Delta-Variante auf dem Vormarsch

Corona-Inzidenz Europa: So sieht die Lage in beliebten Urlaubsländern aus

Die Delta-Variante breitet sich aus. Wie ist die Lage in beliebten Urlaubsregionen in Europa wie Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Großbritannien?

Hannover – Die Urlaubssaison ist im vollen Gange, in einigen Bundesländer sind bereits die Sommerferien angebrochen. Viele Niedersachsen planen gerade ihren Sommerurlaub 2021. Reisen sind möglich, doch es gelten besondere Corona-Regeln für den Urlaub in Deutschland und Europa und für die Rückkehr. Doch lässt die aktuelle Corona-Lage einen unbeschwerten Urlaub überhaupt zu? Die Delta-Variante scheint derzeit die größte Herausforderung in der Corona-Pandemie zu sein.

In vielen Teilen der Welt sorgt sie für große Probleme, auch in Teilen von Europa. Portugal und in Großbritannien haben derzeit mutmaßlich am meisten mit der Delta-Variante zu kämpfen. Aber auch in anderen Teilen Europas ist die Variante auf dem Vormarsch. Eine Corona-Erkrankung ist meistens an ähnlichen Symptomen zu erkennen. Die Delta-Variante scheint sich aber anders zu äußern * - und das ist gefährlich.

LandSieben-Tage-Inzidenz
Portugal150
Italien10
Mallorca81,4
Frankreich25
Kroatien12
Österreich8,6
Griechenland50

Corona-Inzidenz in Portugal: Zahlen steigen wegen Delta-Variante

Am 1. Juli hatte die Bundesregierung jedoch die Reisewarnung für 80 Corona-Risikogebiete aufgehoben. Denn das Infektionsgeschehen ebbt auch in einigen Urlaubsländern ab. Nur eine Momentaufnahme?

In Portugal steigen die Zahlen derzeit wegen der Delta-Variante*. Die Infektionszahlen liegen derzeit bei rund 2000 Neuinfektionen pro Tag. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei 150 Fällen pro 100.000 Einwohner. Laut dem European Centre of Disease Control (ECDC) nehme die Delta-Variante im letzten Erhebungszeitraum (Woche 24) schon einen Anteil von 74 Prozent aller sequenzierten Proben ein. Jedoch sei der Anteil der untersuchten Fälle insgesamt gerade einmal bei 1,4 Prozent.

Das Robert Koch Institut (RKI) hat Portugal inklusive Madeira und den Azoren deshalb am 29. Juni als Virusvariantengebiet eingestuft. Das gilt aber nun nicht mehr. Seit Mittwoch, 7. Juli ist Portugal nur noch als Hochinzidenzgebiet aufgeführt.

Kommen Reisende aus Virusvariantengebieten, sind vor der Rückreise ein maximal 24 Stunden alter negativer Test, eine Registrierung und 14 Tage Quarantäne nötig. Eine vorzeitige Beendigung ist nicht möglich.

Italien: Delta-Variante verbreitet sich trotz niedriger Inzidenz

Erst vor einigen Wochen strich das RKI Italien von der Liste der Risikogebiete. Denn wie in Deutschland ging die Zahl der Neuinfektionen zurück. Mittlerweile liegt das Infektionsgeschehen im Land bei etwa 700 neuen Fällen pro Tag, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 10 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Doch Delta-Fälle nehmen auch in Italien zu. Laut ECDC lag der Anteil in Woche 24 bei circa 29 Prozent. Aktuell müssen Reisende noch keine Änderungen der Bedingungen fürchten. Aktuell gilt: Online-Formular bei der Einreise und innerhalb von 48 Stunden nach der Einreise per Online-Formular dem italienischen Gesundheitsamt den Standort mitteilen.

Corona-Inzidenz in Spanien steigt: Immer mehr Infektionen registriert

In Spanien nimmt das Infektionsgeschehen wieder zu: Dort gab es zuletzt 7000 Neuinfektionen pro Tag. Die Regionen Katalonien und Kantabrien hat das RKI auf die Liste der Risikogebiete gesetzt. Weitere Risikogebiete sind Andalusien, Navarra, La Rioja, das Baskenland und die Enklave Ceuta.

Die Delta-Variante breitet sich an Portugals Stränden immer weiter aus.

Die meisten Fälle gehen bislang auf die Alpha-Variante des Coronavirus zurück, die zuerst in Großbritannien festgestellt wurde. Aber auch die Delta-Variante * ist auf dem Vormarsch, die als deutlich ansteckender gilt. Laut ECDC lag deren Anteil bei den sequenzierten Fällen bereits in Woche 24 bei über 32 Prozent. Von 22.814 Fällen hat Spanien in Woche 24 allerdings lediglich 1,2 Prozent sequenziert.

Auch auf Mallorca steigen die Infektionen an. 178 Neuinfektionen wurden am Sonntag gemeldet, die Inzidenz lag Freitag bei 81,4. Dass Mallorca bald wieder zum Risikogebiet erklärt wird, ist nicht unwahrscheinlich.

