Auch Eltern und Schulleiter unzufrieden

FDP und Grüne kritisieren Corona-Politik: „Aus Fehlern nicht gelernt“

Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden bis zum 7. März verlängert, mit einigen kleinen Lockerungen. Kritik an der Politik der Regierung Niedersachsens kommt aus der Opposition.

  • Bund und Länder haben die Corona-Maßnahmen und den Lockdown bis zum 7. März verlängert.
  • Verband der Schulleiter kritisiert Corona-Politik als zu langsam und zu frickelig.
  • Opposition äußert deutliche Kritik an Corona-Politik der Landesregierung.

Dieser Coronavirus-Ticker für Niedersachsen ist beendet und wird hier weitergeführt.

Update vom 21. Februar, 10.35 Uhr: Knapp ein Jahr nach dem ersten Corona-Fall in Niedersachsen werfen FDP und Grüne der Landesregierung ein unzureichendes Krisenmanagement vor. FDP-Fraktionschef Stefan Birkner sagte der Deutschen Presse-Agentur, Niedersachsen sei „eines der Schlusslichter in Sachen Pandemiebekämpfung“, weil die Regierung aus SPD und CDU zu zögerlich agiere. „Die Landesregierung hat aus den vielen Erkenntnissen und Fehlern des vergangenen Jahres nicht gelernt“, sagte Birkner. Maßnahmen würden zu spät und zu pauschal umgesetzt, gleichzeitig passiere zu wenig für den Infektionsschutz. „Wegen dieser Politik hangeln wir uns von Lockdown zu Lockdown und verlieren zunehmend an Akzeptanz und Vertrauen bei der Bevölkerung.“

Nach Ansicht von Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg regiert die Landesregierung immer wieder zu zögerlich auf Fehler oder Ratschläge.

Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg sagte, sie kreide der Regierung nicht an, dass sie in der Krise Fehler gemacht habe. „Wir kreiden ihr aber an, dass sie oft gar nicht oder erst spät daraus Konsequenzen gezogen und Ratschläge angenommen hat.“ Sie forderte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf, den Entwurf eines Stufenplans entschlossen voranzutreiben, aber auch mit weiteren Begleitmaßnahmen zu versehen: „Mit einer umfassenden Teststrategie, mehr Investitionen und Förderung für Corona-Schutz, mehr Hilfen für die sozialen und wirtschaftlichen Folgen.“

Stephan Weil hatte unter der Woche im Landtag eingeräumt, dass das Krisenmanagement nicht perfekt laufe. Dennoch gebe es auch ermutigende Fortschritte. „Das gilt für die Infektionen, das gilt für die Impfungen, das gilt für Schutzkonzepte und Unterstützung.“ (dpa)

Update vom 20. Februar, 13 Uhr: In Niedersachsen sind am Samstag 871 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit (Stand 9 Uhr). Die Zahl lag höher als am Freitag (837 Fälle) und deutlich höher als am Samstag vor einer Woche (515 Fälle). Die Durchschnittsfallzahlen der vergangenen Tage deuten darauf hin, dass eine Talsohle durchschritten ist und die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder zunimmt.

Die sogenannte Inzidenz lag am Samstag bei 64 Infektionsfällen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Seit Freitag wurden 28 Todesfälle gemeldet. Die höchste Inzidenz von 179,5 gab es im Landkreis Wesermarsch, auch wenn dort die Infektionsrate nach einem Spitzenwert von 254 Fällen pro 100.000 Einwohner in eine Woche Anfang der Woche allmählich sinkt. Stark betroffen sind derzeit auch der Kreis Vechta (134,4 Fälle auf 100.000 Einwohner in einer Woche) und die Stadt Osnabrück (124,1). (dpa)

Update vom 20. Februar, 11.30 Uhr: Die Schulen werden aus Sicht des Schulleitungsverbandes in Niedersachsen weiterhin nicht ausreichend vor dem Coronavirus geschützt. „Es fehlt der große Wurf“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Rene Mounajed über die Politik des Kultusministeriums. „Wir haben immer nur Tippelschritte.“ So brauche es dringend eine schnellere Impfmöglichkeit für Lehrkräfte, denn das Infektionsrisiko sei da. „Das kann man nicht kleinreden.“ Zunächst sollte das Personal an Grund- und Förderschulen geimpft werden, dann alle anderen, so Mounajed, der Schulleiter einer Gesamtschule ist.

Ein leeres Klassenzimmer an einer Grundschule.

Die Abiturprüfungen und Abschlussprüfungen in der Sekundarstufe I, die trotz der Ausbreitung des Virus geplant werden sollen, sieht der Verband als Gefahr und fordert eine Absage. „Die Hygienekonzepte sind nicht ausreichend, um eine sichere Prüfung zu gewährleisten. Es sind Massen, die ins Haus kommen müssen. Wir täten gut daran, diese Dinge zu überprüfen.“ Wer die Pandemie ernst nehme, müsse auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen verzichten. „Die Mutanten verschärfen das Problem.“ Aus Sicht des Verbandes wäre es kein Problem, Durchschnittsnoten zu bilden und freiwillige Prüfungsersatzleistungen anzubieten. „Das System Schule braucht eine Konzentration auf das Wesentliche“, so Mounajed.

