In Lüneburg und Bremen

Corona-Impfungen: Mobile Teams in Niedersachsen im Einsatz

Die Freiwilligen sind bald alle gegen Corona geimpft. Nun sind jene dran, die sich nicht auf die Wartelisten gesetzt haben. Mobile Impf-Teams sollen die Lösung sein.

Lüneburg – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) setzt auch auf den Einsatz mobiler Impfteams, um möglichst viele noch unschlüssige Männer und Frauen für eine Corona-Impfung zu erreichen. Denn die registrierten Impfwilligen sollen laut Gesundheitsministerin Daniela Behrens in den kommenden Tagen ein Impfangebot erhalten. Ein Teil der Niedersachsen ist aber immer noch skeptisch. Dieses niederschwellige Angebot soll die Ängste ausräumen.

„Es wird darum gehen, in die Städte oder Einrichtungen hineinzugehen und das Impfen möglichst unkompliziert für die Menschen zu machen. Insofern wird sich die Art der Arbeit ein wenig verändern“, sagte kürzlich Regierungssprecherin Anke Pörksen. Ein weiterer Grund ist die Delta-Variante. Sie ist auch in Niedersachsen weiter auf dem Vormarsch.

Virus:Corona-Virus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Verbreitung:weltweit
Bisher in Deutschland zugelassene Impfstoffe:Astrazeneca, Biontech/Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson

In bestimmten Stadtteilen sei ihr Einsatz sinnvoll, auch um Skepsis und Zweifel auszuräumen, sagte Weil am Rande seiner Sommerreise durch Niedersachsen. Ein mobiles Impfteam nahm am Mittwoch in Lüneburg in einer Hochhaus-Siedlung seine Arbeit auf. Mit mehrsprachigen Plakaten und Aufrufen in sozialen Medien wurden Anwohner aufgefordert, in das Ökumenische Gemeindezentrum St. Stephanus in Kaltenmoor zu kommen.

„Wir wollen auf diesem Weg den Zugang zu Impfangeboten erleichtern“, sagte die städtische Sozialdezernentin Pia Steinrücke. Gerade Menschen aus beengten und zum Teil prekären Wohnverhältnissen, aus ärmeren Milieus und mit Migrationshintergrund seien in besonderem Maße gefährdet, bei einer möglichen Infektion schwer an Corona zu erkranken.

Niedersachsen bietet niederschwelliges Impfen an

Das Impfangebot vor Ort solle allen Menschen den Zugang zum Impfen niedrigschwellig ermöglichen. „Soziale Unterschiede dürfen nicht dazu führen, dass ein Teil der Menschen abgehängt wird und einem besonders hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt ist“, betonte Steinrücke. Bis Samstag läuft die Aktion in Kaltenmoor, Montag und Dienstag im Quartier Am Weißen Turm. Sie war schon für Mai geplant, damals fehlte es aber an Impfstoff. Auch in Bremen-Vegesack kam zum ersten Mal ein Impfmobil zum Einsatz.

Das mobile Impfteam hat in Lüneburg Station gemacht. Über soziale Medien wurde zum Impfen aufgerufen.

Da viele der mobilen Teams an die Impfzentren gekoppelt seien, müssten die Zentren über den vom Bund geplanten Schließungstermin Ende September erhalten bleiben, betonte Weil. Er bekräftige seine Forderung, die Impfzentren länger offenzuhalten. „Ich wünsche mir, dass die Bundesregierung ihren Standpunkt überdenkt“, sagte Weil.

Kampf gegen Corona in Niedersachsen: Arbeitgeber und Betriebsräte sind beim Impfen gegen Covid-19 wichtige Faktoren

Daneben komme für den weiteren Impffortschritt Arbeitgebern und Betriebsräten eine wichtige Bedeutung zu, sagte Stephan Weil. „Mein Wunsch ist, dass die Arbeitgeber ihre Belegschaft impfen und auch die Betriebsräte die Mitarbeiter dazu motivieren, das zu tun“, sagte der Ministerpräsident. Schließlich sei es am wirksamsten, wenn sich die Menschen gegenseitig zu einer Impfung motivierten. Diese Impfung kann seit einigen Wochen auch ein Betriebsarzt durchführen.

In den Aufnahmeeinrichtungen des Landes liegt die Impfquote unterdessen zwischen 20 und 40 Prozent. Alle ankommenden Menschen würden in mehreren Sprachen angesprochen, um Ängsten zu begegnen und Fehlinformationen aufzuklären, hieß es aus der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. Demnächst sollen alle neuankommenden Asylsuchenden unmittelbar nach ihrem Ankommen in den Ankunftszentren ein Impfangebot erhalten. „Somit wollen wir lange Phasen, in denen die Personen auf eine Impfung in einem Gruppenimpftermin warten müssen, vermeiden“, sagte eine Sprecherin.

Rubriklistenbild: © Schuba

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