„Darf sich auf keinen Fall wiederholen“

Corona-Panne in Hannover: Kinder erhielten Impf-Dosis für Erwachsene

Zu sehen sind zwei Kinder, die vor dem Impfzentrum am Zoo Hannover stehen.
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Hannover, Niedersachsen: Im Impfzentrum am Zoo erhalten 42 Jungen und Mädchen die Erwachsenen-Dosis des Impfstoffs gegen Corona. Die Aufregung ist groß. (Archivbild)

Großes Impf-Missgeschick in Hannover: In der Landeshauptstadt von Niedersachsen wird eine Vielzahl an Kindern mit der Dosis für Erwachsene geimpft. Und nun?

Update vom 04. Januar um 14:05 Uhr: Von der Corona-Panne im Impfzentrum am Zoo in Hannover sind weniger Kinder betroffen als ursprünglich angenommen. Wie der Präsident der Region Hannover, Steffen Krach (SPD), am Dienstag erklärte, seien am Montag 21 Jungen und Mädchen mit einer für Erwachsene vorgesehene höheren Impfstoffdosis geimpft worden. Zunächst hieß es, dass 42 Kinder die falsche Vakzindosis erhalten hätten.

Erstmeldung vom 04. Januar um 10:04 Uhr: Hannover – Am Montag, 3. Januar 2022, wurden im Impfzentrum am Zoo Hannover mal wieder Corona-Impfungen durchgeführt. Ein Angebot, das auch Kinder wahrnehmen können. Doch sollte es hierbei zu einer großen Corona-Panne kommen. Denn die entsprechenden Dosen mit den Vakzinen werden verwechselt und die Minderjährigen erhalten den Impfstoff, der für die Erwachsenen bestimmt war.

Stadt in Niedersachsen:Hannover
Fläche:204 km²
Höhe:55 m
Bevölkerung:532.163 (2016
Bürgermeister:Belit Onay
Vorwahl:0511

Impf-Missgeschick in Hannover: Kinder erhalten Corona-Impfstoff mit höherer Konzentration für Erwachsene

Es sind insgesamt 21 Jungen und Mädchen, für die der Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige vorgesehen war. Doch sollten die Kinder den Impfstoff mit der höheren Konzentration für Erwachsene erhalten, berichtet der NDR unter Berufung auf die Region Hannover. Schwerwiegende Folgen für die Minderjährigen seien durch die Verwechslung jedoch nicht zu erwarten. Tags zuvor war entsprechend der falsch aufgezogenen Spritzen noch von 42 Kindern die Rede gewesen.

„Medizinisch gesehen handelt es sich um eine nicht notwendige erhöhte Dosis des Impfstoffs, die sich nicht negativ auswirken dürften“, heißt es von Marlene Graf, der leitenden Fachärztin des Gesundheitsamts. Nach den Erkenntnissen der Behörde würden allenfalls Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder Fieber auftreten.

„So etwas hätte nicht passieren dürfen“: Hannovers Regionspräsident entschuldigt sich bei den Betroffenen – und kündigt schnelle Aufarbeitung an

Eines steht jedoch außer Frage: „Auch wenn keine gravierenden gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind, so etwas hätte nicht passieren dürfen“. Das sagt Regionspräsident Steffen Krach (SPD). Ihm zufolge werde die Region Hannover umgehend analysieren, wie es überhaupt zu dieser Impf-Panne kommen konnte.

„Das darf sich auf keinen Fall wiederholen“, betont Steffen Krach. Er kündigte bereits an, dass alle Abläufe noch einmal überprüft werden. Zudem entschuldigte sich der Regionspräsident bei den betroffenen Eltern. Diese seien direkt am Montag telefonisch oder per E-Mail über das Missgeschick informiert worden.

Biontech-Impfstoff für Kinder: Studie des Vakzins gegen Corona zeigt, dass Kinder mit Nebenwirkungen zu kämpfen haben

Wie es von der Regionsverwaltung Hannover heißt, stehen für die Eltern ein medizinisches Beratungsangebot bei den kinderärztlichen Notdiensten der Medizinischen Hochschule Hannover zur Verfügung. Zudem können die Erziehungsberechtigten der betroffenen Kinder auf das Kinderkrankenhaus auf der Bult sowie die kassenärztliche Vereinigung (KV) zurückgreifen.

Ungeachtet dieser Impf-Panne können bei Kindern auch nach der Impfung mit der korrekten Dosis des Vakzins Nebenwirkungen auftreten. Das Bundesgesundheitsministerium verweist auf eine Zulassungsstudie, im Rahmen dessen Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit dem Corona-Impfstoff von Biontech geimpft wurden.

Viele Kinder hätten ein bis zwei Tage lang vorübergehende Impfreaktionen gezeigt, im Speziellen nach der zweiten Spitze. Es ist von Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Fieber, Durchfall, Schüttelfrost* sowie Muskel- und Gelenkschmerzen die Rede.

Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Corona-Impfungen für Kinder mit Vorerkrankungen

Dennoch hat die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impf-Empfehlung für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen ausgesprochen. Doch können bei individuellem Wunsch auch Kinder, die gesundheitlich nicht beeinträchtigt sind, gegen das Coronavirus geimpft werden.

Eltern und Kinder, die Interesse zeigen, können sich laut dem Bundesgesundheitsministerium an die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte wenden. Darüber hinaus stehen aber auch die lokalen Impfaktionen für Eltern und ihre Kinder zur Verfügung. Konkrete Informationen finden sich auf dem jeweiligen Online-Auftritt der Kommunen.

Corona-Zahlen in Niedersachsen: 2070 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut an

Um in Niedersachsen zu bleiben: Wie das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet, ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im nördlichen Bundesland vom 3. Januar auf den 4. Januar um 2070 Fälle angestiegen. Insgesamt sind somit seit Beginn der Pandemie allein in Niedersachsen 449.406 Corona-Fälle zu verzeichnen.

Zudem sind weitere 16 Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung in Niedersachsen gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz wiederum beläuft sich auf 183,0. Am Vortrag betrug sie noch 174,6, eine Woche zuvor gar nur 126,6. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Transparenzhinweis: Ursprünglich war von 42 betroffenen Kindern die Rede gewesen, die mit dem Impfstoff für Erwachsene geimpft worden waren. Am Dienstagmittag, 4. Januar, wurde die Zahl nach unten korrigiert. Der Text wurde am Dienstag, 4. Januar, um 14:05 Uhr entsprechend angepasst.

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