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2G in Niedersachsen: Jugendliche bleiben bei Corona-Regel außen vor

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Von: Johannes Nuß

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Kinder und Jugendliche bleiben auch weiterhin von der 2G-Regel in Niedersachsen während der Corona-Pandemie befreit. Doch nun kommt alles anders.

Hannover – Die Kritik, dass auch Kinder und Jugendliche in Niedersachsen demnächst unter die 2G-Regel im Zuge der Corona-Pandemie fallen sollten, war enorm in den vergangenen Wochen. Jetzt ist klar: Diese Corona-Regel wird es von der Politik im Nordwesten derzeit nicht geben. Das gab Regierungssprecherin Kathrin Riggert am Dienstag während der wöchentlichen Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs in Hannover bekannt.

2G für Jugendliche in Niedersachsen: „Lage ist derzeit nicht so, dass man verschärfen müsste“

„Die Lage ist derzeit nicht so, dass man verschärfen müsste“, sagte Riggert am Dienstagmittag in der Landespressekonferenz. Allerdings ist es nicht auszuschließen, dass die 2G-Regel für Jugendliche in der Zukunft zum Zuge kommt. Dies aber auch nur, wenn sich die Infektionszahlen mit Covid-19 in den kommenden Tagen und Wochen dramatisch verändert. Man werde die Situation in den Krankenhäusern weiterhin intensiv beobachten, sagte Riggert.

Wie bei einer entsprechenden Eskalation der Lage die Regelung dann genau aussehen könnte, konnte Riggert während der Pressekonferenz nicht sagen. „Das wird man dann regeln müssen, wenn es so weit ist.“

Corona-Krisenstabsleiter Heiger Scholz während der wöchentlichen Pressekonferenz in Hannover.
Nach Angaben von Krisenstabsleiter Heiger Scholz sind die Inzidenzwerte vor allen Dingen in der Altersgruppe bis 19 Jahre in den vergangenen Wochen exponentiell gestiegen. © Julian Stratenschulte/dpa

Dass die Regelung bald entsprechend geändert werden könnte, zeigt ein Blick auf die aktuellen Infektionszahlen mit dem Coronavirus bei Jugendlichen. Denn die werden derzeit von der vorherrschenden Omikron-Variante mit einer heftigen Welle erfasst. So sind nach Angaben von Krisenstabsleiter Heiger Scholz die Inzidenzwerte vor allen Dingen in der Altersgruppe bis 19 Jahre in den vergangenen Wochen exponentiell gestiegen.

Infektionen mit Omikron bei Jugendlichen in Niedersachsen: Infektionszahlen schießen in die Höhe

Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet, ist demnach die Inzidenz bei Kindern bis fünf Jahre während einer Woche von 505 auf aktuell 1035 gestiegen. Bei den Sechs- bis Elfjährigen liegt dieser Wert aktuell bei 2143, vor einer Woche betrug die Inzidenz in dieser Gruppe noch 948, bei den 12- bis 19-Jährigen liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 896. Für das gesamte Land Niedersachsen lag die Inzidenz am Dienstag, 25. Januar 2022, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 752,2.

Eine andere Regel im Bundesland wurde hingegen vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg außer Vollzug gesetzt. Dies betrifft die 2G-Regelung für die Nutzung von Sportanlagen unter freiem Himmel. Wie das Gericht am Dienstag mitteilte, gab der 14. Senat einem Eilantrag einer Golfspielerin statt, die nicht geimpft oder genesen ist. Die Regelung in der Corona-Verordnung sei mit dem allgemeinen Gleichheitssatz nicht vereinbar. Der Beschluss ist unanfechtbar. Zwar ist damit ebenfalls die Regelung für Mannschaftssportarten aufgehoben, sie könne aber verordnet werden, entschieden die Richter.

Die aktuelle Corona-Verordnung in Niedersachsen ist noch bis zum 2. Februar gültig. Somit werden in der neuen Fassung voraussichtlich geänderte Regeln für diesen Sportbereich enthalten sein. Bereits vor Weihnachten hatte das OVG die 2G-Regel im Handel gekippt: Auch nicht gegen das Coronavirus geimpfte Menschen dürfen in Niedersachsen somit shoppen gehen. Die verschärften Maßnahmen für körpernahe Dienstleistungen, also etwa Friseure, hatte das OVG ebenfalls außer Vollzug gesetzt. Mit einem negativen Test können seither auch ungeimpfte Menschen zum Friseur oder zur Kosmetik gehen.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Obergrenze von 500 Zuschauern im Profisport bleibt bestehen

Die Obergrenze von 500 Zuschauern im Profisport bleibt nach Plänen der Landesregierung hingegen bestehen. „Niedersachsen plant weder Verschärfungen noch Lockerungen. Das heißt, bei uns bleibt es dabei, dass Veranstaltungen nur mit bis zu 500 Personen zulässig sind“, erläuterte eine Regierungssprecherin. Zuvor hatte Bayern am Dienstag angekündigt, etwa in der Fußball-Bundesliga bis zu 10.000 Zuschauer zuzulassen. Neben dieser Obergrenze soll dort eine maximale Auslastung von 25 Prozent der Zuschauerkapazität gelten.

Bund und Länder konnten sich in ihren Corona-Beratungen am Montag in der Frage des Profisports auf keine gemeinsame Linie verständigen. Bis zum 9. Februar soll nun ein Konsens gefunden werden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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