Schulleiter-Kritik: „Psychologische Probleme haben definitiv zugenommen“

Die Lehrerinnen und Lehrer sind demnach durch Präsenz- und Online-Unterricht, Notbetreuung und zahlreiche organisatorische Aufgaben sehr belastet. „Psychologische Probleme bei Lehrkräften und Schülern haben definitiv zugenommen.“ Dies bestätigt auch Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) im Interview mit 24hamburg.de*: „Alle sind mit den Nerven runter.“

Die Ausbreitung der Mutanten sorge für weitere Verunsicherung. „Wir sind unzufrieden mit der Politik“, sagte Rene Mounajed. Viele Maßnahmen, die nun angekündigt werden, seien richtig. Aber: „Das muss alles viel schneller gehen, das ist alles Frickelwerk.“ - *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Update vom 19. Februar, 13.45 Uhr: Zahlreiche Eltern von Kita-Kindern machen Druck für eine frühere Öffnung der Kindertagesstätten. „Die schwierige Situation von Familien und Kindern wird weiterhin nicht ernst genommen“, kritisierte Christine Heymann-Splinter von der Landeselternvertretung der niedersächsischen Kindertagesstätten am Freitag. Noch immer sei unklar, wann die Kinderbetreuung wieder hochgefahren werden soll. Niedersachsen sei damit ein Schlusslicht „bei der Berücksichtigung der Rechte und Bedürfnisse von Kindern“.

„Die schwierige Situation von Familien und Kindern wird weiterhin nicht ernst genommen“, kritisierte Christine Heymann-Splinter von der Landeselternvertretung der niedersächsischen Kindertagesstätten.

Die Eltern fordern, je nach Corona-Infektionslage in den Landkreisen und Städten die Kitas schon jetzt wieder zu öffnen - im eingeschränkten Betrieb und mit zusätzlichen Schnelltests. Eine entsprechende Online-Petition hat bereits mehr als 3500 Unterzeichner.

Derzeit bieten die Kitas nur eine Notbetreuung für maximal die Hälfte der Kinder an. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte angekündigt, die Kitas sollten „im März“ im eingeschränkten Betrieb öffnen - vorausgesetzt, die Infektionszahlen gehen bis dahin zurück. Von April an solle dann der Stufenplan der Landesregierung gelten. Dieser sieht einen eingeschränkten Regelbetrieb bei einem landesweiten Sieben-Tage-Wert unter 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor. (dpa)

Update vom 19. Februar, 9.30 Uhr: Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, kann mit einer Plasmaspende anderen Erkrankten helfen. Denn die im Blutplasma von Genesenen enthaltenen Antikörper sollen das Immunsystem von Corona-Patienten dabei unterstützen, das Virus zu bekämpfen. „Ziel ist es, die Krankheitsdauer zu verkürzen und Schäden wie Lungenversagen zu verhindern“, sagt der Leiter der Zytaphereseabteilung und Zuständige für die Herstellung von Blutpräparaten beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Standort Oldenburg, Hagen Baume.

Blutplasma von Genesenen soll das Immunsystem von Corona-Patienten dabei unterstützen, das Virus zu bekämpfen.

Die Wirksamkeit des Verfahrens wird zurzeit in mehreren Studien untersucht. Besonders vielversprechende Ergebnisse zeige die Behandlung mit Antikörpern aus Plasma, wenn sie möglichst frühzeitig erfolge, berichtet der Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin an der medizinischen Hochschule Hannover, Rainer Blasczyk.

Möglich ist eine Spende unter anderem beim Blutspendedienst des DRK in Oldenburg. Voraussetzung sind neben der allgemeinen Tauglichkeit dafür unter anderem ein ausreichender Antikörpergehalt im Blut, der vor der ersten Plasmaspende ermittelt wird. (dpa)

Update vom 18. Februar, 16.50 Uhr: Ein erheblicher Teil der niedersächsischen Schulen ist trotz der Schutzvorkehrungen von Corona-Fällen betroffen. Wie Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag im Landtag sagte, meldeten am Dienstag 655 der rund 3000 Schulen einen oder mehrere Infektionsfälle, das sind rund 22 Prozent. Zwei Drittel dieser Schulen hätten allerdings jeweils nur eine einzige Infektion unter den Schülern gemeldet. Auch an den meisten übrigen Schulen seien nur wenige Schüler infiziert. Insgesamt gebe es keinen Hinweis auf größere Infektionsherde an den Schulen, antwortete Reimann auf eine Anfrage der FDP.

Keine Anhaltspunkte für maßgebliche Corona-Verbreitung an Schulen

Auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass das Virus an den Schulen maßgeblich weiterverbreitet worden sei. Das gelte nach bisherigen Erkenntnissen auch für die neuen Virusvarianten, die sogenannten Mutanten.

Grant Hendrik Tonne (SPD) will ab März kostenlose Corona-Schnelltests in den Schulen einsetzen.

Tonne stellte gleichzeitig mehr Testmöglichkeiten im Bildungsbereich in Aussicht, auch für die Schüler (siehe Update von 10.49 Uhr). Entscheidend dafür sei aber, dass die Tests nachweislich verlässliche Ergebnisse lieferten. Sobald das gegeben sei, könnten Schnelltests ein „wichtiges Signal“ für mehr Sicherheit an den Schulen sein. (dpa)

Update vom 18. Februar, 10.49 Uhr: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will ab März kostenlose Corona-Schnelltests in den Schulen einsetzen. „Wenn wir dann auch tatsächlich dazu kommen, dass Angebote für alle da sind, dann muss das natürlich auch insbesondere für Schülerinnen und Schüler gelten“, sagte Tonne am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Er verspreche sich davon eine erhöhte Sicherheit in der Schule. Als Erfahrung aus dem Wechselunterricht sehe er bei den Ansteckungszahlen in den Grundschulen keinerlei Auffälligkeiten. (dpa)

Update vom 17. Februar, 15:58 Uhr: In Niedersachsen werden wieder mehr neue Corona-Infektionen festgestellt. Am Mittwoch kamen den dritten Tag in Folge mehr Ansteckungen hinzu als am jeweiligen Tag der Vorwoche. Das Landesgesundheitsamt zählte 1.057 Fälle binnen 24 Stunden, eine Woche zuvor waren es 938 Fälle gewesen. Der Sieben-Tage-Wert für Niedersachsen stieg von 67 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Dienstag auf nun 69,7. Für Lockerungen des Lockdowns wird ein stabiler Wert unter 35 angestrebt.

