Corona-Pandemie

Corona in Niedersachsen: Drei Landkreise mit vollen Intensivstationen

Die Inzidenz sinkt, doch die Corona-Todesfälle bleiben auf hohem Niveau. Niedersachsen diskutiert über frühere Weihnachtsferien, die Intensivstationen sind randvoll.

Osnabrück/Hannover – Corona-Chaos in Deutschland und Niedersachsen wo man hinschaut: Am Donnerstagmorgen, 9. Dezember 2021, sank überraschend die 7-Tage-Inzidenz im gesamten Bundesgebiet auf 338,1. Doch wer sich beim Betrachten der Zahlen freute, der freute sich zu früh: durch Übertragungsfehler der Gesundheitsämter wurden nicht alle Zahlen korrekt beim Robert Koch-Institut (RKI) erfasst.

Corona in Niedersachsen: Niedersachsens Inzidenz sinkt erst auf 165 und steigt dann wieder auf 198,7

Wenig später kletterte die Inzidenz wieder und wurde schließlich vom Robert-Koch-Institut, nachdem sie das RKI-Dashboard offline genommen hatten, mit 422,3 (Vortag: 427) angegeben. Auch in Niedersachsen sank die Corona-Inzidenz aktuell heute leicht und liegt nun bei 198,7 (Vortag: 201,1). Zwischenzeitlich hatte das RKI diesen Wert mit rund 165 angegeben.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Neu gemeldet wurden am Donnerstag durch die Gesundheitsämter in Niedersachsen 3304 Infektionen mit dem Coronavirus (Vortag: 3907), im Zusammenhang damit verstorben sind von Mittwoch auf Donnerstag 27 Menschen (Vortag: 44). Zwar sinkt die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 und die der Todesopfer, doch die Intensivstationen im Land werden immer voller.

Intensivbettenbelegung in Niedersachsen: Corona lässt die Intensivstationen in Niedersachsen volllaufen

In drei Landkreisen in Niedersachsen – Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Wittmund – war am Donnerstagmorgen laut der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) kein einziges Intensivbett mehr frei. Etliche andere Krankenhäuser in anderen Landkreisen stehen kurz vor der Überlastung und können kaum noch Patienten aufnehmen. Die Landesregierung in Hannover gab die Hospitalsierungsinzidenz mit 5,9 (Vortag: 5,7) an. Aktuell sind heute 10,7 Prozent der Betten auf den Intensivstationen (Vortag: 10,6 Prozent) mit Corona-Patienten belegt.

In drei niedersächsischen Landkreisen war am Donnerstagmorgen kein einziges Intensivbett mehr frei. Die Krankenhäuser kommen immer näher an die Belastungsgrenze. (Archivbild)

Auf Bundesebene ging zwar die Inzidenz ebenfalls erneut leicht zurück, doch die Zahl der durch das RKI heute aktuell gemeldeten Corona-Neuinfektionen stieg leicht auf 70.611 (Vortag: 69.601). In Zusammenhang mit dem Virus sind in ganz Deutschland von Mittwoch auf Donnerstag 465 (Vortag: 527) Menschen verstorben.

Omikron in Niedersachsen: Booster-Impfung soll sehr gut gegen schwere Krankheit bei der neuen Corona-Variante schützen

Dabei sorgt die Omikron-Variante und auch die niedrigen Impfzahlen für Kopfzerbrechen bei den Gesundheitsexperten. Wie der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im ZDF „heute journal“ sagte, sei die Impfung mit Blick auf die neuentdeckte Corona-Variante im südlichen Afrika erst mit der dritten Impfung, sprich die Booster-Impfung, abgeschlossen. Das sei die neue Realität, um vor Omikron einigermaßen geschützt zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden zwei Impfungen die Krankheit aber bereits abmildern, „und drei Impfungen wahrscheinlich sehr gut gegen schwere Krankheit schützen“.

Lauterbach forderte in diesem Zusammenhang erneut eine allgemeine Impfpflicht. Derzeit sind in Deutschland erst 18,7 Prozent der Bevölkerung geboostert (Niedersachsen: 18,3 Prozent), eine Zweitimpfung haben bis jetzt 69,2 Prozent (Niedersachsen: 70,9 Prozent) erhalten, die erste Impfung wurde bisher 72,2 Prozent (Niedersachsen: 74,2 Prozent) der berechtigten Bürger verabreicht.

Inzwischen wurden in Niedersachsen mehrere Verdachtsfälle auf die Omikron-Variante bestätigt. Vergangene Woche Montag, 29. November 2021, wurde in Wolfenbüttel der erste Omikron-Fall bekannt. Kurz darauf wurde – ebenfalls in Wolfenbüttel – ein zweiter Omikron-Fall entdeckt. Und auch in dieser Woche wurden bereits in Niedersachsen weitere Omikron-Fälle bekannt.

Corona in Niedersachsen: Landesregierung diskutiert über vorgezogene Weihnachtsferien

Trotz der leicht sinkenden Infektionszahlen in Niedersachsen, ist in der niedersächsischen Landesregierung um Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine Diskussion darüber entbrannt, ob die Weihnachtsferien in den Schulen eventuell vorgezogen werden sollten. Dies berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) in ihrer Donnerstagsausgabe. Eine Entscheidung dazu könnte am heutigen Donnerstag fallen, wie es in dem Bericht heißt.

„Die Landesregierung wird ihre weiteren Planungen direkt und zügig kommunizieren, sobald diese feststehen. Zu rechnen ist damit nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag*“, zitiert das Blatt einen Sprecher des Kultusministeriums.

Vorgezogenen Weihnachtsferien wegen Corona: Niedersachsens Schulen und Eltern wollen über Pläne Bescheid wissen

Es sei „sehr nachvollziehbar“, dass die Öffentlichkeit, die Familien und die Schulen wissen wollten, was die Landesregierung insgesamt rund um die Feiertage und den Jahreswechsel plane. Das Kultusministerium strebe jedoch eine Abstimmung mit dem Bund und den anderen Ländern für eine möglichst einheitliche Linie an.

Der Zeitung zufolge wächst der Druck auf Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in dieser Frage. „Wir haben das Thema mehrfach gegenüber der Landesregierung angesprochen und um eine zeitnahe Entscheidung gebeten. Nicht nur die Eltern, auch die Schulträger und die für die Schülerbeförderung zuständigen Landkreise müssen wissen, wie sie planen sollen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer, der NOZ.

Vorgezogene Weihnachtsferien in Niedersachsen: Experten fordern Klarheit für Schulen, Schüler und Eltern

Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Oliver Kamlage: „Die Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigten und Lehrkräfte, aber auch die Kommunen als Schulträger benötigen jetzt und dringend eine Entscheidung des Landes, um die Tage vor Weihnachten entsprechend planen zu können. Die Eltern müssen doch wissen, ob sie eine Kinderbetreuung organisieren oder gegebenenfalls Urlaub nehmen müssen.“

Der Verband für Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen in Niedersachsen (VLWN) forderte dem Bericht zufolge, „jetzt geordnet in den Distanzunterricht überzugehen“, um die vierte Welle zu brechen und die Kontakte vor den Festtagen deutlich zu reduzieren. Sein Vorsitzender Joachim Maiß sagte: „Besser guter Distanzunterricht als verlängerte Weihnachtsferien.“

2020 waren die Weihnachtsferien in Niedersachsen um zwei Tage vorgezogen worden, um Ansteckungen mit dem Coronavirus vor den Feiertagen zu vermeiden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Gianni Schicch/dpa

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