Kann eine Impfpflicht das verhindern?

Corona-Pandemie: Immunologe warnt – So wird jeder Winter aussehen

Einen weiteren Winter bestimmt der Corona-Virus den Alltag der Menschen in Deutschland. Das könnte auch die nächsten Winter so bleiben, so die Prognosen.

Berlin – Die vergangenen Tage dominierten die Medien zwei Themen: die Omikron-Variante und das Weihnachtsfest. Die Angst vor der neuesten Mutante in der Corona-Pandemie ist groß. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Niedersachsen gibt es neue Meldungen über Infektionen und Verdachtsfälle. Ministerpräsident Stephan Weil will in Niedersachsen jetzt sogar die Weihnachtsruhe. Einige Prognosen sind düster: Auch die nächsten Winter könnten unter dem Zeichen des Corona-Virus stehen, warnt der Immunologe Carsten Watzl. Kann eine Impfpflicht das ändern?

Krankheit:COVID-19
Erreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Corona-Virus: Immunologe warnt vor weiteren Corona-Wintern wie diesem. Könnte Impfpflicht das verhindern?

Auch in Frank Plasbergs Sendung „hart aber fair“ wurde über die Perspektive des Corona-Virus diskutiert. Zu Gast war unter anderem der renommierte Immunologe Carsten Watzl. Seine Prognose für die kommenden Corona-Winter ist düster. Watzl erklärte, auch in Zukunft würde es im Winter Corona-Infizierte und Corona-Tote geben. Damit sich das ändert, müssen Impflücken geschlossen werden, so der Immunologe. Dabei könnte eine Impfpflicht helfen.

Testen hilft, aber reicht nicht, um die Pandemie einzudämmen: Damit der Winter in Zukunft anders aussieht, müssen Impflücken geschlossen werden.

Je langsamer das geschieht, desto schlechter sind die Aussichten für die kommenden Winter mit dem Corona-Virus. Testen hat sich als hilfreiches Instrument in der Pandemie-Eindämmung erwiesen, daran gibt es keine Zweifel. Doch Immunologe Watzl wird bei Plasberg deutlich: „Man kann das Risiko nicht wegtesten.“ Die Aussage ist so kurz, wie deutlich: Testen macht Sinn, kann aber das Schließen von Impflücken nicht ersetzen.

Corona-Pandemie: Könnte der Winter mit Impfpflicht in Zukunft doch anders aussehen?

Ein Schreckensszenario: Jeder Winter wie dieser, wenn es der Politik nicht gelingt, Impflücken zu schließen. Das könnte im Rahmen einer Pflicht zu impfen geschehen. Ein Gutachten des baden-württembergischen Sozialministeriums hat jetzt ergeben, dass eine Impfpflicht notwendig ist. Diese lediglich auf bestimmte Bevölkerungsteile oder Berufsgruppen zu reduzieren, bezeichnet das Ministerium als nicht zielführend – im Gegensatz zu einer allgemeinen Impfpflicht. Impfen bleibt laut den meisten Immunologen das wirksamste Mittel gegen die Corona-Pandemie.

Die Impfquote ist für eine wirkliche Eindämmung der pandemischen Lage noch zu gering. Die verminderte Bereitschaft unter bestimmten Bevölkerungsgruppen sich impfen zu lassen, heißt nicht, dass unter ihnen besonders viele Querdenker sind, die Gründe sind vielschichtig. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wirbt nun gezielt unter bisher statistisch seltener geimpften Gruppen für die Impfung gegen das Corona-Virus.

Im Hinblick auf die Erkenntnisse des baden-württembergischen Sozialministeriums haben Gutachter eine Impfpflicht nun nicht nur für zulässig befunden, sondern für geboten. Zwar stelle dies einen Eingriff in die Freiheitsrechte dar, verfassungsrechtlich wäre das in der aktuellen Lage jedoch zu rechtfertigen, so die Gutachter.

Minister beraten auch über Booster-Impfung – mit Anreizen und Impfpflicht gegen die Corona-Pandemie?

Impfpflicht und Impfanreize waren große Themen der vergangenen Monate. Zuletzt rückte auch das Thema Booster-Impfung in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit: Zwei Impfungen sind gut, drei Impfungen sind besser, da ist sich die Wissenschaft in weiten Teilen einig. Mit immer neuen Varianten des Corona-Virus ist es gesichert, dass es auch perspektivisch Auffrischungsimpfungen brauchen wird.

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Wie man die Bereitschaft zu Auffrischungsimpfungen in der Bevölkerung steigern kann, ist nun auch Thema der Minister, es geht um Anreize. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten heute über einheitliche Erleichterungen für dreifach Geimpfte. Das Impftempo, auch bei der Booster-Impfung, soll hochgehalten werden. Karl Lauterbach, der überraschend neuer Gesundheitsminister in der Regierung von Olaf Scholz geworden ist, spricht sich dafür aus, Erleichterungen umzusetzen.

Nach dem 2G-Plus-Modell soll für dreifach Geimpfte der zusätzliche Test wegfallen, so Lauterbach. Das könnte einen besonderen Impfanreiz für Viele bedeuten, da es die Teilnahme am öffentlichen Leben deutlich erleichtert. Derweil fragen sich einige noch, was es mit 2G-Plus überhaupt genau auf sich hat. Eins ist klar: Die Corona-Pandemie nimmt keine Rücksicht auf Weihnachten, nicht dieses Jahr und genauso wenig die nächsten. Wenn es nach dem Immunologen Watzl geht, muss daher auch über die Feiertage geimpft, geboostert und getestet werden, damit die Feiertage bald wieder anders aussehen können. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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