Sieben-Tage-Inzidenz auf 69,7 gestiegen

Das Landesgesundheitsamt meldete zudem 65 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie zuletzt vor drei Wochen. Allerdings müssen diese Fälle nicht alle am Vortag aufgetreten sein, sondern könnten wegen eines Melde- oder Übermittlungsverzugs schon länger zurückliegen.

Mit Abstand am stärksten betroffen sind in Niedersachsen derzeit die Landkreise Wesermarsch (215,6) und Vechta (181,4). Im Kreis Wesermarsch stand ein Verbrauchermarkt in Brake am Anfang des Ausbruchs, im Kreis Vechta soll auch ein Arzt zur Verbreitung des Virus beigetragen haben, indem er trotz Symptomen weiter behandelte. (dpa)

Update vom 17. Februar, 15:03 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat für die nächste Bund-Länder-Beratung zum Corona-Kurs einen gemeinsamen Stufenplan für mögliche Lockerungen angemahnt. „Ich hätte mir sehr gewünscht, dass es schon in der vergangenen Woche hierzu einen gemeinsamen Stufenplan gegeben hätte“, sagte Weil am Mittwoch im Landtag in Hannover.

Immerhin sei über weitere Perspektiven diskutiert worden und es gebe das gemeinsame Verständnis, dass eine mittelfristige Strategie nötig sei. „Meine klare Erwartung an die nächste Bund-Länder-Runde am 3. März ist, dass dazu ein substanzieller Vorschlag auf dem Tisch liegt.“

„Meine klare Erwartung an die nächste Bund-Länder-Runde am 3. März ist, dass dazu ein substanzieller Vorschlag auf dem Tisch liegt.“

Stephan Weil (SPD), Niedersachsens Ministerpräsident

Der Regierungschef warb für den von der Regierung für Niedersachsen bereits vorgelegten Entwurf eines Stufenplans als Muster für ganz Deutschland. „Unser Vorschlag hat viel Beachtung auch außerhalb Niedersachsens gefunden und eine Reihe anderer Länder, die zwischenzeitlich ebenfalls ihre Position festgelegt haben, beziehen sich in ihrem Ausgangspunkt auf das niedersächsische Modell.“

Der Stufenplan beinhaltet ein Ampelsystem für Lockerungen, aber auch eventuell nötige Verschärfungen bei einer Verschlechterung der Lage. Er sieht sechs Stufen, je nach Intensität der Infektionslage, vor. (dpa)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Update vom 17. Februar, 12:10 Uhr: Nach Klagen von Klinik-Angestellten über Nebenwirkungen sind in Niedersachsen Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca an zwei Orten vorübergehend gestoppt worden. Das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig teilte am Dienstag auf Anfrage mit, geplante Impfungen mit diesem Präparat zu verschieben.

Zunächst hatte die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet. Im Landkreis Leer galt zwischenzeitlich ebenfalls ein Stopp für Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel. Am Dienstagabend gab der Kreis dafür aber wieder grünes Licht.

Nach Krankmeldungen: Impfungen mit Astrazeneca-Stoff teils gestoppt

In der Braunschweiger Klinik traten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag geimpft wurden, 37 wegen „Impfreaktionen“ vorübergehend nicht zur Arbeit an. Die weiteren Impfungen würden nun ausgesetzt - auch, um den Betrieb nicht zu gefährden, sagte eine Sprecherin. Auch am Klinikum Emden meldeten sich Beschäftigte nach Impfungen krank.

Daraufhin kündigte der benachbarte Landkreis Leer zunächst ebenfalls an, das Mittel nicht mehr zu spritzen. „Denn unsere Impfdosen stammen vermutlich aus der gleichen Charge wie in Emden“, hieß es. Nach Rücksprache mit dem Land wurde dies wieder aufgehoben. (dpa)

Das Verhalten des Arztes aus Goldenstedt soll mit dazu beigetragen haben, dass in der vergangenen Woche der Sieben-Tage-Wert im Landkreis Vechta auf mehr als 200 Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern angestiegen war.

Update vom 17. Februar, 11:49 Uhr: Nach Berichten über einen Hausarzt, der gegen Corona-Hygieneregeln verstoßen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg Ermittlungen aufgenommen. Es bestehe der Anfangsverdacht der versuchten beziehungsweise vollendeten Körperverletzung, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit.

Im „Norddeutschen Rundfunk“ wies der Arzt die Vorwürfe zurück. Die Behauptungen des Gesundheitsamtes, der Kreisverwaltung und von Vertretern des Landes seien üble Nachrede und existenzgefährdend.

Arzt aus Goldenstedt: Verdacht der Körperverletzung

Der Mediziner soll weiter Patienten behandelt haben, obwohl er Corona-Symptome hatte - und soll zumindest teilweise keine Maske getragen haben. Der Landkreis hatte die Praxis bereits Ende Januar wegen Hygienemängeln vorübergehend geschlossen.

