Corona-Virus

„Finanzielles Desaster“: Stille Nacht auf Weihnachtsmärkten

Auf Weihnachtsmärkten in Niedersachsen bleibt Pandemie-bedingt das dichte Treiben aus und somit auch die Einnahmen. Schausteller schlagen Alarm.

Hannover – Weihnachtsmärkte wie man sie kennt: Der Geruch von gebrannten Mandeln und Glühwein liegt in der Luft, die Menschen drängen sich zwischen den Ständen. Davon ist auf Weihnachtsmärkten in Niedersachsen dieses Jahr aufgrund von Corona-Pandemie und Corona-Maßnahmen kaum etwas zu spüren. Die Gerüche sind geblieben, die Menschen bleiben weg. Für viele Schausteller stellt das eine existenzielle Bedrohung dar. Deshalb zeichnet der Schaustellerverband Niedersachsen ein düsteres Bild zum Ende der Weihnachtszeit.

Land:Niedersachsen
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

Weihnachtsmärkte in Niedersachsen bleiben während der Corona-Pandemie leer, Schausteller zeigen sich besorgt

Einiges ist an diesem Weihnachten anders, nicht nur die Notwendigkeit sich auch an den Feiertagen zu testen. Für viele potenzielle Besucher stellt sich dieser Tage nicht die Frage nach dem nächsten Weihnachtsmarkt, sondern nach der nächsten Impfstation – auch an Weihnachten. In Niedersachsen gelten nun ebenso wie andernorts strengere Regeln, die nicht vor Weihnachtsmärkten haltmachen. Die Folgen der Corona-Pandemie für Schausteller sind dramatisch, die Umsatzeinbußen groß. Für einige Schausteller und Budenbetreiber könnten sie gar Existenz-bedrohend sein. Eine finanziell vergleichbare Situation gab es viele Jahre nicht.

Die Umsätze für Schausteller auf Weihnachtsmärkten in Niedersachsen sind durch die Corona-Pandemie massiv eingebrochen.

Vergleicht man die Einnahmen vieler Schausteller mit dem Vorkrisenjahr 2019, wird besonders deutlich, wie angespannt die Situation ist. Im Vergleich wurde an den Ständen ein Umsatz erwirtschaftet, der im Schnitt nur rund 15 bis 20 Prozent des Umsatzes von 2019 ausmacht – nur die wenigsten machen überhaupt Gewinn. Zwischen den Jahren gelten auch in Niedersachsen besondere Corona-Regeln, doch Schausteller haben aktuell noch andere Sorgen, für sie bleibt ein sorgloses Weihnachtfest dieses Jahr zumeist aus.

Weihnachten in der Corona-Pandemie: Auch in Niedersachsen schließen viele Weihnachtsmärkte vorzeitig

Während die Einkünfte ausblieben, blieben die Ausgaben für Standbetreiber hoch. Sie hatten auch in der Corona-Pandemie Standgebühren bezahlt, Waren gekauft, Personal bezahlt oder mussten für Strom und Dekoration aufkommen, wie der Verbandsvorsitzende des Schaustellerverbands Niedersachsen, Kevin Kratzsch, feststellt. Kratzsch findet klare Worte – er spricht mit Blick auf die diesjährigen Einnahmen gegenüber der dpa von einem „absoluten Minusgeschäft“. Mehrere Kommunen in Niedersachsen hatten sich entschlossen, Weihnachtsmärkte frühzeitig zu schließen.

An vielen Orten galt und gilt zudem die 2G-Plus-Regel – viele fragen sich derweil noch, was es mit der Corona-Regel genau auf sich hat. Auf Weihnachtsmärkten im Bundesland von Stephan Weil bedeutet sie, dass Besucher über eine Impfung oder einen Genesenennachweis hinaus entweder einen Corona-Test vom gleichen Tag, oder eine Booster-Impfung vorweisen müssen. Kratzsch glaubt, auch deshalb seien viele Besucher zu Hause geblieben. In Niedersachsen kann man sich dieses Jahr auch über die Weihnachtstage impfen, beziehungsweise „boostern“ lassen.

Niedersachsens Weihnachtsmärkte in der Corona-Pandemie: Schausteller in Not hoffen auf Hilfe vom Land

Die Schausteller und Budenbetreiber auf Weihnachtsmärkten in Niedersachsen sind in Not und erhoffen sich Hilfe aus der Politik. Das Land Niedersachsen plant Schaustellern und Veranstaltern, die durch die Corona-Pandemie in Not geraten sind, finanziell unter die Arme zu greifen. Dabei sind Hilfsgelder in einem Umfang von rund 25 Millionen Euro vorgesehen, wobei pro Unternehmen maximal 50.000 Euro ausgezahlt werden können.

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Für viele Schausteller ist das ein schwacher Trost, normalerweise gehen sie mit einem Polster aus dem Weihnachtsgeschäft bis Ostern in die Pause. Das finanzielle Polster bleibt dieses Jahr aus, für viele von ihnen ist das existenziell. Der deutsche Schaustellerverband hatte im Hinblick auf die Umsatzeinbußen in diesem Jahr von einem „finanziellen Desaster“ gesprochen – in Anbetracht der Höhe der Umsatzeinbußen, ist das wohl kaum übertrieben.*kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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