Angebot gilt auch für Deutsche

Corona-Inzidenz in Italien: Angst vor Impftourismus ausländischer Urlauber

Selbst im Urlaub versucht Italien, Zweitimpfungen gegen Corona so einfach wie möglich zu machen. Auch Gäste aus dem Ausland können das Angebot wahrnehmen.

Rom – Am Freitag, 9. Juli 2021, vermeldet Italien 1391 Corona-Neuinfektionen. Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz beläuft sich auf 10,4. Zudem sind 13 neue Todesfälle zu beklagen. Verständlich also, dass die Zweitimpfungen möglichst schnell vorangehen sollen. Vor allem die Urlaubsregionen in Italien sind dazu aufgerufen, ihre Impfstationen zu öffnen. Der Hintergrund: Menschen sollen sorglos in die Ferien fahren können, ohne zwischen Urlaub oder Corona-Impfung abwägen zu müssen.

Land in Europa:Italien
Präsident:Sergio Mattarella
Hauptstadt:Rom
Vorwahl:+39
Bevölkerung:60,36 Millionen (2019)

Corona-Lage in Italien: Land will Impf-Tempo auch in Urlaubssaison aufrechterhalten

Es ist eine seit kurzem gültige Regel, auf die Francesco Figliuolo gedrungen hat, die sich Italien zu Nutzen machen kann. Der Sonderkommissar Italiens für die Coronavirus-Pandemie fordert alle Regionen des Landes dazu auf, auch die Menschen zu impfen, die woanders ihren Wohnsitz haben. Möglicherweise auch schon vorausschauend, ehe die Lambda-Variante sich massiv in Europa ausbreitet*.

Deutsche Italien-Urlauber sind dazu eingeladen, Impfzentren im südeuropäischen Land zu besuchen. Doch soll ein ausufernder Impftourismus vermieden werden. (kreiszeitung.de-Montage)

Die Anweisung der Zentralregierung zielt vor allem auf die bereits erwähnten Urlaubsregionen in Italien und deren Impfzentren ab. Durch Sonderkommisar Figliuolo konnte Italien in den zurückliegenden Monaten hinsichtlich der Impfquote enorm aufholen. Bei der Erstimpfungen liegt das Land fast gleichauf mit Deutschland. Ein Tempo, das Italien auch über die Urlaubszeit beibehalten will.

Italienische Impfstationen öffnen in beliebten Urlaubsregionen – Touristen herzlich eingeladen

Auf den Liparischen Inseln in Sizilien haben beispielsweise Impfstationen geöffnet, für die keine Anmeldung erforderlich ist. Die Hauptstadtregion Latium will Impfbusse einsetzen und zu den wichtigsten Stränden in der Nähe Roms fahren. Ziel ist es, „die Mobilität der Menschen zu erleichtern, die Impfsicherheit aufrechtzuerhalten und den Tourismus zu fördern“, heißt es vom regionalen Gesundheitsassessor Alessio D‘Amato.

Was bisher kaum bekannt ist: In einigen Regionen Italiens können auch ausländische Touristen die Möglichkeit wahrnehmen, sich im Urlaub impfen zu lassen. Natürlich sind die deutschen Freunde herzlich willkommen, sich bei uns impfen zu lassen. Wir machen dies mit großer Freude und Hilfsbereitschaft“, wird D‘Amato von tagesschau.de zitiert. Immerhin: Von der Delta-Variante ist Italien bisher kaum betroffen.

Italienischer Impftourismus muss vermieden werden – sonst stößt das Gesundheitssystem an seine Grenzen

Jedoch wird auch entschieden darauf hingewiesen, dass Italien keinen ausufernden Impftourismus anstrebt. Bei zu hoher Nachfrage würde das Gesundheitssystem nämlich an seine Grenzen stoßen, betont D‘Amato. „Im Moment haben wir noch Verfügbarkeiten und diese stellen wir gerne den Bürgern zur Verfügung, die ein paar Wochen Urlaub in Italien verbringen wollen“.

Die Hauptstadtregion hätte bereits rund 68.000 Impfdosen an Menschen verimpft, die ihren Wohnsitz nicht im Latium haben. Für das von der Regierung ausdrücklich erwünschte Impfen im Urlaub steht jedoch noch grünes Licht von einigen Touristenhochburgen aus. Hierzu zählen Emilia-Romagna (mit Rimini), die Toskana sowie Kampanien (mit der Amalfiküste).

Dennoch zeigt sich der nationale Corona-Sonderkommissar Figliuolo optimistisch, dass zeitnah alle Regionen die Forderung aus Rom adäquat umsetzen. Impfungen im Urlaub – das große Sommerziel 2021 von Italien. Für mehr Sicherheit, aber auch für eine erfolgreiche Tourismussaison. Das erhofft sich auch Spanien – trotz Einstufung als Corona-Risikogebiet. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano

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