Das Verhalten des Arztes aus Goldenstedt soll mit dazu beigetragen haben, dass in der vergangenen Woche der Sieben-Tage-Wert im Landkreis Vechta auf mehr als 200 Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern angestiegen war. (dpa)

Update vom 17. Februar, 09:12 Uhr: Der niedersächsische Landtag kommt am Mittwoch ab 10 Uhr zu seiner Februarsitzung in Hannover zusammen. Zum Auftakt der dreitägigen Sitzungswoche will Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine Regierungserklärung zur Corona-Epidemie abgeben.

Im Anschluss ist eine Debatte über den weiteren Kurs aus der Krise vorgesehen. Die Oppositionsfraktionen von Grünen und FDP haben Verbesserungsvorschläge zum Stufenplan der Landesregierung erarbeitet, der Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Etappen vorsieht. (dpa)

Update vom 17. Februar, 08:47 Uhr: Polizei und Kommunen im Landkreis Wesermarsch haben verstärkte Kontrollen wegen der nächtlichen Ausgangssperre ab Dienstagabend angekündigt. Nicht nur in den Städten, auch auf dem Land werde es Kontrollen geben, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung in Brake.

Am Samstag überschritt der Landkreis Wesermarsch die 200er-Marke und gilt seitdem als Corona-Hotspot.

Wegen einer hohen Ansteckungsrate mit dem Coronavirus gelten in dem Kreis zwischen Weser und Jadebusen eine Woche lang Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Am Dienstag lag die Inzidenz im Kreis Wesermarsch bei rechnerisch 239,3 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen, wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte. (dpa)

Update vom 16. Februar, 16.13 Uhr: Niedersachsen will die vielkritisierte Impfkampagne gegen das Coronavirus beschleunigen und die Terminvergabe erheblich verbessern. Vom Biontech/Pfizer-Impfstoff sollten künftig nur noch 20 bis 25 Prozent der Lieferung für die spätere Zweitimpfungen zurückgestellt werden, erklärte der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz, am Dienstag. Damit werde das Land mit den Erstimpfungen schneller vorankommen. Mit dem Einsatz der bislang zurückgestellten 96.000 Dosen könne Niedersachsen die Impfquote auf etwa 3,9 Prozent erhöhen und im Bundesländervergleich aufholen.

Bis Anfang April werde die Impfung der ersten Prioritätsgruppe abgeschlossen, sagte Scholz. Das sind die über 80-Jährigen sowie Personal in Kliniken und Heimen. Anschließend beginnen die Impfungen für die zweite Prioritätsgruppe, insgesamt rund zwei bis drei Millionen Menschen in Niedersachsen, wozu die 70 bis 79-Jährigen, Menschen mit Vorerkrankungen sowie bestimmte Berufsgruppen gehören. Um einen erneuten Ansturm auf die Terminvergabe mit langen Wartelisten zu vermeiden, sollen Betroffene in Etappen zum Vereinbaren eines Impftermins eingeladen werden. (dpa)

Corona-Ausbruch mit mehr als 200 Infizierten in Osnabrücker Eisfabrik

Update vom 16. Februar, 14.51 Uhr: In einer Eiscremefabrik in Osnabrück seien von insgesamt rund 600 Beschäftigten 210 positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte am Dienstag ein Sprecher der Stadt mit. Seit dem Wochenende sei die Fabrik geschlossen, eine Spezialfirma habe das Unternehmen desinfiziert. Alle Beschäftigten einschließlich der Geschäftsführung seien in Quarantäne. Mindestens zwei Menschen haben sich demzufolge mit der britischen Mutante B.1.1.7 infiziert. Das Gesundheitsamt habe die Kontaktnachverfolgung aufgenommen. Wie und warum es zum Ausbruch gekommen sei, stand zunächst nicht fest. Das müsse nun ermittelt werden, so der Stadtsprecher. Nach Angaben des Betreibers Froneri handelt es sich beim Standort Osnabrück um eines der größten Eiskremwerke Europas. (dpa)

Nach Angaben des Betreibers Froneri handelt es sich beim Standort Osnabrück um eines der größten Eiskremwerke Europas. In dem Werk ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen, woraufhin das Werk geschlossen worden sei.

Update vom 16. Februar, 14.30 Uhr: Niedersachsen testet künftig flächendeckend bei möglichst jeder nachgewiesenen Corona-Infektion auf Virusvarianten. Diese machten in einigen Teilen des Landes wie etwa der Region Hannover inzwischen 40 Prozent der Infektionsfälle aus, sagte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, am Dienstag in Hannover. Landesweit liege der Anteil der Varianten an den Infektionsfällen bei zehn Prozent. Nach Information des Landesgesundheitsamtes testeten inzwischen die allermeisten der großen Labore gleich auf das Vorliegen von Corona-Mutanten. (dpa)

Der Einsatz von Schnelltests soll ab kommendem Monat weiter ausgedehnt werden

Update vom 16. Februar, 12.27 Uhr: Der Einsatz von Corona-Schnelltests soll ab 1. März weiter ausgedehnt werden. Mittlerweile seien deutlich mehr Tests am Markt verfügbar, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Daher sollen alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können.“ Demnach sollen Kommunen vor Ort Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen können, die Kosten dafür soll der Bund übernehmen.

Der Einsatz von Corona-Schnelltests soll ab dem 1. März weiter ausgedehnt werden.

