Corona-Pandemie

Corona in Niedersachsen: Covid-19-Belastung auf Intensivstationen steigt

Trotz leicht gesunkener Krankenhauseinweisungen bleibt die Corona-Situation in Niedersachsen kritisch, denn die Zahl der Neuinfektionen ist deutlich gestiegen.

Hannover – Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Covid-19-Infektion ist am Mittwoch, 17. November 2021, in Niedersachsen leicht gesunken. Trotzdem bleibt die Corona-Lage weiterhin kritisch, da die 7-Tage-Inzidenz erneut stieg – auf 139,2 (Vortag: 132,8). Dies entspricht 2436 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Niedersachsen, es gibt 22 neue Todesfälle. Deutschlandweit wurden am Mittwoch 52.826 Neuinfektionen und 294 Tote gemeldet.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)
Zuständige Gesundheitsministerin:Daniela Behrens (SPD)

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz sank am Mittwoch in Niedersachsen leicht auf 4,6, teilte die Landesregierung mit. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 4,7. Mit diesem Wert wird angegeben, wie viele Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Kliniken pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage stattgefunden haben. Für Gesundheitsbehörden und Kommunen in Niedersachsen ist die Hospitalisierungsinzidenz der wichtigste Indikator zur Bewertung der Pandemie-Situation.

Corona-Infektionen in Niedersachsen: Intensivstationen im Land immer mehr belastet

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser waren am Mittwoch 6,6 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt. Am Dienstag waren es noch 6,1 Prozent. Die Corona-Lage in den Krankenhäusern wird im ganzen Bundesgebiet immer angespannter.

Eine Corona-Warnstufe wird in Niedersachsen erreicht, wenn der Hospitalisierungswert (Krankenhausaufnahmen) und mindestens eine der beiden anderen Maßzahlen (Neuinfizierte, Intensivbetten) die in der Verordnung definierten Schwellenwerte überschreiten. So muss beim Leitindikator Hospitalisierung der Wert sechs überschritten werden, damit möglicherweise Warnstufe eins ausgerufen werden kann.

Weil die Infektionen mit dem Coronavirus außer Kontrolle geraten sind, baut das Land Niedersachsen seine Impfkampagne aus. (Symbolbild)

Die Warnstufen werden teils vom Land, teils von den Kreisen beziehungsweise kreisfreien Städten ausgerufen. Voraussetzung dafür ist, dass die jeweiligen Werte die Schwellen fünf Tage hintereinander übersteigen.

Corona-Inzidenz in Niedersachsen steigt: Landeselternrat fordert frühere Weihnachtsferien

Trotz der steigenden Corona-Zahlen gerade bei Kindern und Jugendlichen ist ein vorgezogener Beginn der Weihnachtsferien für Niedersachsens Landesregierung bisher kein Thema. Eine Sprecherin der Staatskanzlei erklärte am Mittwoch, dass sich die Regierung noch nicht mit derlei Überlegungen befasst habe. „Die Landesregierung hat noch nicht darüber gesprochen.“

Der Landeselternrat hatte zuvor vorgeschlagen, den Ferienbeginn um drei Schultage vorzuziehen. Entsprechende Stimmen aus den Schulen habe sie allerdings noch nicht vernommen, so die Regierungssprecherin.

Im Kampf gegen steigende Infektionszahlen in der Corona-Pandemie will die Region Hannover mehr Menschen impfen – und das auch schneller. Dazu solle die Zahl der mobilen Impfteams von 16 auf 32 verdoppelt werden, sagte eine Regionssprecherin am Mittwoch. Einen entsprechenden Beschluss habe die Regionsversammlung gefasst.

Niedersachsen sucht Impfanreiz: Freikarten für Hannover 96, Kino, Fitnessstudios, Schwimmhallen oder Zoobesuche

Außerdem sei man dabei, über Anreize für eine Impfung nachzudenken – Regionspräsident Steffen Krach (SPD) sei für alles offen, was einen Impfanreiz schaffe. Vorgeschlagen habe der SPD-Politiker etwa Freikarten für Hannover 96, Kino, Fitnessstudios, Schwimmhallen oder einen Besuch im Zoo Hannover.

Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums wird die Zahl der mobilen Impfteams landesweit von 134 auf mehr als 200 angehoben. Das entspreche einem Impfteam pro 40.000 Einwohner. Laut der Regionssprecherin würde das für die Region Hannover 29 mobile Teams bedeuten, Ziel seien aber die genannten 32. Die Kosten übernimmt das Land.

Vor der Ausweitung der 2G-Regelungen in Niedersachsen legt die Zahl der Corona-Erstimpfungen im Land wieder etwas zu. „Wir sehen eine Zunahme bei den Erstimpfungen, die aber noch verhältnismäßig gering ist“, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Hannover. So habe es am Dienstag 4163 Erstimpfungen gegeben – das seien etwa 1000 mehr als eine Woche zuvor. Etwa drei Viertel aller Impfungen seien allerdings bereits Auffrischungen, sogenannte Booster-Impfungen. Booster-Impfungen sind gerade heute durch die Ständige Impfkommission des RKI für alle ab 18 freigegeben worden.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen steigen: 2G-Regel wird im ganzen Land ausgeweitet

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte Ende vergangener Woche angekündigt, die 2G-Regel auf weitere Bereiche des öffentlichen Lebens in Niedersachsen auszuweiten. Der Zugang ist dann nur noch geimpften oder genesenen Menschen gestattet.

Bisher sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 69,5 Prozent der Niedersachsen vollständig geimpft. Etwa fünf Prozent haben zudem bereits die Booster-Impfung erhalten.

In Bremen stieg die 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch ebenfalls weiter an. Nachdem am Dienstag der Wert landesweit noch bei 109,3 gelegen hatte, meldete das RKI am Mittwoch über sein Dashboard eine 7-Tage-Inzidenz von 114,4 für das kleinste Bundesland. Auf die Stadtgemeinde Bremen heruntergerechnet ergibt sich so ein Wert von 111,2, für Bremerhaven ein Wert von 130,3. Dies entspricht 155 Neuinfektionen im gesamten Land. Dem Gesundheitsressort wurde ein neuer Todesfall gemeldet.

Corona in Bremen: 81,7 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger haben eine erste Impfung erhalten

Derzeit haben in Bremen 81,7 Prozent (Bundesdurchschnitt: 70,1 Prozent) aller Bürgerinnen und Bürger eine erste Impfung erhalten. Die Zweitimpfung haben bereits 79,3 Prozent (Bundesdurchschnitt: 67,6 Prozent) injiziert bekommen. Aktuell wird in der Bremer SPD eine Impfpflicht diskutiert. Eine weitreichende 2G-Regel sieht die aktuelle Corona-Verordnung für das Land Bremen hingegen nicht vor.

Aktuell sind im Land Bremen nur noch vier Intensivbetten frei, teilte die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Mittwoch mit. Somit sind derzeit von 182 Intensivbetten 178 belegt. Auf den Intensivstationen im Land liegen laut Divi derzeit 20 Patienten mit einer Corona-Infektion, 15 davon werden invasiv beatmet. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

+++ Transparenzhinweis: Der Text wurde am 17. November 2021, gegen 15:40 Uhr aktualisiert. +++

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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