Corona-Lage in Frankreich: Inzidenz bei 25, Delta nimmt zu

In Frankreich ist die Lage entspannt. Das Land ist seit 20. Juni kein Risikogebiet mehr. Nur noch die Gebiete La Réunion, Französisch Guyana und St. Martin sind vom RKI so eingestuft. 

Grund für die stark steigenden Zahlen auf Mallorca sind auch die vielen Schulabschlussreisen, bei denen sich über 1800 Jugendliche infizierten. In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen beträgt die 7-Tage-Inzidenz in Spanien rund 450. Mallorca hat deshalb vergangene Woche mit der Impfung von 16- bis 29-Jährigen begonnen.

Die Infektionszahlen liegen momentan bei über 2000 Fällen pro Tag – die 7-Tage-Inzidenz lag am Samstag bei 25. Der Delta-Anteil der Infektionen lag am 20. Juni laut ECDC bei etwa 20 Prozent– die Sequenzierungsquote lag aber im Bemessungszeitraum lediglich bei 0,6 Prozent. Der Delta-Anteil in Frankreich könnte also bereits wesentlich höher sein.

  • (Normale) Risikogebiete sind Gebiete, die im Sinne des Infektionsschutzgesetzes mit einem erhöhten Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus als Risikogebiet eingestuft und durch das Robert Koch-Institut veröffentlicht worden sind.
  • Hochinzidenzgebiete sind Risikogebiete, in denen eine besonders hohe Inzidenz für die Verbreitung des Coronavirus besteht.
  • Virusvarianten-Gebiete sind Risikogebiete, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet aufgetreten sind.

Kroatien registriert eine niedrige Corona-Inzidenz

Das Infektionsgeschehen in Kroatien ist aktuell niedrig, ähnlich wie in Deutschland. Laut ECDC lag am 3. Juli die 7-Tage-Inzidenz bei etwa 12 Fällen pro 100.000 Einwohner. Nur im Gebiet Zadar überschreitet die Zahl der Neuinfektionen die 50-er Marke. Deshalb gilt die Region seit 27. Juni als Risikogebiet. Zur Delta-Variante gibt es keine zuverlässigen Daten.

Die Einreiseregeln nach Kroatien sind seit 1. Juli verschärft: Seit Donnerstag ist das Corona-Zertifikat („Grüner Pass“) nötig. Akzeptiert seien nach Angaben der kroatischen Polizei auch Impf- oder Genesungsbescheinigungen oder ein negativer Test.

Corona-Inzidenz in Österreich: Lockerungen trotz Delta-Gefahr

In Österreich liegt die 7-Tage-Inzidenz laut ECDC bei 8,6 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Deshalb gilt das Land nicht mehr als Risikogebiet.

Seit 1. Juli gibt es neue Lockerungen: Diskotheken und Clubs dürfen öffnen, die Maskenpflicht ist gelockert. Doch auch hier verbreitet sich die Delta-Variante. Laut ECDC lag der Anteil in Kalenderwoche 23 bei 30 Prozent. Die Rate der Sequenzierungen lag bei 7,2 Prozent.

Reisende aus Deutschland, die einen Nachweis über die Genesung oder vollständige Impfung haben, dürfen einreisen. Alle anderen müssen nach Ankunft, innerhalb von 24 Stunden, einen Test vorlegen und sich registrieren.

  • Nicht-Risikogebiet: bei Flugreisen negativer Test vor der Rückkehr *
  • (Einfaches) Risikogebiet: auf allen Einreisewegen vor der Rückreise negativer Test * und Registrierung bei Einreise ohne Test: zehn Tage Quarantäne und ein Test binnen 48 Stunden, bei negativem Ergebnis endet Quarantäne
  • Hochinzidenzgebiet: auf allen Einreisewegen vor der Rückreise negativer Test * und Registrierung, zehn Tage Quarantäne, vorzeitige Beendigung mit negativem Test nach fünf Tagen möglich (gilt auch für vollständig geimpfte und genesene Personen)
  • Virusvariantengebiet: auf allen Einreisewegen vor der Rückreise negativer Test (kein Selbsttest, maximal 24 Stunden alt) und Registrierung, 14 Tage Quarantäne, keine vorzeitige Beendigung möglich

    * kein Selbsttest, maximal 48 Stunden alt, Ausnahme: vollständig geimpfte und genesene Personen mit Nachweis

Corona-Inzidenzwerte in Griechenland: Delta-Variante auf dem Vormarsch

In Griechenland * ist die Inzidenz mit knapp unter 50 verhältnismäßig hoch. Der Anteil der Delta-Variante liegt laut ECDC-Bericht aus Woche 24 bei bisher lediglich 10 Prozent. Eine Sequenzierung findet allerdings nur bei etwa 6 Prozent der Fälle statt.

Für die Einreise brauchen Reisende einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist oder ein Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ausnahme: Wer eine vollständige Impfung nachweisen kann oder genesen ist (die Infektion darf nicht länger als neun Monate zurückliegen). * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © dpa/Matthias Balk

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