Die Pläne sollen zudem den Weg für den Einsatz von Laien-Selbsttests ebnen, die derzeit für eine demnächst erwartete Zulassung geprüft werden. Im Gespräch ist, sie gegen einen „geringen Eigenanteil“ von einem Euro abzugeben. „Diese Tests können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen und Kitas“, sagte Spahn. Sie würden „schnellstmöglich geprüft und zugelassen“. Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden. (dpa)

Filmwirtschaft nicht überrascht von rückläufigen Umsatzzahlen

Update vom 16. Februar, 12.11 Uhr: Die niedersächsischen Kinos haben im Corona-Jahr 2020 mehr als zwei Drittel ihres Geschäfts verloren und hoffen jetzt auf einen möglichst baldigen Neustart. Nach Angaben der Filmförderungsanstalt (FFA) sackten die Ticketverkäufe im Land im Vergleich zu 2019 um 68,6 Prozent auf knapp 3,3 Millionen ab. Wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen der FFA zur Filmwirtschaft in Deutschland hervorgeht, brach der Umsatz sogar noch stärker um 69,3 Prozent auf rund 26,6 Millionen Euro ein. Damit folgten die Kinos in Niedersachsen in etwa dem durchschnittlichen Bundestrend. Zu den konkreten finanziellen Verlusten wurden keine Details genannt.

Die Auswirkungen der Pandemie auf die Kinolandschaft werden sich erst im Laufe dieses Jahres zeigen.“

Peter Dinges, Vorstand Filmförderungsanstalt

Aus Sicht der Branche sind die extrem rückläufigen Gesamtzahlen keine Überraschung mehr. „Dass 2020 für die Kinos dramatisch sein würde, hat sich schon beim ersten Corona-Lockdown Mitte März angekündigt“, hieß es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorlag. „Die Auswirkungen der Pandemie auf die Kinolandschaft werden sich erst im Laufe dieses Jahres zeigen“, sagt FFA-Vorstand Peter Dinges. Er sei aber „fest davon überzeugt, dass die Menschen die Kinos als Kultur- und Erlebnisorte schon lange schmerzlich vermissen“. Viele Großproduktionen wie etwa der Start des neuen „James Bond“-Films waren zuletzt mehrfach verschoben worden. Gleichzeitig sind auch in diesem Bereich nicht alle in Aussicht gestellten Hilfen ausgezahlt. (dpa)

Update vom 16. Februar, 10.41 Uhr: Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) meldet für den heutigen Dienstag einen Anstieg der Corona-Neuinfektionen um 335 auf die Gesamtzahl von 154.368. Der Tod von 48 Personen wurde innerhalb der vergangenen 24 Stunden in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt damit bei 3889. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für Niedersachsen liegt aktuell bei 67,0. Für den besonders betroffenen Hotspot Landkreis Wesermarsch liegt die Sieben-Tage-Inzidenz heute bei einem Wert von 239,3, Vechta bei 193,3.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:154.368
Differenz zum Vortag:+335
Verstorbene:3889 (+48)
Sieben-Tage-Inzidenz:67,0
Stand und Quelle:16. Februar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Niedersachsen sieht sich für wachsenden Andrang in Impfzentren gerüstet

Update vom 16. Februar, 09.02 Uhr: Nach Berichten über einen Hausarzt, der gegen Corona-Hygienregeln verstoßen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg Ermittlungen aufgenommen. Es bestehe der Anfangsverdacht der versuchten beziehungsweise vollendeten Körperverletzung, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Der Mediziner soll weiter Patienten behandelt haben, obwohl er Corona-Symptome hatte - und soll zumindest teilweise keine Maske getragen haben. Der Landkreis hatte die Praxis bereits Ende Januar wegen Hygienemängeln vorübergehend geschlossen. Das Verhalten des Arztes aus Goldenstedt soll mit dazu beigetragen haben, dass in der vergangenen Woche der Sieben-Tage-Wert im Landkreis Vechta auf mehr als 200 Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern angestiegen war. (dpa)

Das Verhalten des Arztes aus Goldenstedt soll mit dazu beigetragen haben, dass in der vergangenen Woche der Sieben-Tage-Wert im Landkreis Vechta auf mehr als 200 Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern angestiegen war.

In einer Eisfabrik in Osnabrück ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Das Werk sei deswegen geschlossen worden, bestätigte ein Sprecher der Stadt am Dienstagmorgen. Das Gesundheitsamt sei dabei, die Mitarbeiter der Fabrik zu testen. Nach Angaben des Betreibers Froneri handelt es sich beim Standort Osnabrück um eines der größten Eiskremwerke Europas. (dpa)

Niedersachsen sieht die 50 Corona-Impfzentren im Land auch für einen wachsenden Andrang gerüstet, wenn demnächst deutlich mehr Impfdosen verfügbar werden. Die zu Beginn der Impfkampagne nur gering ausgelasteten Zentren könnten bedarfsabhängig weitere Impfstraßen eröffnen und die Kapazitäten erweitern. Parallel dazu würden auch Konzepte erarbeitet, wie bestimmte Gruppen möglichst effektiv mit den schon bestehenden Kapazitäten geimpft werden können, erklärte das Innenministerium. In einem Papier des Bundesgesundheitsministeriums war in der vergangenen Woche darauf hingewiesen worden, dass die aktuell verfügbare Kapazität in den Impfzentren der Länder bereits im März oder April ausgebaut werde müsse. Schon im März könnte die Kapazität der Impfzentren nicht mehr ausreichen, um alle verfügbaren Dosen zu impfen. (dpa)

Ministerpräsident hält es für zu früh, über Möglichkeit des Osterurlaubs zu urteilen

