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Corona-Not an Schulen und Kitas: Kaum noch gesunde Lehrer und Erzieher im Einsatz

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Von: Anne-Katrin Schwarze, Andree Wächter

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Woher gesundes Personal nehmen? Antworten hat niemand. Entsprechend viel müssen Lehrer und Erzieher aushalten. Omikron wirbelt alle Pläne durcheinander.

Hannover. In den Schulen und Kitas in Niedersachsen lautet eine spannende Frage: Wie viele Lehrer und Erzieher sind krank? Die ansteckende Corona-Variante Omikron lässt die Zahl an positiven Schnelltest und der Inzidenz in die Höhe schnellen. Dazu kommen noch die klassischen „Winterkrankheiten“ wie Grippe oder eine Erkältung. In Summe bedeutet dies: Kita-Gruppen müssen geschlossen werden und Klassen wechseln ins Distanzlernen. Beide Szenarien stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen.

Kultusminister NiedersachsenGrant Hendrik Tonne
GesundheitsministerinDaniela Behrens
Parteibeide SPD
Homepage Landniedersachsen.de

Landesweit meldeten die Schulen am Freitag (21. Januar) 5.950 Corona-Fälle, in denen Schüler wegen PCR-bestätigter Infektionen nicht in den Unterricht durften. Das sind mehr als doppelt so viele wie zu Wochenbeginn. Beim Schulpersonal stieg die Zahl im Vergleich zum Montag von 310 auf 490 Infektionen. Zwei Grundschulen – in Wilhelmshaven und im Landkreis Friesland – waren am Freitag im Distanzunterricht, ebenso wie rund 60 Klassen an 24 weiteren Schulen. Dies berichtet das deutsche Schulportal auf ihrer Homepage. Zahlen für diese Woche lagen noch nicht vor.

Schüler müssen sich in Niedersachsen auch im Februar täglich auf Corona testen. Die bisher bis Ende Januar befristete Testpflicht werde zu Beginn des neuen Schulhalbjahrs fortgeführt, kündigte das Kultusministerium an. Kinder in Kitas müssen sich ebenfalls regelmäßig testen.

Corona-Infektionen an Schulen: über 100.000 Fälle

Deutschlandweit ist die Zahl der Corona-Infektionen an Schulen ist nach Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) deutlich gestiegen. Wie am Donnerstag aus der wöchentlichen KMK-Statistik hervorging, waren in der vergangenen Woche deutschlandweit mehr als 147.000 Fälle unter Schülern bekannt. Mehr als 212.000 weitere waren in Quarantäne.

In der Woche zuvor – zwischen 10. und 16. Januar – waren rund 73.000 Corona-Infektionen registriert worden, 111.000 befanden sich demnach in häuslicher Quarantäne. Ein KMK-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur einen deutlichen Anstieg, wies aber auf mögliche Doppelzählungen hin – sofern sich etwa eine Infektion oder Quarantäne auf beide Kalenderwochen erstreckte.

Das Spielen und Toben in einer Kita ist wegen Corona stark eingeschränkt.  (Symbolbild)
Das Spielen und Toben in einer Kita ist wegen Corona stark eingeschränkt. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd / dpa

Auch bei der Zahl der infizierten Lehrkräfte zeigt die KMK-Statistik eine deutliche Zunahme: Wurden in der Woche bis zum 16. Januar noch etwas mehr als 5900 infizierte Lehrer erfasst, waren es in der Kalenderwoche bis 27. Januar bereits 9551. Zum Vergleich: In der Woche vor Weihnachten lag die Zahl bei knapp 5300 infizierten Lehrkräften.

Die KMK legt wöchentlich Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus mehr als 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit etwa zehn Millionen Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa elf Millionen Schüler und rund 40.000 Schulen und Berufsschulen.

Kitas: Corona-Infektionen zwingt zu Gruppenschließungen

Auch in den Kitas sind die Zustände dramatisch. Teilweise ändert sich die Lage mehrmals täglich. Mehr als 400 Kita-Gruppen in Niedersachsen sind derzeit aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. 44 Kindertagesstätten sind sogar komplett dicht im Nordwesten. Konkretes Beispiel: Fünf Gruppen in vier kommunalen Kindergärten der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen mussten ihren Betrieb wegen Quarantäne vollständig einstellen (Stand: Mittwochnachmittag). Weitere Gruppen mussten in den Notdienst wechseln. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Verden ab.

„Mittlerweile sind viele Eltern sehr ungehalten“, sagt Cattrin Siemers. „Unser Personal in den Kitas hat einiges auszuhalten“, ist der Fachdienstleiterin im Rathaus Bruchhausen-Vilsen bewusst. Sie sind die erste Anlaufstelle für Eltern, die ohne Vorwarnung eine eigene Betreuung für ihr Kind organisieren müssen. „Die Eltern sind wirklich zu bedauern“, sagt sie zur Situation. Bei allem Verständnis für „die Not der Eltern“ gebe es ein Aber: „Leider können weder das Kita-Personal noch die Samtgemeinde als Träger etwas für die hohen Fallzahlen.“ (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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