Regierung greift durch

Corona-Inzidenz in Russland steigt: Impfverweigerer bekommen kein Gehalt mehr

Zu sehen ist, wie eine Person eine Geldbörse mit wenig Kleingeld darin in den Händen hält. Im Hintergrund ist die Nationalflagge von Russland zu sehen.
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Fast leere Brieftaschen könnten in Russland bald auf eine Verfügung des Staats zurückzuführen sein: Wer sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen will, wird von seinem Job „freigestellt“ – und zwar unbezahlt. (kreiszeitung.de-Montage)

Die Delta-Variante hat Russland weiterhin fest im Griff. Impfungen kommen nicht hinterher. Impfverweigerern drohen nun harte Konsequenzen: Spritze, sonst keine Kohle.

Moskau – Die Corona-Lage in Russland ist bedrohlich ernst. Am Donnerstag, 8. Juli 2021, wurden 23.510 Neuinfektionen vermeldet. Zudem sind 713 neue Todesfälle zu beklagen. Da die Ansteckungsraten durch die Delta-Variante* vor allem in den russischen Metropolen in die Höhe schießen, zeitgleich die Impfquote aber nicht hinterherkommt, greift der Staat zu drastischen Mitteln: Berufsgruppen mit viel Kontakt zu anderen Menschen müssen sich impfen lassen – oder werden unbezahlt „freigestellt“.

Land:Russland
Präsident:Wladimir Putin
Hauptstadt:Moskau
Fläche:17.130.000 km²
Bevölkerung:144,4 Millionen (2019)
Währung:Russischer Rubel

Corona-Lage in Russland: Menschen müssen sich impfen lassen – oder werden unbezahlt „freigestellt“

Wie tagesschau.de berichtet, betrifft dies Verkäufer, Kellner, Beamte sowie Dozenten in Russland. Diese Pflichtimpfungen wurden bereits für einige Regionen angeordnet. In der Hauptstadt Moskau müssen sich beispielsweise Angestellte in Gastronomie, Handel und im öffentlichen Dienst gegen das Coronavirus* impfen lassen.

Zudem müssen 60 Prozent der Angestellten in Betrieben geimpft sein. Wer eine Impfung ablehnt, wird „freigestellt“ – und das ohne Gehalt. Darüber hinaus dürfen die Innenbereiche von Restaurants und Cafés nur noch von Geimpften, Genesenen oder Menschen mit negativem PCR-Test besucht werden. Deshalb beklagt die russische Gastronomie bereits starke Umsatzrückgänge.

Inzidenz in Russland steigt – größtes Impfzentrum des Landes in Moskau geöffnet

Ab August dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in der Schwarzmeer-Region Krasnodar, zu der auch das Massentourismus-Ziel Sotschi gehört, Urlaub machen. Zudem erhalten Geimpfte einen weiteren Bonus: Reise-Rückkehrer aus dem Ausland, die über das entsprechende Zertifikat verfügen, brauchen bei ihrer Einreise nach Russland keinen PCR-Test mehr.

Indes ist in Moskau das größte Impfzentrum Russlands eröffnet worden. Seit dem 1. Juli können dort täglich bis zu 6000 Menschen geimpft werden. Ein notwendiger Schritt, wird auf die bereits erwähnte, schleppend laufende Impfkampagne geblickt. Mehr als 20.000 tägliche Neuinfektionen in Russland sprechen Bände. Viele davon sind durch die Delta-Variante zustande gekommen, das EM-Spiel zwischen der Schweiz und Spanien hat einen gehörigen Anteil daran.

Verschwörungstheorien in Russland: Impfstoff Sputnik V sorgt für Krebs – denkt die Bevölkerung

Erschwerend kommt hinzu, dass innerhalb der russischen Bevölkerung tiefes Misstrauen gegenüber den vorhandenen Impfstoffen besteht. Skepsis herrscht vor, es sind zahlreiche Verschwörungstheorien im Umlauf. So heißt es beispielsweise, dass Impfstoffe wie Sputnik V krank machen würden, Krebs verursachen oder für Unfruchtbarkeit sorgen.

Impfstoffe, welche von der russischen Regierung empfohlen werden, stoßen auf wenig Gegenliebe. Laut einer Umfrage des Lewada-Instituts wollen sich aktuell 54 Prozent aller Menschen in Russland nicht impfen lassen. 57 Prozent hätten immerhin keine Angst, sich impfen zu lassen. Russlands Hoffnung, die Delta-Variante schnellstmöglich unter Kontrolle zu bekommen, lebt also weiter. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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