Niedersachsen und Bremen

Corona-Regeln: Trotz Omikron – Länder wollen Schulen und Kitas offen lassen

Omikron greift um sich: Trotz der Ausbreitung wollen Niedersachsen und Bremen am Präsenzunterricht in den Schulen festhalten. Nicht alle finden das gut.

Bremen/Hannover – Die neue Corona-Welle türmt sich auf, doch wie geht es in den Schulen und Kitas weiter? Über diese Frage ist kurz vor Beginn der Kultusministerkonferenz (KMK) ein Streit entbrannt. So wollen Niedersachsen und Bremen nach dem Ende der Weihnachtsferien trotz des Omikron-Alarms so lange es geht am Präsenzunterricht festhalten. „Wir machen alles, was möglich ist, um die Schulen offenzuhalten“, sagte der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Während der SPD-Politiker damit in Bremen Zustimmung erntete, meldete der Lehrerverband ernste Bedenken an.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Omikron übernimmt die Vorherrschaft: Bremen und Niedersachsen halten mit Corona-Regeln nach Weihnachtsruhe am Schulunterricht fest

In den beiden Nord-Ländern startet nach der Weihnachtsruhe die Schule wieder am kommenden Montag, 10. Januar 2021, in den regulären Betrieb. Ungeachtet dessen ist die Omikron-Variante, gegen die eine Booster-Impfung auch nicht dauerhaft schützt*, ungebrochen auf dem Vormarsch. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet damit, dass die Mutation in den kommenden Tagen deutschlandweit die Vorherrschaft übernehmen wird. In Niedersachsen ist das bereits der Fall.

Corona-Regeln: Niedersachsen und Bremen halten an Präsenzunterricht fest

Am Mittwoch stieg das Infektionsgeschehen sprunghaft an. Am Mittwoch meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Sieben-Tage-Inzidenz von 258,6. Am Vortag hatte der Wert noch bei 239,9 gelegen. Als Treiber gilt das hochansteckende Omikron-Virus, das zwar im Vergleich zur Delta-Variante einen milderen Verlauf produziert, aber dennoch auch Langzeitfolgen verursachen kann. Vor allem viele Kinder, die noch nicht geimpft worden sind, stehen dem Virus schutzlos gegenüber.

Präsenz ist gefragt: Trotz Omikron geht in Niedersachsen und Bremen die Schule jetzt weiter.

Dennoch schätzen Experten die Gefahr für die Heranwachsenden im Vergleich zu ungeimpften Erwachsenen als gering ein. Laut Bremens Bildungssenatorin Sascha Karolin Aulepp (SPD) ist mit dem dynamischen Infektionsgeschehen derzeit nur eine sehr bedingt gesundheitliche Gefährdung von Kindern und Jugendlichen verbunden. So tendiere deren Hospitalisierungsrate nahe null, sagte die Politikerin der Nachrichtenagentur dpa.

Corona in Bremen: Trotz höchster Inzidenz in Deutschland – Präsenzunterricht hat höchste Priorität

Vor diesem Hintergrund hält auch Bremen das Offenhalten von Schulen und Kitas trotz Omikron und der höchsten Inzidenz in Deutschland für gerechtfertigt. Jede Einschränkung des Präsenzunterrichts sei das Einverständnis mit sozialer Isolation von Kindern und Jugendlichen, deshalb habe der Präsenzunterricht höchste Priorität. „Alle auf Kinder und Jugendliche bezogenen Einschränkungen, die derzeit diskutiert und umgesetzt werden, helfen nicht den Kindern, sondern schaden ihnen“, warnte Aulepp. Die Einschränkungen sollten vielmehr die Gesundheit der Erwachsenen schützen, die Wirtschaft abschirmen und die Arbeitsfähigkeit ihrer Eltern erhalten.

Corona: Trotz Omikron sollen Schulen und Kitas offenbleiben – KMK-Konferenz unterstützt Kurs

Vor Weihnachten hatten Niedersachsen und Bremen die Präsenzpflicht für die letzten drei Schultage vor den Ferien ausgesetzt und den Eltern die Entscheidung überlassen, ihre Kinder in die Schule zu schicken oder nicht. Doch dies soll laut Kultusminister Tonne eine „Ausnahme“ bleiben – zumal mit Abstands-, Masken-, Belüftungs- sowie Hygieneregeln ein ausreichender Schutz gewährleistet sei. Zwar könne es immer wieder im Einzelfall zum Schließen von Klassen oder Schulen kommen, aber eine flächendeckende Regelung sei nicht geplant.

Das Bundesinfektionsschutzgesetz sieht dieses Vorgehen auch nicht mehr vor. Dennoch wollten die Kultusminister der Länder am Mittwoch zu einer Konferenz zusammenkommen und das weitere Vorgehen beraten. Dabei folgten auch die anderen Bundesländer der Linie von Niedersachsen und Bremen. „Auch wenn sich die Pandemie durch eine neue Virusvariante verändert, müssen wir die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Blick nehmen. Das bedeutet, dass wir die Schulen erst dann schließen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, stellte die KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU) im Anschluss klar.

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagierte mit leiser Kritik. Man wisse um die Bedeutung des Präsenzunterrichts, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Fernsehsender n-tv. Aber: „Ganz ehrlich, es werden nicht alle Schulen aufbleiben können. Das muss man deutlich so sagen“, stellte sie klar. Dabei verwies sie auf die Vorweihnachtszeit, in der es an längst nicht mehr allen Schulen Präsenzunterricht gegeben habe. KMK-Daten zufolge waren Mitte Dezember in Deutschland etwa 40 von rund 30.000 Schulen geschlossen, an 1400 Schulen war der Betrieb eingeschränkt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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