Entgegen aller Regeln

Die kuriosesten Corona-Aktionen

Erinnert an ein Märchen der Gebrüder Grimm: Als die Polizei einen Kindergeburtstag in Hameln auflöste, versteckten sich die Gäste in Schränken und auf der Toilette.
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Erinnert an ein Märchen der Gebrüder Grimm: Als die Polizei einen Kindergeburtstag in Hameln auflöste, versteckten sich die Gäste in Schränken und auf der Toilette.

Erinnert an die Geschichte vom Wolf und den Geißlein: Als die Polizei einen Kindergeburtstag in Hameln auflöst, schließt sich eine erwachsene Frau mit fünf Kindern im Bad ein. Alle anderen Gäste verstecken sich in den Schränken. So lustig das klingen mag: Einige Menschen scheinen den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen zu haben. Wir haben die kuriosesten Versteckspiele und Corona-Partys in der Region zusammengefasst.

  • Trotz ernster Lage kommt es nach wie vor zu Verstößen gegen die Regeln während der Corona-Pandemie.
  • Darunter sind Hochzeiten, Kindergeburtstage und Trauerfeiern.
  • Corona-Verstöße können sehr teuer werden.

Sicher findet jeder etwas an den Corona-Verordnungen auszusetzen. Die Vorfreude auf das nächste Konzert, den Besuch im Fußballstadion oder im Theater und auf Partys mit guten Freunden wächst. Der Großteil hält sich auch daran. Trotzdem gibt es auch in Bremen und Niedersachsen immer wieder Auslösungen von Partys und Zusammenkünften jeder Art.

lllegaler Kindergeburtstag - Gäste verstecken sich vor Polizei im Bad

Die Polizei in Hameln hat erst kürzlich einen Kindergeburtstag mit 30 Gästen aufgelöst. Um von den Beamten nicht entdeckt zu werden, ging ein Versteckspiel der besonderen Sorte los. Während sich einige Gäste in Schränken versteckten, schloss sich eine Frau nach Angaben der Polizei mit fünf Kindern im Badezimmer ein.

Nachbarn hatten sich am Dienstag bei der Polizei über den Kindergeburtstag beschwert. Entgegen der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie feierten sie die Party. Letztlich fand der Wolf die Geißlein: Gegen die 15 anwesenden Erwachsenen wurden Verfahren eingeleitet.

Corona-Abrissparty: Jugendliche mieten Wohnungen - die Polizei kann zuerst nur zusehen

Zwei Feiern führten an einem Novemberwochenende zu Corona-Einsätzen der Polizei in Bremen: In der Bahnhofsvorstadt stieg eine regelrechte Abrissparty und in Bremen-Nord gab es eine Trauerfeier, bei der die Corona-Regeln missachtet wurden.

Vor dem ersten Einsatz wurde der Polizei gemeldet, dass sich in einem Mehrfamilienhaus mehrere junge Menschen lautstark vergnügen würden. Als die Polizei ankam, war laute Musik und Lärm zu hören. Als sie an der betreffenden Dachgeschosswohnung klingelten, wurde ihnen auch nach mehrfacher Aufforderung nicht geöffnet, teilte Pressesprecherin Franka Haedke mit. Stattdessen öffnete ein junger, angetrunkener Mann aus der Nachbarwohnung die Tür.

Auch dort hatte offensichtlich eine Feier stattgefunden. Die Polizisten betraten laut Franka Haedke die Wohnung und trafen neben dem 19-Jährigen auf zwei weitere 15 und 25 Jahre alte Gäste, wovon sich eine Person auf dem Balkon versteckte. Vom Balkon aus konnten die Beamten in die Party-Wohnung nebenan schauen, wo 22 junge Menschen feierten.

Viele der Partygäste waren laut Polizeiangaben betrunken, verhielten sich größtenteils respektlos und unkooperativ. In der Wohnung herrschten nach Aussagen der Polizei chaotische Zustände, teilweise war Inventar beschädigt worden. Die Polizei löste die regelrechte Corona-Abrissparty auf. Gegen die insgesamt 22 Feiernden wurden entsprechende Anzeigen wegen der Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen eingeleitet.

Trauerfeier in Blumenthal mit uneinsichtigen Gästen

Ebenso besorgniserregend berichtete die Polizei Bremen von einer Trauerfeier in Bremen-Nord, bei der im November bis zu 50 Personen zusammenkamen und damit gegen die Kontaktbeschränkungen verstießen. Anwohner hatten sich über zahlreiche Falschparker und Verkehrsbehinderungen beschwert.

Auf dem Hinterhof waren Zelte aufgebaut und bis zu 50 Menschen versammelt, wobei einigen beim Eintreffen der Polizisten den Garten fluchtartig verließen, sagte Pressesprecherin Franka Haedke. Die Verbleibenden gaben an, dass es eine private Trauerfeier mit Familienangehörigen sei.

Die geltenden Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen wurden dabei laut der Polizei unzureichend bis gar nicht eingehalten. Gegen 33 Personen wurden entsprechende Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz gefertigt. Auch  Parkverstöße im Umfeld wurden geahndet. Die Polizei beendete die Trauerfeier.

Die Hochzeitsparty platzte - so wie dieser Ballon vielleicht irgendwann.

Hochzeit trotz Corona in Bremen: 400 Menschen auf Party – Gäste zeigen keine Einsicht

Etwa 400 Gäste auf einer Hochzeitsfeier in Gröpelingen, mitten in der Pandemie, während höchstens 250 Menschen zugelassen waren. Die Feier fand ein schnelles Ende, was den Gästen missfiel. Neben der hohen Anzahl der Gäste im Lokal, hielten diese kaum Abstand und nutzen keinen Mund-Nasen-Schutz. Mehrmals soll der 53-jährige Betreiber des Lokals versucht haben, auf die Gäste einzuwirken, so Polizeisprecherin Stefanie Freund.

Vergeblich! Auch Polizisten hätten die feiernden Menschen angesprochen, doch diese seien uneinsichtig gewesen. Schließlich blieb dem Veranstalter nichts anderes übrig, als die Feier zu beenden. Es hagelte zahlreiche Anzeigen. 50 Parkverstöße im Umfeld stellte die Polizei auch fest. Auch in Hamm gab es eine Corona-Hochzeit. „Bei Verstößen können Bußgelder von mehreren Tausend Euro fällig werden“, sagt die Polizei.

Silvesternacht in Niedersachsen: Polizei beendet Party in Oldenburg - Explosion im Landkreis Osnabrück

Die Polizei in Oldenburg beendete eine Silvesterparty mit 20 Feiernden wegen Verstößen gegen die Corona-Regelungen. Die Wohnungstür ist zwangsweise geöffnet worden, weil niemand auf Klopfen und Klingeln der Einsatzkräfte reagierte, wie ein Sprecher der Polizei am Neujahrsmorgen mitteilte.

Die Partygäste im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zeigten sich uneinsichtig. Gegen sie sind Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Insgesamt allerdings verlief der Start in das neue Jahr in der Stadt „erheblich ruhiger als in den vergangenen Jahren“, wie der Polizeisprecher sagte.

Silvester in Bremen: Verstöße gegen die Corona-Verordnung

In Bremen hatte die Polizei in der Silvesternacht einiges zu tun.

Deutlich arbeitsreicher war die Silvesternacht für die Polizei in Bremen. Die Beamten teilen am Morgen mit, dass es sich in erster Linie um Verstöße gegen die Corona-Verordnung und das Feuerwerksverbot gehandelt habe.

von Marvin Köhnken, Mara Schumacher, Elisabeth Gnuschke und Maria Sandig

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