Die derzeitige Schließung von Friseurgeschäften in Niedersachsen ist rechtens. Das hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entschieden. Damit lehnten die Richter des 13. Senats den Antrag der Inhaber eines Friseurbetriebs im Landkreis Cloppenburg gegen die Corona-Verordnung ab (Az.: 13 MN 44/21), wie es in einer Mitteilung am Montag hieß. Die Betreiber hatten geltend gemacht, dass in den Läden keine Infektionsgefahr bestehe und sich auf die besondere Bedeutung von Friseurbetrieben und die Ungleichbehandlung gegenüber Optikern und Hörgeräteakustikern berufen. Der Antrag wurde nach einer sogenannten Folgenabwägung abgelehnt. Die flächendeckende Schließung der Friseurbetriebe verhindere zudem einen „Frisiertourismus“. Der besonderen Bedeutung der Friseurbetriebe für die Bevölkerung habe das Land hingegen dadurch hinreichend Rechnung getragen, dass deren Öffnung zum 1. März unabhängig von der Erreichung eines Inzidenzwertes vorgesehen sei. (dpa)

Friseure sollen unter strikten Hygiene-Auflagen ab 1. März wieder öffnen dürfen.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält es noch für zu früh, angesichts der unsicheren Corona-Lage über die Möglichkeit von Ostertourismus zu urteilen. „Wir müssen abwarten, wie sich die Inzidenzen in Deutschland und auch der so genannte R-Wert, also die Zahl der Menschen, die ein Infizierter im Schnitt ansteckt, weiter entwickeln werden“, sagte Weil am Montag. Außerdem lasse sich noch nicht absehen, wie schnell und wie intensiv sich die Virusmutationen verbreiten werden. Klar sei, dass das Risiko einer dritten Welle möglichst gering gehalten werden müsse. Die Osterferien in Niedersachsen beginnen Ende März. (dpa)

In der Debatte um mögliche Lockerungen der Corona-Regeln zu Ostern hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann für eine Perspektive für den Tourismus geworben. „Es sollte unser Ziel sein, Ostern Lockerungen zu ermöglichen – uns allen würde der Ausblick auf wieder mögliche Urlaubsreisen zweifellos guttun“, sagte der CDU-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. (dpa)

Update vom 15. Februar, 14.58 Uhr: Der Landkreis Wesermarsch teilt mit, das ab dem morgigen Dienstag eine Ausgangssperre in der Zeit zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens gilt. Die Maßnahme ist vorerst auf eine Woche beschränkt und ist neben der Absage des Präsenzunterrichts eine weitere Maßnahme in Reaktion auf den hohen Sieben-Tage-Inzidenzwert.

Im Landkreis Wesermarsch wurde zur Senkung des aktuell über 200 liegenden Sieben-Tage-Inzidenzwerts eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Seit Dienstag ist diese in Kraft.

Zum Start des Angebots kostenloser Corona-Antigen-Schnelltests an zwei Standorten hat es in der Stadt Osnabrück eine rege Nachfrage gegeben, sagte ein Stadtsprecher. „Dafür, dass wir erst angefangen haben und erst seit dem Wochenende Termine gebucht werden können, ist die Nachfrage sehr gut.“ Das kostenlose Testangebot soll es nun zunächst vier Wochen lang geben. (dpa)

Polizei am Wochenende im Einsatz aufgrund von Verstößen gegen die Corona-Regeln

Update vom 15. Februar, 13.01 Uhr: Die Polizei hat am Wochenende im Emsland eine illegale Karnevalsfeier aufgelöst. In Haren feierten neun Menschen zusammen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Auch einen Erste-Hilfe-Kurs mit 20 Teilnehmern mussten Polizisten am Sonntag in Nordhorn beenden. Die Kursteilnehmer hielten sich nicht an die Hygienemaßnahmen, eine Genehmigung für den Kurs gab es zudem nicht. Vor einer Woche hatte die Polizei in Esterwegen eine Geburtstagsparty mit 22 Erwachsenen und drei Kindern aufgelöst. Insgesamt stellten die Beamten binnen einer Woche 102 Verstöße gegen die Corona-Regeln fest. Die Betroffenen müssen mit Strafen rechnen. (dpa)

In Oldenburg stoppte die Polizei hingegen eine Kohlfahrt. Die elf teilweise alkoholisierten teilnehmenden Männer und Frauen im Alter zwischen 23 und 80 Jahren stammten aus sieben unterschiedlichen Haushalten und hätten weder die Mindestabstände eingehalten noch die erforderlichen Mund-Nasen-Bedeckungen getragen, teilte die Polizei am Montag mit. Auf das Einschreiten der Beamten hätten die Kohlfahrtteilnehmer am Samstag mit Unverständnis reagiert. Schließlich diene die Veranstaltung einem sozialen Zweck, so das Argument. Einige der Anwesenden hätten dann auch nur widerwillig ihre Personalien angegeben. Die Polizei löste die Kohlfahrt letztlich auf. Gegen alle wurden Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. (dpa)

Update vom 15. Februar, 10.39 Uhr:  Am heutigen Montag meldet das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) einen Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus um 556 auf die Gesamtzahl von 154.033. Fünf Personen sind innerhalb der vergangenen 24 Stunden in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt damit bei 3841. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt aktuell bei 65,9.

Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen:154.033
Differenz zum Vortag:+556
Verstorbene:3841 (+5)
Sieben-Tage-Inzidenz:65,9
Stand und Quelle:15. Februar 2021, 9.00 Uhr, NLGA

Urpsungsmeldung vom 15. Februar, 10.06 Uhr: Hannover - Wegen einer Welle an Corona-Infektionen ist im Landkreis Wesermarsch seit Montag der Präsenzunterricht an den Schulen abgesagt worden. Die Maßnahme gilt zunächst bis Ende der Woche, wie die Kreisverwaltung in Brake mitteilte. „Die Schülerinnen und Schüler lernen ausschließlich zu Hause im Distanzunterricht.“ Es gebe aber weiterhin eine Notbetreuung. (dpa) 

In Delmenhorst hat die Polizei am Sonntag eine Geburtstagsfeier aufgelöst, bei der massiv gegen Corona-Regeln verstoßen worden war. Nach Mitteilung vom Montag waren in einer Wohnung 14 Personen aus 11 Haushalten versammelt. Eine Nachbarin rief am Sonntagabend die Polizei. Einige Gäste versuchten noch, sich vor den Beamten zu verstecken. Die Polizei leitete Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein. Vergangene Woche hatte die Polizei in der Stadt zwischen Bremen und Oldenburg ein illegales Grünkohlessen mit acht Personen in einem Hotel aufgelöst. (dpa)

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Die Stadt Osnabrück bietet seit heute kostenlose Corona-Schnelltests an. Erreicht werden sollen mit dem Angebot vor allem diejenigen Menschen, die beruflich einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind - etwa Kassierer, Lehrkräfte, Erzieher oder Schüler in Abschlussklassen. Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle Bürger, die in Osnabrück wohnen oder dort arbeiten. Nach Angaben des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes gibt es keine anderen Städte oder Landkreise in Niedersachsen, die kostenlose Tests in dem Umfang wie Osnabrück anbieten. Getestet werden soll mit Antigen-Schnelltests. Pro Woche könnten so laut Stadtverwaltung zwischen 1000 und 1500 Menschen getestet werden. Termine für Abstriche werden online angeboten. (dpa)

Die Stadt Osnabrück bietet seit heute Menschen mit vielen beruflichen Kontakten kostenlose Antigen-Schnelltests geben.

Bei Protesten gegen die Corona-Politik und einer Gegendemonstration ist es am Sonntag in Hannover zu einzelnen Verstößen gegen die Corona-Verordnung gekommen. Dabei ging es etwa um das Einhalten der Mindestabstände und das Tragen geeigneter Masken, wie die Polizei mitteilte. Wie viele Verstöße es genau gegeben habe, konnte die Polizei am Sonntagabend noch nicht sagen. Zur größten Veranstaltung seien am Nachmittag rund 1240 Personen auf dem Schützenplatz gewesen, hieß es. Zuvor hätten 46 Autos ein Autokorso bestritten. Bei der Gegendemonstration liefen nach Angaben der Polizei 210 Menschen durch die Stadt. (dpa)

Niedergelassene Ärzte in Niedersachsen sollen von jetzt an unter bestimmten Voraussetzungen in der ersten Gruppe gegen Covid-19 geimpft werden dürfen. Dies sehe ein Erlass aus dem Sozialministerium in Hannover vom Freitag vor, berichtete die „Ärzte Zeitung“ am Sonntag in ihrer Onlineausgabe. In einem früheren Erlass an die Impfzentren im Land hieß es noch: „Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung sind grundsätzlich nicht mit höchster Priorität impfberechtigt.“ Das hatte unter Ärzten landesweit für Empörung gesorgt.

Zunächst hätten die Impfungen der Pflegeheimbewohner Vorrang gehabt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Jetzt solle die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) eine Liste mit zu impfenden Ärzten für die Impfzentren zusammenstellen .In höchster Priorität geimpft werden dürfen Mediziner, wenn sie entweder regelmäßig Heimpatienten versorgen, regelmäßig Corona-Abstriche vornehmen oder in Dialysepraxen oder in onkologischen Praxen arbeiten. Auch Praxismitarbeiter mit direktem Patientenkontakt sollen demnach mit höchster Priorität geimpft werden dürfen, wie die „Ärzte Zeitung“ schreibt. (dpa)

Corona-Lockdown: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht langsame Öffnungen skeptisch

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sieht in der Corona-Pandemie das lange Warten von einem Öffnungsschritt zum nächsten skeptisch. „Dass beispielsweise die Gastronomie erst anfangen kann, überhaupt über Umsätze nachzudenken, wenn wir alle weit unter 35 sind, das halte ich schon für sehr schwierig“, sagte der SPD-Politiker dem in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel“. Er erwarte, dass beim nächsten Bund-Länder-Treffen am 3. März ein substanzieller Perspektivplan beschlossen werde.

Bisher sollen Bundesländer nach dem 7. März ihre Läden, Museen und Galerien wieder öffnen können, falls die Infektionszahlen mehrere Tage stabil unter 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Freitag im ZDF-Interview für ein vorsichtiges Lockern der Einschränkungen plädiert, um eine dritte Infektionswelle zu verhindern. Nach Auffassung der Kanzlerin sollte nach einem Öffnungsschritt 14 Tage gewartet werden bis zum nächsten Schritt.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erwartet vom nächsten Bund-Länder-Treffen am 3. März einen Perspektivplan.

