Angst vor erneutem Ausbruch

Corona-Impfungen: Zweite Spritzen-Welle droht

Bereits ab Herbst könnten viele Menschen erneut geimpft werden. Das geht aus einem Papier des Bundes hervor. Der plant, die Impfkampagne neu auszurichten.

Berlin – Um einen erneuten Ausbruch der Pandemie zu verhindern, planen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern offenbar, die Impfkampagne in Deutschland neu auszurichten. Das geht aus einem Bericht des „Business Insider“ hervor, der sich auf ein entsprechendes Bundes-Papier bezieht.

Virus:Corona-Virus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:weltweit
Bisher in Deutschland zugelassene Impfstoffe:Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson

Demnach soll der Fokus in den kommenden Monaten auf das Thema „Auffrischungsimpfungen“ gelegt werden. Vor allem ältere Menschen sollen eine zusätzliche „Booster-Impfung“ erhalten, obwohl sie bereits vollständig geimpft wurden. Das könnte bereits im vierten Quartal dieses Jahres beziehungsweise im ersten Quartal kommenden Jahres passieren. Auch Bundeskanzlerin Agenla Merkel mahnte bereits an, dass Corona-Nachimpfung schon im Herbst* nötig werden könnten.

Bundesregierung plant Auffrisch-Impfungen: Angst vor der Delta-Variante

Grund sei vor allem die Angst, dass die bisherige Impfung als Schutz vor der gefährlichen Delta-Variante des Coronavirus* nicht ausreicht. Im Bund-Schreiben heißt es: „Es gibt Hinweise, dass der Impfschutz mindestens sechs Monate anhält, voraussichtlich sogar ein Jahr oder länger. Die Schutzdauer nach vollständiger Impfung scheint dabei sowohl vom Alter als auch vom Zustand des Immunsystems abhängig zu sein.“

Und weiter: „Man muss darauf vorbereitet sein, dass ältere Menschen und immunsupprimierte Patienten, die gemäß Priorisierung auch zuerst geimpft wurden, im Laufe des 4. Quartals 2021 bzw. des 1. Quartals 2022 eine Auffrischungsimpfung benötigen könnten.“ Wegen der Gefahr der Delta-Variante soll der Fokus der Impfkampagne nun zusehends auf Auffrischimpfungen liegen, heißt es.

Auffrisch-Impfungen: Zahl der Impfzentren soll reduziert werden

Auch Forscher haben bereits zu einer dritten Corona-Impfung für bestimmte Gruppen* geraten. Damit das Vorhaben funktioniert, wolle man die Zahl der 400 Impfzentren in Deutschland drastisch reduzieren: durch Schließungen, Personalabbau oder eingeschränkte Öffnungszeiten.

Die Delta-Variante könnten zusätzliche Impfungen nötig machen. Der Bund bereitet eine „Auffrisch-Kampagne“ vor.

Sobald „Herdenimmunität“ (etwa 75 Prozent der Bevölkerung geimpft) erreicht ist, soll es Impftermine im Prinzip nur noch in Arztpraxen und bei Betriebsärzten geben. Laut Bund werden sie eine besondere Rolle bei den Auffrischungs- und Erstimpfungen spielen.

Zusatz-Impfung gegen Delta-Variante: Länder sollen Notfall-Strukturen aufbauen

Auch mobile Impfteams sollen helfen, die Auffrischungs-Kampagne durchzuführen. Sie sollen nach regionalem Bedarf neben den Arztpraxen und Betriebsärzten Impfungen anbieten – etwa in Alten- und Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen, Obdachlosenunterkünften oder Asylbewerberheimen.

 Impfkapazitäten bedarfsgerecht in kurzer Zeit wieder hochfahren.

Beschlussentwurf für die Gesundheitsministerkonferenz

Länder sollen sie einsetzen können, um auch Menschen aus sozialen Brennpunkten und mit Migrationshintergrund ein Impfangebot bieten zu können.

Wichtig auch: Damit schnell reagiert werden kann, sollen die Länder Notfall-Strukturen aufbauen, um „die Impfkapazitäten bedarfsgerecht in kurzer Zeit wieder hochfahren zu können.“ Jüngst forderte in Niedersachsen der Katastrophenschutz ein zentrales Lager*, um genau diesen Fällen entgegentreten zu können.

Auffrisch-Impfungen: Minister beraten sich am Montag

Der größte Streitpunkt bei den Auffrischimpfungen und dem Aufbau entsprechender Strukturen laut „Business Insider“: die Finanzierung durch den Bund. So fordern die Länder eine Finanzzusage in Milliardenhöhe über den bisher geplanten Zeitpunkt zum 30. September hinaus.

Am Montagnachmittag, 28. Juni 2021, beraten sich die Gesundheitsminister auf einer Konferenz.

Delta-Variante breitet sich rasend schnell in Deutschland aus

Denn die Delta-Variante breitet sich in Deutschland rasend schnell aus*. So sind etwa bereits Fälle in Niedersachsen* und Hamburg* bekannt geworden. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fürchtet die Mutante – und pocht auf mehr Gerechtigkeit bei der Impfstoff-Verteilung*. Zudem wird jetzt Quarantäne und Testpflicht für Reiserückkehrer* gefordert. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de, merkur.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jakub Kotian

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