Erstmals seit September 2020

Corona-Inzidenz unter 10 in Niedersachsen – kommen jetzt weitere Lockerungen?

In Niedersachsen ist die Inzidenz unter 10 gesunken – erstmals seit neun Monaten. Ein Landkreis ist sogar corona-frei. Die Landesregierung denkt über Lockerungen nach.

Hannover - Erstmals seit Ende September 2020 liegen die Corona-Inzidenzwerte in Niedersachsen unter der kritischen Marke von 10. Am Sonntag, 13. Juni lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei 9,9. Am Vortag war noch ein Inzidenzwert von 10,4 registriert worden.

Land:Niedersachsen
Einwohnerzahl: 7.993.608
Regierungschef:Stephan Weil (SPD)
Aktuelle Corona-Verordnung in Kraft seit:4. Juni 2021
Nächste Corona-Verordnung:Bis zum 24. Juni 2021

Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden in Niedersachsen 87 Neuinfektionen und zwei Todesfälle gemeldet. Mit einer Inzidenz von 0,0 ist der Landkreis Wesermarsch de facto corona-frei. Es folgen die Landkreise Rotenburg (Wümme) und Celle mit 0,6. Der Höchstwert wurde erneut in der Stadt Delmenhorst verzeichnet, wo die Inzidenz-Zahl von 37,4 auf 40,0 gestiegen ist.

In Bremen sank hingegen die Sieben-Tage-Inzidenz von 16,6 auf 15,4.

Corona-Inzidenz unter 10 in Niedersachsen: Stufenplan sieht dieses Szenario nicht vor

Der starke Rückgang der Corona-Inzidenz in Niedersachsen rückt die Frage nach zusätzlichen Lockerungen immer stärker in den Mittelpunkt. Der aktuelle Stufenplan, der die weiteren Öffnungsschritte zusammenfasst, sieht keine konkreten Maßnahmen für die Stufe unter 10. „Noch nicht umgesetzt wird der regionale Wegfall der Beschränkungen ab einer Inzidenz < 10, da die derzeitige Inzidenzentwicklung nicht valide ist“, ist in dem Dokument zu lesen. „Zur Vermeidung von Pulleffekten müsste zunächst fast landesweit eine stabile Lage < 10 vorhanden sein.“

Der Themenpark Heide Park Resort in Soltau verzeichnet nach seiner Wiedereröffnung im Mai ein hohes Besucheraufkommen.

Die Gefahr eines sogenannten „Jo-Jo-Effekts“ thematisierte in den vergangenen Tagen auch vom Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD). Man müsse vermeiden, dass „die Lockerung von heute gleich abgelöst wird durch die Verschärfung von morgen“, sagte Weil im ZDF.

Gleichzeitig ließ Weil baldige Lockerungen durchblicken. „Wir werden jetzt in Niedersachsen mit unserer nächsten Verordnung daran gehen, auch für diese Kommunen unter 10 noch einmal deutliche Lockerungen vorzusehen“, erklärte er. Man werde vor allem über die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich und die Einschränkungen bei Veranstaltungen sprechen, sagte der SPD-Politiker voraus. Dass es selbst bei einer lokalen Inzidenz von 0 „überhaupt keine Vorsichtsmaßnahmen mehr gibt, das glaube ich allerdings nicht, weil wir inmitten der Pandemie sind“, stellte Weil klar.

Corona-Inzidenz sinkt in Niedersachsen: Mehr als die Hälfte der Landkreise und Städte unter 10

Voraussetzung für die nächsten Lockerungen ist, dass die Inzidenz stabil unter 10 bleibt. „Stabil“ heißt: an fünf Tagen in Folge.

Mit Ausnahme von Delmenhorst liegen alle Landkreise und Städte unter der Marke von 35, bei der weitreichende Lockerungen bereits vorgesehen sind. So ist zum Beispiel die Außen- und Innengastronomie mit Hygienekonzept erlaubt. Auch Clubs, Diskotheken und Bars dürfen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 wieder öffnen – allerdings mit einer Kapazitätsgrenze von 50 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Landkreise und Städte (28 von insgesamt 45) verzeichneten am Sonntag, 13. Juni sogar eine Inzidenz unter 10. Wie Regierungssprecherin Anke Pörksen bereits erläuterte, arbeite die Landesregierung an einer Änderung der Kontaktbeschränkungen, die spätestens ab dem 25. Juni in Kraft treten sollten – vorausgesetzt, die Neuinfektionen sinken weiter.

Coorona-Lockerungen in Niedersachsen: Diskothek geräumt, weil Hygiene-Konzept missachtet wurde

In Melle (Landkreis Osnabrück) zeigte sich am Wochenende, warum die Landesregierung sehr vorsichtig mit weiteren Öffnungsschritten umgehen will. Dort musste die Polizei eine Diskothek räumen, weil das Hygiene-Konzept nicht umgesetzt worden war. Nach Angaben der Polizei kam es dabei zu Schubsereien, Beleidigungen und Fällen von leichter Körperverletzung.

Rubriklistenbild: © BODE via www.imago-images.de

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