Der niedersächsische Regierungschef betonte in dem Interview darüber hinaus die Bedeutung der Öffnung von Kitas und Grundschulen. „Wir müssen sehen, dass die Schäden, die bei den ganz Kleinen entstehen, nach dem Leiden der ganz Alten, aus meiner Sicht das größte Problem sind“, sagte Weil. (dpa)

Nach Einschätzung der Grünen muss zudem die Verbreitung der mutierten Corona-Varianten in Niedersachsen dringend besser erfasst werden. Mindestens jede zehnte positive Corona-Probe müsse auf mögliche Mutanten hin untersucht werden, heißt es in einem Antrag, den die Fraktion am Mittwoch in den Landtag einbringen will. (dpa)

Coronavirus: Niedersachsen hält kleine Lockerungen für vertretbar - neue Regeln seit Samstag

Seit Samstagmorgen gibt es in Niedersachsen einige kleinere Erleichterungen der Corona-Auflagen. Unter anderem durften Blumenläden und Gartencenter öffnen. Das hat unter anderem schon im Vorfeld zu Kritik aus Hamburg gesorgt. Bund und Länder hatten sich in der Woche auf eine grundsätzliche Verlängerung des Lockdown bis mindestens zum 7. März verständigt. Die Vize-Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, hatte den Schritt am Freitag damit begründet, dass es sich überwiegend um verderbliche Ware und saisonale Angebote handele. Für die Floristen kam die Lockerung damit gerade noch rechtzeitig vor dem für die Branche wichtigen Valentinstag am 14. Februar.

Rechtzeitig zum Valentinstag dürfen Blumenläden und Gartencenter seit Samstag in Niedersachsen wieder öffnen.

Ebenfalls öffnen dürfen Auto- und Fahrradhändler wieder. Dies beschränkt sich jedoch auf Probefahrten, an denen auch immer nur ein Haushalt teilnehmen darf. Die Verkaufsstellen selbst müssen geschlossen bleiben. Auch Friseure und ihre Kunden müssen sich noch ein wenig gedulden. Der Betrieb darf erst ab dem 1. März wieder aufgenommen werden, viele vergeben aber bereits Termine.

Weiterhin gilt die Kontaktregel, nach der sich ein Haushalt mit nur einer weiteren Person treffen darf. Allerdings wird die Altersgrenze bei der Ausnahme für Kinder angehoben - von drei auf sechs Jahre. Zudem müssen Personen, die Kontakt zu Patienten oder Pflegebedürftigen haben, nun eine medizinische Maske tragen - auch als Besucher. Das soll den Schutz dieser gefährdeten Gruppen erhöhen.

Coronavirus: Kein Zusammenhang zwischen Impfung und Tod eines 89-Jährigen

In einem Seniorenzentrum in Emstek im Landkreis Cloppenburg sind fünf Bewohner im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Sie hatten die Erst- und Zweitimpfung gegen das Virus erhalten, wie am Samstag ein Sprecher des Landkreises sagte. Die zweite Impfung habe es am 18. und 19. Januar gegeben. Der Sprecher wies darauf hin, dass sich der vollständige Schutz gegen Covid-19 erst zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis entwickele. Eine Infektion mit dem Virus sei trotz Impfung weiterhin möglich. (dpa)

Ein 89-Jähriger ist auf dem Heimweg vom Corona-Impfzentrum in Göttingen kollabiert und kurz darauf gestorben. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, stellten Rechtsmediziner keinen kausalen Zusammenhang zwischen der erfolgten Impfung und dem Tod des Mannes fest. Als Todesursache sei eine Vorerkrankung diagnostiziert worden, die vor der Obduktion gar nicht bekannt war. Nach Angaben der Stadt Göttingen war die Begleitperson sofort nach dem Zusammenbruch des Geimpften zurück ins Impfzentrum gefahren, wo der 89-Jährige trotz sofort eingeleiteter Hilfsmaßnahmen starb. Wie in solchen Fällen üblich, ordnete die Staatsanwaltschaft eine Obduktion an.

Der Todesfall wurde dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet. Dort erfolgt die Impfüberwachung für ganz Deutschland. Bis Ende Januar hatte das PEI 69 Fälle untersucht, bei denen Menschen eine Stunde bis 18 Tage nach einer Corona-Impfung starben. Ein Zusammenhang der Todesfälle mit den Impfungen wurde aber nicht festgestellt. (dpa)

Coronavirus in Niedersachsen: Inzidenzwert des Landkreises Wesermarsch bei 245

Der Landkreis Wesermarsch hat sich zum Corona-Hotspot entwickelt. Am Sonntag lag der Sieben-Tage-Wert der Infektionen pro 100.000 Einwohner in dem Gebiet zwischen Bremen und der Wesermündung bei 245,0, wie aus den Daten des Landesgesundheitsamtes in Hannover mit Stand Sonntag, 9.00 Uhr, hervorgeht. Auch in der Statistik des Robert Koch-Instituts hatte der Landkreis Wesermarsch den dritthöchsten Wert von allen Kommunen in Deutschland. Wie die Verwaltung in Brake am Freitag mitgeteilt hatte, hängt ein Teil der neuen Fälle mit Erkrankungen in einem Verbrauchermarkt zusammen. Auch habe es Infektionen in einer Behinderteneinrichtung gegeben.

Der Landkreis Wesermarsch hat sich zum Corona-Hotspot entwickelt.

Den zweithöchsten Sieben-Tage-Wert verzeichnete der Landkreis Vechta mit 189,8. Dort geht der Corona-Ausbruch nach Einschätzung des niedersächsischen Krisenstabs auch auf einen erkrankten Hausarzt zurück, der trotz Symptomen weiter Patienten behandelte. Mit Material der dpa

Dies ist die Fortsetzung des Coronavirus-Ticker für Niedersachsen.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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