach wie vor die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht.

Die Supermarktkette Kaufland positioniert sich klar gegen die 2G-Regel in ihren Filialen

In dieselbe Kerbe schlagen große Supermarktketten wie Aldi und Edeka, die nicht ihrem „Selbstverständnis des zuverlässigen Grundversorgers widersprechen“ wollen – und dementsprechend eine 2G-Regel in ihren Filialen kategorisch ausschließen. Doch könnte in diese Diskussion rund um Corona-Regeln im Supermarkt zeitnah neue Bewegung kommen.

Denn mittlerweile wurde die 3G-Regel am Arbeitsplatz etabliert, wodurch Ungeimpfte einen negativen Corona-Test vorlegen müssen*. Wird dieser Nachweis jedoch nicht erbracht, legt das neue Infektionsschutzgesetz* fest, dass die Arbeit nicht verrichtet werden kann. Für Angestellte im Supermarkt kommt eine Homeoffice-Option aus praktikablen Gründen natürlich nicht infrage.

3G bei Aldi und Kaufland: Mitarbeiter müssen Kriterien erfüllen und nachweisen – für Kunden gilt das nicht

Auf Anfrage von merkur.de hatte sich Aldi Süd wie folgt geäußert: „Gemäß der voraussichtlich ab dem 24.11. bundesweit geltenden Regelung dürfen Arbeitnehmer die Arbeitsstätte nur mit gültigem 3G-Nachweis betreten oder es muss unmittelbar nach dem Betreten ein beaufsichtigter Selbsttest absolviert werden“. Aldi Nord wiederum hatte verlauten lassen, dass sich die Supermarktkette an den „gesetzlichen Vorgaben“ orientiere und diese „nach und nach“ umsetzen wolle.

Auch die Supermarktkette Kaufland hat sich zur 3G-Regelung* in Supermärkten geäußert. „Aufgrund der aktuellen Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes ist der Zutritt zur Arbeitsstätte ausschließlich Beschäftigten mit 3G-Status erlaubt“, heißt es von einer Sprecherin gegenüber fr.de. Im Gegensatz zu Kaufland-Kunden, müssen Mitarbeiter der Supermarktkette also einen 3G-Nachweis erbringen.

2G im Supermarkt: Sollte diese Corona-Regel gelten, könnte sie vor Gericht wohl erfolgreich angefochten werden

Derweil berichtet das ZDF, dass Kläger vor Gericht eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit hätten, wenn sie gegen eine 2G-Regel in Supermärkten vorgehen würden. Ein theoretisches Szenario, zu dem sich auch Erick Schweickert, einzelhandelspolitischer Sprecher der FDP im Landtag von Baden-Württemberg, äußert.

Eine Zutrittsbeschränkung für ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger für den Einzelhandel ist eine unverhältnismäßige Freiheitseinschränkung und würde diese von der Grundversorgung ausschließen

Erick Schweickert, einzelhandelspolitischer Sprecher der FDP im Landtag von Baden-Württemberg, äußert sich zur 2G-Regel in Supermärkten

Und auch Parteikollege Wolfgang Kubicki, der zuletzt Markus Söder (CSU) und Weltärztechef Ulrich Montgomery diffamiert hatte*, vertritt eine klare Meinung. Für FDP-Urgestein Kubicki habe eine 2G-Regel in Supermärkten „nichts mehr mit einer sinnvollen Pandemiebekämpfung zu tun“*. Dies sagte Kubicki gegenüber der „Bild“. * kreiszeitung.de, fr.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

* Transparenzhinweis: Dieser Text wurde am 25. November 2021 um 16:35 Uhr aktualisiert.

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