Entwicklung der Pandemie

Corona in Niedersachsen: Lauterbach und Weil warnen vor fünfter Welle

Droht eine fünfte Corona-Welle? Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Ministerpräsident Stephan Weil warnen vor der Omikron-Variante und rufen zum Impfen auf.

Hannover – Die Inzidenz der Corona-Infektionen mag in Deutschland und Niedersachsen zwar abnehmen, dennoch bleibt die Lage nicht zuletzt wegen der neuartigen Omikron-Virusvariante weiter angespannt. Am Freitag, 17. Dezember 2021, war Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in Hannover zu Gast und besuchte gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) das Impfzentrum am Zoo in Hannover. Weil betonte, dass Lauterbach und er einen gemeinsamen Blick auf die Entwicklung der Corona-Lage haben. „Wir befinden uns nicht nur in Schwierigkeiten, sondern stehen noch vor viel größeren Schwierigkeiten“, so Weil und verwies auf die Situationen in den niedersächsischen Krankenhäusern.

Deutscher Bundesminister für Gesundheit:Karl Lauterbach
Geboren:21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
Partei:Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Amt:Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Corona-Lage in Deutschland: Lauterbach und Wieler warnen vor Omikron-Welle

Nachdem sich Lauterbach am Donnerstag, 16. Dezember, gemeinsam mit RKI-Chef Lothar Wieler zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland geäußert und auf mögliche Impfstoffengpässe Anfang 2022 aufmerksam gemacht hatte, erklärte er bei einem gemeinsamen Statement mit Weil, dass er von einer massiven fünften Welle ausgehe. Die Situation in anderen Ländern, unter anderem Großbritannien, wurde Anlass zur Sorge geben. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Omikron-Welle, vor der wir stehen, die wir aus meiner Sicht nicht verhindern können, eine massive Herausforderung wird für unsere Krankenhäuser, für unsere Intensivstationen, aber auch für die Gesellschaft in der Gänze“, sagte er.

Stephan Weil (SPD) und Karl Lauterbach (SPD) warnen vor einer fünften Corona-Welle. (kreiszeitung.de-Montage)

Lauterbach verdeutlichte, dass eine Booster-Impfung gegenwärtig den besten Schutz gegen eine Infektion bieten würde. Am Tag zuvor hatte mitgeteilt, dass bei der geplanten Booster-Impfkampagne der derzeitige Impfstoffvorrat nicht ausreichen werde. Gleichzeitig betonte er aber, dass er sich bereits um weitere Vakzinlieferungen bemüht. „Wir sind an einem Schlüsselpunkt der Pandemie.“

Omikron-Variante: Corona-Lage in Niedersachsen weiter angespannt

Die Verbindung der Omikron-Variante im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Corona-Lage in Niedersachsen bereitet auch Weil besondere Sorge. Um die Auswirkungen möglichst gering zu halten, ruft er erneut dazu auf, sich gegen das Coronavirusvariante impfen zu lassen. „Wenn wir nicht aufpassen, ist Omikron schneller als wir impfen können.“

Das Impfzentrum in Hannover bietet seit Mittwoch, 15. Dezember, auch Impfungen für Kinder ab fünf Jahren an. Über mögliche Kinderimpfungen wurde in den vergangenen Tagen teilweise hitzig diskutiert. Lauterbach zeigte sich beeindruckt von den Abläufen und betonte die Notwendigkeit für Kinder, durch eine Coronaschutzimpfung gegen das Virus geschützt zu werden.

Warnstufe 2 in Niedersachsen: Schärfere Regeln und Weihnachtsruhe bestimmen Alltag

Derweil gilt ab Freitag, 17. Dezember 2021, landesweit Warnstufe 2 inklusive 2G-Plus-Regeln – das hat die niedersächsische Politik entschieden. Aufgrund der Lage in den Krankenhäusern wurde die nächste Stufe der niedersächsischen Corona-Verordnung ausgerufen. Die verschärften Regeln sehen unter anderem stärkere Beschränkungen für den Alltag vieler Menschen im Bundesland vor. „Die vierte Welle ist nicht vorbei, wir können das noch nicht abhaken“, sagte Weil bei der Bekanntgabe der neuen Corona-Verordnung. Weiterhin geöffnet und nicht von den 2G-Plus-Regeln betroffen, sind zudem körpernahe Dienstleistungen wie Friseure.

Über Weihnachten und Silvester hat Ministerpräsident Weil zudem eine Weihnachtsruhe in Niedersachsen verhängt: Dann gilt landesweit Warnstufe 3 mit deutlich strengeren Kontaktbeschränkungen. „Wir müssen den Deich erhöhen, bevor das Wasser da ist“, begründete der SPD-Politiker die geplanten Regelverschärfungen. Besondere Sorge bereitet dem Ministerpräsidenten die unübersichtliche Lage bezüglich der Omikron-Virusvariante:

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Auch wenn Niedersachsen im bundesweiten Vergleich bezüglich der Infektionszahlen noch relativ gut dasteht, müsse die Entwicklung genau beobachtet werden, sagte er bereits zum Wochenanfang. „Anfang des nächsten Jahres wird man sich Gedanken machen müssen, welches die richtige Strategie ist, um der bis hierhin vielleicht größten Herausforderung zu begegnen“.

2G in Niedersachsens Einzelhandel: Gericht kippt Corona-Regelung

Kurz vor Weihnachten und der in Niedersachsen angestrebten Weihnachtsruhe hat das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die seit kurzem geltende 2G-Regel im Einzelhandel gekippt. Nach Einschätzung der Richter aus Niedersachsen sei eine solche Corona-Regel nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar. Bei 2G im Einzelhandel hatten nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu Geschäften. Ministerpräsident Stephan Weil hat nach der Aufhebung der 2G-Regel davor gewarnt, dass vermehrt Menschen ohne Corona-Impfung ins Land kommen könnten. Niedersachsen sei jetzt das einzige Land in Deutschland, das kein 2G mehr im Einzelhandel hat. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/Julian Stratenschulte/Marcel Kusch/Pedro Fiuza/dpa

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